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Notradio, unbekannt, Niederlande?

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Wolfgang Eckardt
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30.Mar.09 19:24

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Frisch vom Dachboden eines Abrisshauses brachte mir am Sonntag ein Besucher zu meiner Ausstellung ein kleines Radio im wirklich bejammernswertem Zustand.
Erst Sichtungen ergaben: Einkreiser mit Metall-Drehko, 3x RV12P2000 + Selen + Heizwiderstand + Skalenlampe, DKE-Lautsprecher, Reste einer Skala für Kurz- und Mittelwelle, Rückwand vorhanden, kein Trafo - und Massen von Schalen von Sonnenblumen .......

Nach einer heute erfolgten groben Reinigung, Demontage und Sichten des Chassis ergab sich dann aus weiteren Details, dass ich einen Hersteller nicht erkennen kann, auch das Gehäuse ist mir nicht bekannt. Maße BxHxT: 290x225x125 mm.

Da aber das Chassis eine eingeprägte Nummer trägt (47147), die mit einer sauber aufgestempelten Nummer auf der Rückwand übereinstimmt, kann zumindestens von einer handwerklichen Arbeit (Kleinserie) ausgegangen werden. Auch sprechen einige Tatsachen der Bearbeitung gegen ein Bastlergerät (sauber gestempelte Rückwand, leider ohne Hersteller, aufwändige Konstruktion des Skalentriebes, Befestigung der Becherkondensatoren u.a.).
Verwundert bin ich allerdings über die Skala - besser gesagt die Reste davon. Ein dünnes Blatt Pergamentpapier ist schwarz/weiß mit der Skala bedruckt und hatte sich von der Unterlage gelöst. Die Namen mehrerer Sender sind nicht in deutscher Sprache, z.B. 
Duitschland, Frankrijk, Engeland, Berlijn, Londen, Parijs, Boedapest, Weenen.
(Ist das holländisch?? - Entschuldigung für meine Unkenntnis.)

 

Wer kann mir beim Identifizieren helfen? Sprache der Skalenbeschriftung,  Gehäuseform eines bekannten Herstellers?

Danke sagt

Wolfgang Eckardt

Cet article a été édité 30.Mar.09 21:05 par Wolfgang Eckardt .

Wolfgang Holtmann
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30.Mar.09 19:57

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Guten Abend Wolfgang,

ja, die Beschriftung ist in Niederländisch.
Nur die Worte: Mittel - Kurz passen nicht. 

Mit Hobbygrüßen

Cet article a été édité 30.Mar.09 20:00 par Wolfgang Holtmann .

Malte Rosenbaum
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31.Mar.09 11:06

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Hallo,

auch das Wort Duitschland erscheint mir seltsam, ich würde Duitsland als niederländische Form erwarten (habe es auch im Internetwörterbuch überprüft, es heisst wirklich DUITSLAND ).

Schöne Grüße,

Malte

Mark Hippenstiel
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31.Mar.09 11:24

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1947 wurde nachfolgend zu Belgien (1946) eine Rechtschreibreform in Kraft gesetzt, die u.a. die Schreibung von "sch" betraf. Bis dahin ist "Duitschland" die richtige Schreibweise, wenn auch vereinzelt schon vorher "Duitsland" geschrieben wurde (n.b. auch das läßt sich im Internet finden, wenn man etwas aufmerksam sucht).

Interessant hieran ist die Verwendung von "Mittel" und "Kurz", auf einer niederländischen Skala würde sich eher "Middel" und "Kort" finden. Das macht für mich keinen Sinn. Ich hätte auf eine Herkunft aus dem grenznahen Gebieten (evtl. Belgien) getippt. Trotzdem: wenn man sich schon die Mühe machte, eine Skala zu drucken, wäre es doch ein Geringes gewesen, entweder komplett deutsch oder komplett Niederländisch zu beschriften.

Eine mögliche Erklärung wäre eine "Auflage" für den deutschsprachigen Raum unter Vermeidung einer Neubeschriftung der Sendernamen und nur mit einer Anpassung der Wellenbereichsnamen.

Ich lasse die Frage offen.

Gruss
Mark Hippenstiel

Wolfgang Holtmann
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31.Mar.09 18:23

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Ich habe mich mal bei den niederländischen Radiosammlern umgeschaut und ein passendes Radio für die Skala gefunden. Es ist die Type Philips 204U. Auf der Homepage von John Hupse ist eine Abbildung zu sehen.

Ursprünglich war der MW-Bereich weiß, und der KW-Bereich rot gezeichnet. Die Stellung (auf der Skala) des Wellenschalters dient zur Andeutung des Wellenbereiches.
Das -und das Philipsemblem- hat man bei diesem Notradio einfach weggelassen.

 

 

Wolfgang Eckardt
Wolfgang Eckardt
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01.Apr.09 10:35

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Erst einmal danke für die ersten Antworten, die schon etwas Licht ins Dunkel bringen.

Besonders die "Entdeckung" von dir, Wolfgang, dass es sich um eine Skala einer "Philetta 204U" dreht, ist sehr interessant!  Da könnte man annehmen, dass der Konstrukteur des Gerätes vermutlich eine Philetta besaß oder wenigstens die Skala davon, allerdings in der "Inlandsversion" für die Niederlande. Davon hat er mit den damaligen Kopier- oder Druckmöglichkeiten eine Skala hergestellt, die wenigstens die Wellenbereiche in deutscher Sprache wiedergeben.

Inzwischen bin ich auch zu der Überzeugung gekommen, dass es kein Produkt aus den Niederlanden ist. Die meisten Bauteile sind typische deutsche  Vorkriegsprodukte, z.T. auch schon "ostdeutsch" mit Datum aus 1947.
Der Hersteller wird wohl doch ein kleiner Handwerksbetrieb gewesen sein, der eine Kleinserie mit Wehrmachtsmaterial "aufgelegt" hat.

Interessant wäre noch zu erfahren, welchem Hersteller das nette kleine Gehäuse zuzuordnen wäre oder ob es nur ein Möbeltischler aus dem gleichen Ort des Radioproduzenten war.

Wolfgang Eckardt

 

Cet article a été édité 01.Apr.09 10:43 par Wolfgang Eckardt .

Enno Janke
 
 
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01.Apr.09 20:42

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Hallo Wolfgang,

die Skala ist vermutlich einfaches Foto Papier und hat sich deshalb auch aufgerollt. Ich habe gerade nachgeschaut. Die Schriftzeichen sind bei der original Skala durchsichtig und der Hintergrund schwarz. Legt man nun in der Dunkelkammer ein Blatt Fotopapier unter und belichtet das Ganze, sieht das Ergebnis genauso aus wie Deine Skala! Ich habe das früher öfter praktiziert, als ich noch keinen Vergrößerer hatte. Das heißt dann Kontaktabzug.

Gruß Enno

Cet article a été édité 01.Apr.09 20:43 par Enno Janke .

  
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