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Musikbox - Jukebox - erste Musikboxen - Geschichte etc.

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Ernst Erb
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23.Feb.09 19:28

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Wir haben im Radiomuseum vereinzelt auch Musikboxen aufgenommen und bebildert. Da zumindest über Jahrzente Musikboxen ausschliesslich mit Röhren bestückt waren, meine ich, dass wir dieses Sammelgebiet systematisch dokumentieren sollten. Es gibt eine überschaubare Anzahl von Firmen, die sich damit beschäftigten (aber doch mehr als 200) und auch eine relativ kleine Anzahl von Modellen pro Firma. Bald nach der Transistorisierung - und vor allem nach "Walkman" und den billigen Folgegeräten - sind die echten "Platten-Jukeboxen" nicht mehr weiter fabriziert worden. Wir können also ruhig alle aufnehmen.

Radiomuseum hat den Vorteil, dass wir sowohl den Hersteller mit Beschreibung, die Bilder, Schaltbilder, Röhren mit Beschaffungsmöglichkeit, Ersatz etc. an einem Ort aufführen können, vor allem aber auch die Modelle dann über Suchmaschinen prominent zu finden sind und diese Seiten darum wirklich Beachtung finden. Wer schreibt schon gerne nur für sich?

Wir müssen die echte Jukebox aber auch von anderen Apparaten abgrenzen: Es gibt z.B. Radio-Kombi-Modelle, die den Namen Musik-Box tragen, wie diese Musik-Box W1852/3D von Kaiser, die nichts mit Jukeboxen zu tun haben. Der Name Jukebox steht für Münz-Einwerf-Modelle, die meist in öffentlichen Lokalen standen und heute z.T. sehr begehrte Sammlerstücke sind. Auch kennt man den Begriff Jukebox in der IT-Branche für gewisse Archivierungssysteme (WORM, MiniDisc etc.). Ab 1987 gab es auch CD-Musikboxen und heute MP3-Jukeboxen (mit Münzeinwurf?).

Ich habe nun bei der Auswahl "Player" eine neue Rubrik eingeführt, genannt "Musikbox-Jukebox", damit wir das für die echten Münzautomaten wählen. Bitte tragt das noch nach wo fehlend. So können wir die echten Jukeboxes auf einen Streich finden.

Die wenigsten Leute wissen, dass die erste Wurlitzer Jukebox aus 1933 stammt. Die "Debutante" konnte zwar nur aus 10 Platten auswählen, war aber kein Schallplatten-Wechsler in der üblichen Art, sondern hatte die beiden Merkmale: Man kann zwischen Platten oder Musikstücken wählen und man muss eine Münze einwerfen (oder die Maschine frei schalten), dass sie spielt. Wahrscheinlich wurden aber keine 10 davon gebaut. Es ist also eine typische Entwicklung aus den USA mit den grossen Firmen wie "The Rudolph Wurlitzer Company", gefolgt von J.P. Seeburg, Rock-Ola, Automatic Musical Instrument Corp. (AMI), Mills und Evans könnte man meinen. Doch gab es viele kleine Hersteller in verschiedensten Ländern. Die erste Jukebox - mit Name "Automatic Entertainer" wurde aber wohl von der Firma John Gabel Company 1906 gebaut - und sie liess zwischen 24 Titeln wählen - erst ab 1927 konnte man dann auch Verstärker und Lautsprecher verwenden. Vorher war das eine rein mechanische Wiedergabe.

Die Blüte hatte die Musikbox in den USA in den 40er Jahren, in Europa in den 50er Jahren. Musicbox (mit c statt k) bedeutet in den USA eine mechanische (Walzen-) Spieldose. Die bekannteste aller Musikboxen, die Wurlitzer 1015, wurde 1946/47 ca. 56.000 Mal gebaut. Doch Wurlitzer baute auch z.B. 1973 mit der Jukebox 1050 eine Musikbox mit Nostalgie-Design, musste die klassische Produktion aber 1974 einstellen. Die erste Jukebox für CDs von Wurlitzer produzierte die neu formierte Firma (erst) 1989 (Konkurrenz 1987). 

Ab den 50er Jahren gab es auch in Deutschland Hersteller von Münz-Musikautomaten mit Plattenspieler (System Berliner) - nicht zu verwechseln mit den mechanischen Jukeboxen vor dem Jahr und um das Jahr 1900, die Walzen oder eine Art gelochter Platten abspielten, sogenannte mechanische Musikautomaten. Auch nicht mit den etwa der gleichen Zeit (ab 1889) bekannten Phonographen ("Groschengrab", akustisch-mechanische Rekorder), die Wachswalzen (1867 nach Charles Cros =  Paréophone = nur Prototyp, keine Weiterentwicklung und 1877 Edison = Phonograph) gegen Münzeinwurf abspielen.

Echte Jukeboxen in unserem Sinne haben in Deutschland einige Firmen fabriziert. Nur einige Namen dazu: Tonomat, Bergmann (Vertretung Harting, Espelkamp), Wiegandt und NSM-Löwen. Letztere kenne ich vor allem durch CD-Automaten. Ab 1960 hat man auch in der DDR Musikboxen fabriziert, angefangen mit der Musikbox 80A der Polyhymat-Gesellschaft Görner, fortgesetzt durch VEB Funkwerk Erfurt mit dem Polyhymat 80B.

Wir haben wenige aber doch Sammler von Jukeboxen. Diese möchten sich bitte bei mir melden, damit wir Aktionen koordinieren können. Dies hier soll nur ein Anfang sein. Dazu habe ich die ersten paar Modelle von Wurlitzer angelegt und die Firmengeschichte der wichtigsten drei Hersteller in nicht durchrecherchierter Form gebracht. Und: Wer möchte so quasi die fachliche Verantwortung für die Jukeboxen bei uns übernehmen, wie das z.B. Herr Stabe für die Halbleiter tut? Es passiert nur etwas, wenn jemand sich dafür verantwortlich fühlt und den Motor spielt - ein "Unternehmer". Übrigens hat mir Frau Stamann (ein neues Mitglied) von der "Jukebox-World" für diesen Beitrag und Hersteller wertvolle Hinweise gegeben. Danke. Sie wird sich aber vermutlich und verständlicherweise vor allem um ihre eigene Site kümmern müssen, darum dieser Aufruf.

This article was edited 28.Feb.09 19:05 by Ernst Erb .

Ernst Erb
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25.Feb.09 10:19

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Mit der Beschreibung der Polyhymat 80C von 1964 hat uns Mario Spitzer sehr anschaulich schon im Oktober 2006 gezeigt, wie VEB Funkwerk Erfurt ihre Musikbox gebaut hat. Die integrierten Bilder orientieren uns genau über Aussehen und Funktionsweise der Mechanik etc. und die Mischung mit wahrscheinlich eigenen Bildern macht das Ganze noch interessanter. Wichtig sind auch die Wartungshinweise, die man auch ganz allgemein verwenden kann.

Vincent de Franco
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25.Feb.09 23:17

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Es gibt auch ein Reparaturbericht der Polyhymat 80D von Uwe Ronneberger HIER.

  
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