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Mittelwelle 801 KHz - es war einmal

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Forum » Radio- and technical History » Decades of broadcasting » Mittelwelle 801 KHz - es war einmal
           
Wolfgang Lill
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30.Sep.15 19:02

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Es war ein dramatischer Abschied, die vier Mittelwellensender das Bayerischen Rundfunks

- München Ismaning auf 801 KHz , der stärkste Sender mit noch 100 KW Sendeleistung,

sowie die drei regionalen Sender

Hof und Würzburg auf Gleichwelle 729 KHz

und Dillberg (auf Gleichwelle mit Ismaning 801 KHz )

wurden heute um 12,45 Uhr abgeschaltet. Buchstäblich bis zur letzten Sekunde war auch ich mobil dabei und konnte die 801 KHz hier in Pirna noch mit 3-4 empfangen.

Foto; Wolfgang Lill

Ehemaliger Mittelwellensender des Bayerischer Rundfunk, Foto: Manfred Schmitz/BR-1.7.2015 - vielen Dank ! -

Ehemaliger Mittelwellensender des Bayerischer Rundfunk, Foto: Manfred Schmitz/2005

- vielen Dank !-

Ismaning-Foto Manfred Schmitz 2005,133-M -vielen Dank !-

Herr Schmitz teilte mir noch folgendes mit;

Der Sendemast bleibt vorläufig unverändert an seinem Platz. weitere Planungen gibt es momentan noch nicht.

Im letzten Gespräch wurden Empfehlungen gegeben, über welche moderne Medien ; digitale Verbreitung über Kabel , SAT, dab+ und mit dem Internetstreaming kann das Programm sogar in der ganzen Welt empfangen werden. Freundlicherweise hat mir der BR 2 MP-3 Dateien von den letzten Sendeminuten überlassen.

 

Heribert Jung
 
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06.Oct.15 02:54

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Die Dateien vom BR sind leider zu groß zum Hochladen, da nur 2 MB erlaubt sind.
Ich habe die Dateien gekürzt zur Senderseite geladen. Die wichtigsten Informationen sind in den Dateien und der Abschaltzeitpunkt ist in beiden Dateien zu hören.
Die Dateien müssen nur noch freigeschaltet werden.
MFG.
Heribert Jung

Wolfgang Lill
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14.May.16 12:43

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Am 3.Mai 2016 war es soweit, die technischen Anlagen des Mittelwellensenders zuletzt Programm Bayern plus in Ismaning wurden von 12 fleißigen Radiofreunden , die aus Cham angereist waren, abgebaut.

 

Fotos:  Daniel Paul, Vorstandsmitglied Verein,  Andreas Knedlik BR danke !

Die Anpassungsspulen waren ursprünglich für den 600 KW- betrieb ausgelegt. Mit dieser Sende-leistung arbeitete man bis 1996. Bild vom Antennenhaus.

Anpassungsspule bei der Demontage

Michael Heller, Initiator des Rundfunkmuseums in Cham, Oberpfalz, nahm Verbindung mit dem BR- Sendebetrieb in Ismaning auf und es gab eine positive Antwort;

Der Sender darf samt seiner HF- Verteilungen in das Museum nach Cham überführt werden.

Eines der schwersten Teile, der "Hosenschalter",  auch er wurde ohne Schaden zu machen, demontiert.

Die schwersten Teile sind 4 Netzteilschränke mit etwa 1 Tonne Einzelgewicht.

Der Sender selbst, Baujahr 1994 von der Firma Nautel ( Kanada) in Zusammenarbeit mit Telefunken geliefert,  ist ein Transistorsender mit 48 Einschüben von je 2,3 KW.

 

Der 171,5 m hohe Sendemast bleibt noch stehen, über eine künftige Verwendung habe ich bislang noch keine Informationen erhalten. Die Nutzung durch kommerzielle Betreiber erscheint jedoch vorstellbar.

Transportiert wurden die Teile mit einem LKW der Firma Heimerl , einen Hackschnitzelhersteller aus Roding.

Hier bei der Ankunft in Cham aus der Sudetenstraße 2a

Inzwischen sind alle Teile in Cham eingelagert. Die Vereinsmitglieder mit Michael Heller planen nun, wie der Sender im Museum aufgebaut werden kann . Die Demonstration mit einem Sendemodul ist geplant und sicher werden sich die Besucher über die Beschreibung und Vorführung des letzten AM- Mittelwellen- Großsenders Ismaning sehr freuen....

Ich wünsche dem Kollegen Micheal Heller und seinen Vereinsfreunden viel Erfolg !

 

 

This article was edited 14.May.16 15:38 by Wolfgang Lill .

Heribert Jung
 
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14.May.16 14:19

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Das Rundfunkmuseum ist nun mit dem Aufbau beschäftigt. Bilder der Ausstellung sehen Sie demnächst auf der Museumsfinderseite.

Wolfgang Lill
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14.May.16 22:09

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Der 171,5 m hohe Sendemast ( hier ein Bild von Paul Daniel v Mai 2016) ist noch vorhanden. Die konkrete künftige Nutzung konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen. Es könnte jedoch sein, das man sich um Datendienste bemüht und diesen als technisches Denkmal stehen lässt. Das wäre auf jeden Fall eine feine Sache.

Wolfgang Lill
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19.Jan.18 15:41

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Der 1969 fertiggestellte 171,5 m hohe , gegen die Erde isolierte , abgespannte Rohrmast, ersetzte den " Eiffelturm" in Ismaning.

Damit eine flache Abstrahlung erfolgt,wurde die Sendeantenne mehrfach gespeist und zwar in     56 m und in 117 m Höhe, elektrisch unterbrochen durch Trennisolatoren.

In besten Zeiten sendete man mit 2 x 300 KW, also 600 KW auf der Mittelwellenfrequenz 801 KHz.

So war das Programm Bayern 1 nicht nur in Bayern sondern auch über die Grenzen des Freistaates hinaus noch weit zu hören.

Im Jahre 1994 reduzierte man die Leistung auf 100 KW. Aus eigener Efahrung kann ich berichten, das er auch mit dieser Leistung hier im Raum Dresden noch am Tage zu empfangen war.

Am 30.09.2015 um 12,45 wurde der Hebel rumgelegt und der Sender, der zuletzt das Programm von Bayern plus abstrahlte, schweigt für immer.

 

Sicher haben die Kollegen versucht, auch Alternativen für den damit nutzlos dastehenden Mast zu finden, aber leider erfolglos. Auch Herr Michael Heller wollte den Turm für das Radiomuseum in Cham nicht abbauen. 

So blieb nur die Sprengung des ca 110 Tonnen schweren Mastes am 21.06.2017 um 16,45 Uhr , diesmal ohne öffentliche Beteiligung.

Die Firma MTECH aus München führte diese Arbeit aus. An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei Herrn Jens Weinberger (2.v.L.) für die Zustimmung der Verwendung  der Fotos für RM-Org bedanken.

This article was edited 20.Jan.18 08:28 by Wolfgang Lill .

  
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