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Pfeifen bei jedem Sender Mittelwelle

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Thomas Brunner
Thomas Brunner
 
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10.Mar.14 14:50

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Frage an die Spezialisten,

Ich habe da ein oranges LOEWE Dolly Taschenradio aus den Siebzigern hereinbekommen.
Dieses hat aber bei JEDEM Sender in Mittelwelle einen Pfeifton der je nach leichter Abstimmung in der Tonhöhe variiert.
Ich kann mich ganz fern entsinnen es sei dann die Oszillatoramplitude zu hoch, nur in den kleinen Faltplänen steht nicht darüber.
Ich habe noch zwei drei andere ältere Taschenradios die auch pfeifen.
Mit Abgleich bekomme ich das nicht hin oder weg, hat das ev mit den Alterungen der Bandfilter zu tun  ?
Warum pfeifen manche, andere überhaupt nicht ?

Ich stelle die Frage einfach in den Raum, danke für die Beachtung,

Gruss

Thomas

 

Dieser Beitrag wurde am 10.Mar.14 14:54 von Thomas Brunner editiert.

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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10.Mar.14 16:48

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Zum Thema "Pfeifstörungen" gibt es einen Text "Zwischenfrequenz, ihre Auswahl und Besonderheiten", wo dieses Thema ausführlich behandelt wird.  

Es hat dies sowohl etwas mit "Spiegel-Frequenz-Empfang" (ungenügende Vorselektion) als auch mit Nichtlinearitäten der Eingangsstufen (ungewollte Empfangstellen; spurious response) zu tun.

MfG DR

Thomas Brunner
Thomas Brunner
 
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10.Mar.14 17:24

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Hallo Herr Rudolph,

Danke für die Infos, mir stellt sich die Frage, warum hat es vor 30 Jahren nicht gepiepst und warum ist es jetzt anders, das müsste doch irgenwie messbar sein, gesetz dem Fall es ist abgeglichen.
Ich hatte in der Jugend GENAU diesen Dolly und stundenlang in der Nacht Mittellwelle gehört...da war nichts mit Pfeifen.

MFG

Brunner

 

Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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10.Mar.14 17:38

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Um welches Loewe Dolly handelt es sich? Im RMorg gibt es 15 Modelle mit diesem Namen. Es empfiehlt sich immer, fachspezifische Fragen zu einem Radio von der betreffenden Modelseite aus zu starten. So bleibt die Frage und die nachfolgenden Antworten mit dem Modell verbunden, dies hilft anderen Lesern mit ähnlichen Problemen auch nach längerer Zeit noch weiter.

Wenn das Modell bekannt ist, kann der Beitrag von einem Moderator dorthin verschoben werden.

Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
Redakteur
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10.Mar.14 17:55

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Es ist schwierig bis unmöglich, eine genaue und dann auch zutreffende Antwort zu geben, wenn keine präzise Frage gestellt wird und auch alle relevanten Randbedingungen benannt und angegeben werden.

MfG DR

Thomas Brunner
Thomas Brunner
 
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10.Mar.14 20:42

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Meine Herren,

Es ist der Dolly 54201 wie unter 

Dolly 54201

in orange. Also wenn man den in MW durchstimmt ist es vor allem abends eine Pfeiforgie.

Ich habe irgendwie den Eindruck dass da Sender dabei sind die nicht dazugehören, eher kurzwellige Sender. Müsste ich mal mit meinem Messender einkoppeln.
Gerne können sie meine Frage zum Modell verschieben.

Gruss

Thomas Brunner

 

 

 

Hans-Jürgen Neuhaus
Hans-Jürgen Neuhaus
Redakteur
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11.Mar.14 11:10

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... Prinzipiell hat Dietmar Rudolf recht, dass man für eine belastbare Antwort eigentlich eine präzise Frage mit relevanten Randbedingungen benötigt.

Aus meinen Erfahrungen aber kann ich sagen, dass es bei Schwingneigungen wie in diesem Fall für einen Nichtfachmann sehr schwer ist, eine präzise, analytische Fehlerbeschreibung abzugeben.

Daher versuche ich es mal mit Versuch und Irrtum: Aus meiner Erfahrung liegt insbesondere bei Schwingneigungen bei der Senderabstimmung inTransistorradios meistens (!) ein Fehler vor, bei dem die Entkopplung von HF- und/oder ZF-Stufen nur noch unzureichend gegeben ist. Dies führt zu einer unkontrollierten Kopplung zwischen oben genannten Stufen, insbesondere wenn auf einen empfangbaren Sender abgestimmt wird.

Eine häufige Ursache ist eine unzureichende Entkopplung der Gleichspannungsversorgungen einzelner Stufen. Im Dolly 54201 sollten daher folgende Entkopplungsglieder untersucht werden:

  • R36 mit C35 und C39 (Gleichspannungsentkopplung)
  • R15 mit C44 (Siebkette der Regelspannung)
  • C20, C34, C45 (Abblockkondensatoren derFußpunkte von HF-Kreisen)

Verdächtig sind vor allem die Elkos der Entkopplungsglieder. Im 2. Schritt sind dann die Abblockkondensatoren zu überprüfen.

In der Regel reicht es bei der Fehlersuche die Kondensatoren mit einem Kondensator gleichen Typs testweise zu überbrücken. Viel Erfolg!

Thomas Brunner
Thomas Brunner
 
D  Beiträge: 24
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11.Mar.14 11:57

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Die Herren,

Ich bekam per email noch einen Tip von Hr Rudolf D.den ich mir erlaube zu veröffentlichen.
Da sind dann am Wochenende Hausaufgaben angesagt, danke sehr für die vielen Tips.
Sicher kann man die Erfahrungen dann auf die anderen Piepser übertragen.
Eigentlich bin ich gerade auf der SDR Schiene, siehe meine Testberichte
RDR50  und RDR54 von den RDR Modellen die ich gerade angelegt habe,
jedoch freue ich mich über die Mittelwelle solange es die noch gibt.


Gruss

Thomas

 

Hi Thomas

Kann leider nicht im Forum antworten, geht nicht. Schalte im 
Oszillatorteil einmal 10----47 Ohm in Serie zu C31. Das dämpft den 
Oszillator und macht den Mischer etwas unempfindlicher für Oberwellen 
des Oszillators.
Falls ein Oszi zur Verfügung steht: Am Emitter von T6 kann man prüfen, 
ob der Oszillator sauber schwingt oder ev. überschwingt. 100-200 mVpp 
ist ausreichend.
Das ZF Filter F5 ist angezapft ausgeführt. Mit der Streuinduktivität 
kann das auch bei bestimmten Frequenzen Störungen verursachen.

Es könnte aber auch sein, dass die Siebung C35, C39 nicht mehr 
ausreichend ist. Einmal Elco tauschen. Kannst auch für die 
Oszillator/Mischerstufe via 100 Ohm 100 nF eine extra Siebung versuchen.

In der Entwicklung geht man wie folgt vor.:

1.Oszillatorendpunkte abgleichen. Gibt Empfangsbereich.
2. Antennenkreis an 2 Punkten des Empfangsbereich, so ca. 15% von den 
Enden des Empfangsbereiches auf max. Empfindlichkeit trimmen. Geht 
immer, wenn auch iterativ.
3. Empfindlichkeit über den Empfangsbereich messen und aufzeichnen.
4. An etwa 15 Punkten, bei MW, die jeweils max. Empfindlichkeit trimmen 
und aufzeichnen.
5. Zeigt die Kurve, was zunächst nicht zu erwarten ist, zwischen den 
beiden Punkten siehe unter 2. Noch einen weiteren Punkt im 
Empfangsbereich auf, wo die max. Empfindlichkeit auftritt ist alles o.k.
Wenn nicht muss der Padding korrigiert werden.
Hab ich immer iterativ gemacht. Siehe auch meinen Beitrag zu GM4144.
Übrigens, ja höher die Güte des Eingangskreises um höher die Verluste an 
Empfindlichkeit durch Gleichlauffehler.

Wenn möglich bitte veröffentlichen.


Bitte um Info.
-- 
LG Rudi

Dieser Beitrag wurde am 12.Mar.14 12:07 von Thomas Brunner editiert.

Konrad Birkner † 12.08.2014
Konrad Birkner † 12.08.2014
Ratsmitglied
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12.Mar.14 17:01

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Ich kenne das auch von Röhrengeräten. ZF schwingt bzw. hat eine Schwingneigung, die sich mit der Regelspannung ändert.

Ursache: meist war es schlechte oder fehlende Verbindung der Abschirmung eines Filters. Auch bei Röhrengeräten fehlende Röhrenabschirmung (was hier ja nicht zutrifft).

mein Rat: erst mal mit Oszillograph suchen bei stillgelegtem Oszillator. Falls Schwingung der ZF nachweisbar: Masseverbindungen zu den Bechern überprüfen, AVC "kalt" legen.

Viel Erfolg!

  
rmXorg