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Übersicht über das Bordfunkgerät FuG 10 KL / FuG X

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Martin Bösch
Martin Bösch
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18.Dec.12 22:01

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Das 70W - Lang- / Kurzwellen - Nachrichtengerät FuG X KL resp. FuG 10 wurde als Weiterentwicklung des FuG VIII von Lorenz aufgrund eines im Jahre 1936 aufgestellten Pflichtenhefts entwickelt, die ersten Prototypen gelangten im Februar 1937 zur Erprobung.

Die ersten Geräte aus der Serienfertigung wurden ab Januar 1938 in Flugzeuge vom Typ Ju 88 eingebaut, bald wurden die Bordfunkgeräte FuG III und Fug V in mehrmotorigen Flugzeugen durch das FuG 10 ersetzt, welches zum Standardfunkgerät in mehrmotorigen Flugzeugen der deutschen Luftwaffe im zweiten Weltkrieg wurde.

Das FuG 10 ist modular aufgebaut, es wurde die Verwendung von nur zwei (Wehrmachts-)Röhrentypen RV12P2000 und RL12P35 vorgeschrieben. Die einzelnen Komponenten sind extrem kompakt aufgebaut und verfügen über kubische Metallgehäuse mit abgerundeten Kanten und Ecken und in Vertiefungen eingelassene Drehknöpfe. Die Geräte werden in Schwingrahmen eingehängt und mit neuentwickelten Anschlussleisten mit der Bordinstallation verbunden, bei technischen Störungen können sie rasch ausgehängt und ersetzt werden. Prüfbuchsen erlauben den Anschluss eines Prüfvoltmeters zur Kontrolle von verschiedenen Betriebsspannungen.
Die sehr hohe Fertigungsqualität wurde erst durch "Entfeinerungsaktionen" 1944 vermindert, so wurde u.a. auf gewisse Emssinstrumente verzichtet.

Das FuG 10 verfügt über einen Lang- und einen Kurzwellenteil mit jeweils einem separaten Sender und Empfänger und zusätzlich über Antennenabstimmgeräte und Bordverständigungs- und Schaltanlagen.

Die einzelnen Komponenten sind
Langwellen - Sender:

  • S10L / SL: der Langwellensender deckt 300 -  600 kHz ab, Betriebsart A1, 70 Watt Ausgangsleistung.

Langwellen - Empfänger:

  • E10L / EL: der Langwellenempfänger deckt ebenfalls den Frequenzbereich von 300 - 600 kHz ab.

Kurzwellen - Sender:

  •  S10K / SK : der Kurzwellensender deckt den Frequenzbereich von 3,0 - 6,0 MHz ab, die Ausgangsleistung des mit drei RL12P35 bestückten Senders beträgt 70 Watt in Telephonie (A1), mit dem Telephoniezusatz TZG10 ist auch Betrieb in Telephonie A3 möglich, die Ausgangsleistung beträgt in Telephonie 40 Watt.
    Für die Kommunikation innerhalb Deutschlands reichte der Frequenzbereich von 3,0 - 6,0 MHz aus, für Langstreckenflugzeuge stand weiterhin die 20W - Transozean-Station mit ihrem höheren Frequenzbereich im Einsatz.
  • S10K1 / SK-1: ab 1941 brachte Lorenz eine neue Version mit einem auf 5,3 - 10,0 MHz veränderten Frequenzbereich heraus.
  • S10K2 / SK-2: ebenfalls ab 1941 war eine Version mit einem nach oben verschobenen Frequenzebreich von 6,0 - 12,0 MHz für Langstreckenkommunikation verfügbar.

Kurzwellen - Empfänger:

  • E10K / EK : der Achtröhrensuperhet ist mit der RV12P2000 bestückt und deckt den Frequenzbereich 3,0 - 6,0 MHz ab.
  • E10K1 / EK-1: ab 1941 brachte Lorenz eine neue Empfängerversion mit einem auf 5,3 -10,0 nach oben verschobenen Frequenzbereich zum Einsatz im FuG 10 K1 heraus.
  • E10K2 / EK-2: zum Einsatz in Langstreckenflugzeugen im FuG 10 K2 kam der Empfänger EK-2 mit einem nach oben in den Bereich 6,0 - 12,0 MHz verschobenen Frequenzbereich zum Einsatz.
  • E10K3 / EK-3: in Zusammenarbeit mit Lizenznehmer Telefunken und Hescho wurde 1943 eine Empfängerversion mit einem auf 6,0 - 18,0 MHz erweiterten Frequenzbereich mit Kegelschleifvariometerabstimmung und Spiralskala in Sender und Empfänger als FuG 10 K3 entwickelt.
  • E10K4 / EK-4: nur in Mustern wurde eine Variante mit einem Kurzwellenbereich 3,0 - 9,0 MHz entwickelt, Trenkle berichtet auch von einem Labormuster mit einem Frequenzbereich von 12,0 - 24,0 MHz.

Festantenne (12 m für Kurzwelle) und Schleppantenne (70 m für Langwelle) mit elektrisch fernbedienter Antennenhaspel
Antennenabstimmgeräte
Fernbediengerät FBG 3: zur Umschaltung der Antennen auf LW- / KW-Betrieb,
Röhrengerät RG 10: Eigenverständigungsverstärker (Bordverständigungsanlage), auch zur Modulation des KW-Senders im Telephoniebetrieb (A3)
Funkerschaltkasten SchK 13: Zusammenschaltung der Geräte mit dem LW-Zielfluggerät und Funklandegerät.

Zum Einsatz in Stukas Ju 87 wurde als Ersatz des FuG VIIa eine Version des Fug 10 mit nur einem Kurzwellen - Gerätesatz entwickelt. Neben einem E10K und S10K umfasste die Anlage FuG 10 KK einen Relaiskasten zur Umschaltung der Antenne zwischen Sender und Empfänger und das automatische Antennenabstimmgerät AAG 10 K. Das kompakte Bediengerät BG 10 K ersetzte das FBG 3 und den SchK 13.

Für Flugzeuge mit beengten Platzverhältnissen wie die He 219 wurde ein kleinerer Schaltkasten SchK 17 a eingeführt.

In der Version FuG 10 P wurde der Langwellenempfänger E10L durch den Peil- und Zielflugempfänger EZ 6 ersetzt.

Für weitere Infomationen und auch Bildmaterial bin ich jederzeit dankbar,
Martin Bösch

This article was edited 23.Dec.12 12:14 by Martin Bösch .

  
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