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Mini-Loktal Röhren von Tungsram (Miniloktal)

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Heinz Trochelmann
Heinz Trochelmann
 
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30.Apr.09 18:00

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Vorgeschichte

Während der Überprüfung von 3 Stück DF 25 einer Lieferung aus Schweden erlebte ich eine Überraschung. In einem Tungsram Karton befand sich eine DF 25 mit stark abweichenden Maßen von der bekannten Fertigung der Firmen Philips/Valvo. Sie passte auch nicht in die Loktalfassung des Röhrenprüfgerätes. Beim Überprüfen der Abmessungen stellte sich heraus, dass die Röhre einen Stiftkreisdurchmesser von ca. 15 mm aufweist, der übliche Loktal-Sockel hingegen ca. 17,5 mm. Der Kolbendurchmesser beträgt ca. 23 mm, bei der Philps/Valvo-Ausführung 27 mm.
Durch die freundliche Unterstützung der Sammlerkollegen Rolf W. Diedrich, Gunter Crämer und Sándor Rózsa aus Budapest, vom dem die wesentlichen Unterlagen stammen, war eine Zuordnung dieser "Miniloktal" Röhren erst möglich. Da in der mir bisher bekannten Literatur eine Normbezeichnung des Loktal-Sockels mit 15 mm Stiftkreisdurchmesser nicht zu finden war, habe ich den Begriff "Mini-Loktal"- Sockel bzw. Röhre gewählt.

Ein Vergleich der Bauformen

Um Verwechslungen mit der Tungsram 22/23/26er T-Serie auszuschließen, habe ich diese zum Vergleich mit herangezogen. Diese Serie hat den bekannten Standard Loktal-Sockel verbunden mit kleineren Kolbenanmessungen. Verglichen werden auf den nachstehend abgebildeten Fotos die DF 25 von Valvo in der "Normalausführung" mit Loktal-Sockel, die DF 23 T von Tungsram mit Loktal-Sockel und kleinerem Kolben, sowie die "Mini-Loktal" Röhre mit kleinerem Stiftkreisdurchmesser.

 


Die "Mini- Loktal" Röhre, eine zeitliche Übersicht

Gemäß den Ausführungen des Sammlerkollegen Rózsa wurden die “Mini-Loktal“ Röhren bereits 1938/39 parallel zur D-21er Oktalröhren Serie entwickelt, von denen Ende 1939 Musterexemplare bei Tungsram vorlagen. In der Zeitschrift "Radio Compass", Ausgabe 12/1940, ist das Schaltbild des Radios R.C. 412 U mit D-21er Oktalröhren abgedruckt mit dem Hinweis, das die Konstruktion auf Röhren aus der Entwicklung von Tungsram im Jahre 1939 basiert, die mit der Bezeichnung "Unverbindliche Musterröhre" versehen waren.

Im August 1940 findet man in der Zeitschrift "Radio Technika" im Begleittext zu einer Liste mit technischen Daten für die 21er Oktalröhren den Hinweis auf die "Mini-Loktal" Röhren: ... "diese Röhren (Oktalröhren D21er Serie) werden auch mit kleinem Glaskolben herauskommen". Im September 1940 erscheint eine Anzeige der Firma "Orion" mit Batterieradios, Typ 133B und 144B, die mit der D25er Serie "Mini-Loktal" bestückt sind. Im bereits zuvor erwähnten Heft 12/1940 der Zeitschrift "Radio Compass" ist eine Liste mit technischen Daten der D25er Serie "Mini-Loktal" veröffentlicht mit dem Hinweis im Text: ... "D25 Serie in Pressglas und als Miniatur-Schlüsselröhren". Als Anlage finden Sie unten die Liste, in der die D25er "Mini- Loktal" zusammen mit der D21er Oktalserie aufgeführt sind, im ungarischen Originaltext. Die D25er “Mini-Loktal“ Serie besteht danach aus den Typen
DBC 25, DF 25, DK 25, DL 25 und DLL 25.

Im Katalog Februar 1941 der Firma Szilveszter, Radiozubehör, Budapest, bietet Tungsram Röhren der D25er Serie "Mini-Loktal" an. In der Ausgabe 8/1942 der Zeitschrift "Radiotechnika" empfiehlt ein Entwicklungsingenieur der Tungsram Laboratorien nur die Verwendung der D21er Oktalröhren-Serie zum Bau von Kofferradios. Daraus abgeleitet ergibt sich die Frage, die so auch der ungarische Sammlerkollege Rózsa in seinen Begleitkommentaren aufwirft: Warum wird aus dem Hause Tungsram die D25er "Mini-Loktal" Serie nicht empfohlen? Hat man die Serie zu diesem Zeitpunkt bereits als nicht vermarktungsfähig abgeschrieben?

Es fällt in diesem Zusammenhang auch auf, dass seit 1942 mit dieser Serie keine weiteren Geräte in Ungarn entwickelt und gebaut wurden, weder im kommerziellen noch im militärischen Bereich. In den Jahren nach dem Kriege, von 1945 bis 1950, werden diese Röhren in den Listen der verschiedenen Bauteilehändler angeboten, nach meiner persönlichen Einschätzung ohne großen Erfolg. Aus der Sicht des Röhrensammlers stellt sich die Frage, wo die nicht unerheblichen Stückzahlen dieser Röhrenausführung von Tungsram/Ungarn abgeblieben sind. Bei den mir bekannten Sammlerkollegen sind überwiegend nur wenige Exemplare aufgetaucht.

Eine Anmerkung am Rande:
Die Röhren der D25er "Mini-Loktal" Serie werden häufig mit den D22/23//26 T-Serien Typen verwechselt. Das liegt wahrscheinlich an der fast gleichen Größe des Röhrenkolbens dieser Typenreihe, wobei man den Standard Loktal-Sockel dieser Röhren jedoch schnell durch Prüfen mit einer Fassung identifizieren kann. Auch diese Serie teilt ein ähnliches Schicksal. Sie findet nur in wenigen militärischen Geräten für kurze Zeit Verwendung.

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This article was edited 30.Apr.09 19:52 by Heinz Trochelmann .

  
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