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mil: Torn. E.b.; Tornister-Empfänger b (GruselRadio)

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Werner Braun
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12.Mar.05 15:21

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Was uns heute lieb und teuer ist wurde zu anderen Zeiten ganz anders bewertet.

Wer auf einen Torn.E.b mit ungewöhnlichem Aussehen trifft könnte auf einen Umbau nach Heinz Voss gestossen sein. Ein Amateurfunker mit dem Rufzeichen DL 6 DZ.


Quelle DL-QTC / Heinz Voss / DL 6 DZ

In der Zeitschrift DL-QTC / 1954 veröffentlicht er eine detaillierte , nachvollziehbare Anleitung zum
Umbau des Torn.E.b für die Zwecke des Amateurfunks

Zitat  DL-QTC 7/1954 

Trotz einer abschliessenden Mahnung...

... haben sich eventuell weniger versierte Leute inspirieren lassen.
Ich fand folgenden Umbau, vermutlich aus den 50-60er Jahren.

Im HF-Teil werkeln nun zwei EF42 und eine EF43.



Für die NF nahm man eine Röhre deren Typ eingebaut nicht lesbar ist,
deren Ausbau schier unmöglich ist.



50, 60 Jahre später ist sowohl der Umbau als auch die stümperhafte Bastelei  angesichts der Seltenheit und des heutigen Werts eines im Originalzustand erhaltenen BERTA, unverständlich..

mfg Werner Braun

Edit: Der Beitrag wurde geändert, um klar zwischen der Anleitung und dem "Gebastel" zu unterscheiden.
Ich bedauere das Missverständnis.

This article was edited 07.Feb.09 00:41 by Werner Braun .

Konrad Birkner † 12.08.2014
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13.Mar.05 20:01

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Ob das abgebildete Gerät wirklich eine Verbesserung erfahren durfte, wage ich zu bezweifeln angesichts der Umbauqualität.  Wie so oft dürfte die Begeisterung über das eigene Werk ein wenig über die Wirklichkeit hinweggetäuscht haben.

Murks!
Eilert Menke
 
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14.Mar.05 09:31

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Anhand solcher "Verschlimmbesserungen" definiert sich der Amateur im Funkamateur. Dies ist sicher kein Einzelfall sondern eher die Regel: man muß sich nur auf den einschlägigen Flohmärkten umschauen um zu sehen, was der lizensierte Hobbybastler dort alles anpreist. Für einen sammelnden OM wie mich ist es frustrierend, immer wieder auf an sich seltene und interessante Stücke zu treffen, die elektrisch und mechanisch bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind und dann auch noch Geld kosten sollen, anstatt als Zugabe Schmerzensgeld mitzubringen.

Neben unzähligen Basteltips in der einschlägigen AFu-Literatur der 50er bis 70er Jahre sind in dieser Hinsicht leider auch die zwei Jacobi-Bände für die generalstabsmäßige Geräteschändung verantwortlich. Darin steht sinngemäß seitenweise: ...schlachten sie dieses aus und bohren sie dort ein Loch und bauen jenes um...

Aufwertende, handwerklich einwandfreie, nach allen Regeln der Kunst und Reversibilität ausgeführte Modifikationen sind leider eine Seltenheit. Auch bei moderneren Geräten!

Hätten sich die OM damals zurückgehalten bzw. etwas mehr Professionalität an den Tag gelegt, so würden wir heute sicherlich ein besseres Angebot und auch mehr Freude an dieser Gerätegeneration haben.

73

Eilert, DL9BDM

Für Nicht-Funkamateure:

QRV = betriebsbereit
OM = "Old men" = Funkamateur/e
73 = viele Grüße

PS: Habe vor kurzem einen Collins R-390A/URR gesehen, dessen Frontplatte an zwei Stellen zwecks Montage billigster Kippschalter (für einen LW-Konverter!) durchbohrt wurde! Wie kann man nur solch ein Gerät so verderben - sowas ist doch unverkäuflich! Furchtbar...

This article was edited 14.Mar.05 09:33 by Eilert Menke .

Konrad Birkner † 12.08.2014
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14.Mar.05 11:08

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Ich kann durchaus verstehen, dass seinerzeit Wehrmachtsgeräte als willkommene (Ersatz-)Teilespender herhielten. Alles ok.
Zweifelhaft wird es wenn es an Umbauten geht. Frequenzbereichsanpassung: in Ordnung, wenn einigermaßen fachmännisch ausgeführt. Aber es wurde hoffnungslos gepfuscht!

Das Taurige an obigem Fallbeispiel ist, dass diese Verschlimmbesserer überhaupt nicht verstanden, welchen Sinn der Einsatz einer RV2P800 (in anderen Fällen RV12P4000) hatte!. Diese Röhren mit ihrer charakteristischen perforierten Metallummantelung hatten eine eng tolerierte Gitterkapazität. Das wurde durch eine bei der Fertigung abgeglichene Zusatzkapazität erreicht und erlaubte den Röhrentausch auch in HF-Stufen hoher Kreisgüte ohne Nachgleich.  Und das war bei einem 3-Kreiser mit ungewöhnlich gutem Gleichlauf wie der "Berta" eine Eigenschaft, über die sich obige Pfuscher überhaupt nicht klar waren. Beim Umbau geht das natürlich total verloren, aber so etwas stört große Geister ja nicht.

Ich will hier keinesfalls den Amateur pauschal diskriminieren. Aber ich muss feststellen, dass bis etwa vor dem 2.Weltkrieg Amateure einerseits die weltweite Kommunikation in allen ihren technischen Spielarten pflegten, andererseits aber auch über ein unglaublich hohes technisches Potential verfügten, das sich mit dem der Industrie messen konnte und sogar oft in den Schatten stellte.

Die Kommunikation ist erhalten geblieben, während sich neben einer geringen Zahl nach wie vor hochbegabter Fachleute eine Unmenge Nichtfachleute ansammelte.
Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn sie sich auf plug-and-play beschränken, was die Mehrzahl wohl auch tut.
Schlimm sind die Möchtegern-Techniker (siehe oben) die sich lieber als reine Steckdosen-Amateure auf die Kommunikation beschränken sollten, ehe sie sich unkritisch und ohne Scheu an Dinge wagen, die sie nicht verstehen.

.....denn sie wissen nicht, was sie tun....

This article was edited 14.Mar.05 11:32 by Konrad Birkner † 12.08.2014 .

  
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