radiomuseum.org

 

radio-ll: 534 (5-34); Super-Synchrovox

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » radio-ll: 534 (5-34); Super-Synchrovox
           
Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
14.Aug.14 19:34

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Zufällig gelangte ich in den Besitz dieses Modells bzw. es muß sich wohl um die in der Dokumentation erwähnte Version 2 handeln, denn die Bauelemente sind alle etwas anders angeordnet.

Meine Frage geht jedoch in eine andere Richtung:

In einer Zeit, in der kein Zugriff zu US-Röhrenypen bestand, wurde das Modell wohl umgebaut.

Die Heizungsverdrahtung ist seriell geblieben, alle ausgetauschten Fassungen sind Aussenkontakt 8, Röhren sind leider keine mehr bestückt.

Ich nehme an, dass die 25Z5 durch eine CY1, 43 durch eine CL4( zusätzliche Gitterkappe vorhanden), und 78 durch CF3 o.ä.ersetzt wurden.Die Verdrahtung würde dafür passen.  Ausserdem wurde ein Spartrafo abwärts auf 110V und ein Selengleichrichter eingebaut.

Die Sockel für die 6A7 und die 6B7 sind unverändert geblieben.

Meine Frage ist nun: funktioniert das überhaupt? Die US-Typen benötigen 0,3A Heizstrom während die C-Typen mit 0,2A arbeiten. Man muß wohl die einen massiv überheizen und die anderen ebenso massiv unterheizen. Leider ist genau der Vorwiderstand in der Heizungs-Reihenschaltung durchgebrannt, ich kann also nicht mehr feststellen welchen Wert er ursprünglich hatte.

Edit: man könnte natürlich die Heizfäden der C-Typen so 'shunten' dass im Kreis wieder 0,3A für die US-Typen fliessen - das ist aber so nicht gemacht worden.

Überhaupt: lohnt der Aufwand oder sollte ich doch auf Originalbestückung zurückbauen? Die Röhren sind in USA noch relativ günstig zu beschaffen.

This article was edited 16.Aug.14 08:09 by Dietmar Herian .

Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
02.Sep.14 08:39

Count of Thanks: 5
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Nach genauer Untersuchung hat sich herausgestellt, dass das Gerät ein Modell 3678 ist.

Bilder wurden bereits dort hochgeladen.

Bitte dorthin (Modell-ID 62572 ) verschieben. radio_ll_3678.html

Der Beitrag muß komplett überarbeitet  und der neuen Erkenntnis angepaßt werden.

This article was edited 02.Sep.14 13:38 by Dietmar Herian .

Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
12.Jan.15 16:27

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3

Wie angekündigt, habe ich das Gerät wiederhergestellt und zwar auf Basis eines früheren Umbaus wahrscheinlich aus den fünfziger Jahren.

Auch damals schon war das Problem wohl der äußerst selten verwendete Röhrensatz von Tungsram, der wohl auch schon nach dem Krieg nicht mehr ersatzbeschafft werden konnte. Deswegen wurden einige Röhren durch Aussenkontaktröhren ersetzt, original erhalten blieben der Sockel für die MH1118, für die HP1018 und für die HF-Diode D418. Bei dem Gerät waren sämtliche Röhren und die Potentiometer entfernt.

Alle meine Versuche den kompletten Röhrensatz zu beschaffen, scheiterten. Nach wochenlangem Suchen im Netz konnte ich glücklicherweise eine MH1118 in UK und eine HP1018 in Frankreich auftreiben und wenn man schon mal Glück hat, dann gleich richtig: beide waren noch einwandfrei mit guter Emission.

Also war klar: ein Rückrüsten auf den originalen Zustand hat ganz wenig Aussicht auf Erfolg. Daraus resultierte die nächste Herausforderung: durch welche Typen wurden die originalen Röhren ersetzt (Serienheizung mit 0,18A)?

Beim Gleichrichter war das schnell klar, das konnte eigentlich nur CY1 oder CY2 sein - die Verdrahtung deutete auf CY1 hin. Erledigt!

Die Endröhre war auch sehr schnell klar: Gitterkappe und Aussenkontakt muß wohl CL4 sein!

Als ZF-Verstärker kamen mehrere C-Typen als Ersatz für die HP1118 in Frage. Ich entschied mich dann für CF3 weil noch sehr gut beschaffbar.

Bleibt noch die HF-Diode: die D418 war scheinbar so selten, dass sie in keiner Referenzliste auftauchte. Man könnte wohl eine A-Type verwenden, aber dann stimmt die Spannungsreihe im Heizkreis nicht mehr gut. Vom Sockel her passt die BB1  -also besorgen und testen!

Vorher aber noch den Heizstrom in Ordnung bringen. Mein Vorgänger beim Umbau hat es wohl nicht so genau genommen und 0,18A gleich 0,2A gesetzt - also gerade die seltenen Tungsram-Röhren mit 11% überheizt.

Ich habe die 'überschüssigen' 0,02A  bei 10V mit einem 500 Ohm Widerstand parallel zum Heizfaden geshuntet, so dass sowohl die Tungsram- als auch die C-Typen nun korrekten Heizstrom haben.

Allerdings waren immer noch einige Volt in der Spannungsbilanz des Heizkreises übrig, da das Gerät mit 'spartransformierten' 110V betrieben wird. Ich entschloss mich dazu einen Urdox-Widerstand U920P zum Schutz der seltenen Röhren einzusetzen.

Nach Einbau von Ersatzpotis für Klangfrabe und Lautstärke und einer Netzsicherung und den üblichen Messungen kam der grosse Moment: Einschalten.

Nach Beseitigung der üblichen Kleinfehler (1 Kondensator, 1 Widerstand) empfing ich den 'Ortsender' Bayern Plus auf Mittelwelle tadellos.

Erstaunlich für mich war die Qualität der von Radio L.L. eingesetzten Bauteile. Von den vielen Kondenastoren war genau 1 Stück defekt (Isolationswiderstand)  - alle anderen liegen in der Toleranz und funktionieren tadellos, auch die Elkos!

Die Technik der verwendeten Trimmkondensatoren in den Bandfiltern habe ich so auch noch nicht gesehen - das wäre wohl einen eigenen Bericht wert - einfach, ja fast primitiv, aber 100% zuverlässig.

Im Sommer kommt noch das Gehäuse auf den Lackiertisch und dann dürfte wohl wieder mal ein letzter Vertreter seiner Art gerettet sein - denn bisher habe ich in keinem Netz( int., engl. frz, belg. hol, dt.) irgendwelche Informationen gesehen, die auf andere Geräte dieses Typs hinweisen.

Falls jemand noch eine MH1118 oder HP1018 sein eigen nennt aber bereit wäre, diese u.U. abzugeben: ich hätte liebend gerne noch Ersatzröhren bereit liegen!

Eine Frage an die Experten: die BB1 ist ja eigentlich für Gleichstromheizung gedacht, wird hier aber mit Wechselstrom betrieben. Hat das Auswirkungen auf die Funktion oder Lebensdauer?

Funktionell tut sie es momentan einwandfrei!

Steffen Thies
 
Editor
A  Articles: 223
Schem.: 5
Pict.: 20
13.Jan.15 10:03

Count of Thanks: 7
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4

Glückwunsch - solche Detektivarbeit macht auch dem Leser Spaß. Und ein weiteres Radio aus der bunten Landschaft Frankreichs erhalten...

Zu Ihrer Frage: Ich glaube kaum, daß Sie sich Sorgen machen müssen. Wechselstrombetrieb ist für Glühbirnen wesentlich schonender als Gleichstrom, da sich dann die Belastung der Fadenenden durch die Emission und Rest-Ionenstrom gleichverteilt ist. Die Lebensdauer verdoppelt sich ungefähr. Da im Falle des Heizfadens ähnliche Prozesse wirksam werden, würde ich auch hier ähnliches Verhalten erwarten. Ein Hauptproblem bei höheren Heizspannungen ist ja der Leckstrom durch die glühende Keramikisolation, der ebenfalls ionengetragen ist und daher den Faden chemisch gefährdet.

Und schauen Sie mal auf das schöne Bild auf der Röhrenseite. Da heißt es für die Heizspannung "ca." und für den -strom "=". Daraus lese ich nur, daß der Heizstrom einzuhalten ist, während die sich ergebende Spannung größere Toleranz hat, also die übliche Spezifikation für Serienheizung. Ich denke nicht, daß das "ist gleich" als Gleichstrom zu verstehen ist.

Auch wenn diese Röhre für die Geräte der Gleichstromära gedacht ist, möchte ich daher die Angabe der Modellseite hinterfragen. Wer weiß das genau und kann korrigieren oder eine Bemerkung hinzufügen?

Jacob Roschy
Jacob Roschy
Editor
D  Articles: 1664
Schem.: 17
Pict.: 68
20.Jan.15 20:48

Count of Thanks: 5
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5
° 

Hallo Herr Herian,

die ursprünglichen Gleichstromröhren der REN(S)18xx - Serie ab 1931 mit 180 mA Heizstrom hatten noch keine bifilar gewickelten Heizfäden, wodurch Brummspannung induziert wird, wenn man sie mit Wechselstrom heizt.
Für die später (1934) entwickelte BB1 wird dies eher nicht mehr zutreffen, da diese auch oft den Aufdruck „Bi“ = bifilar trägt. Trotzdem wurden Röhren für 180 mA Serienheizung grundsätzlich nur als Röhren mit Gleichstromheizung geführt.

Eine Ersatzlösung für die D418 wäre auch mittels einer EA50 möglich, die man z. B. in eine ausgehöhlte AB1 einbauen könnte, natürlich mit Shunt für die Heizung.

Zur Schonung der seltenen MH1118 käme eine 12A8G/GT in Frage, wie auch für die HP1018 eine 12K7G/GT, beide umgesockelt oder über Adapter und natürlich mit Heizungs- Shunt.

M. f. G.  J. R.
 

Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
21.Jan.15 18:47

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6

Vielen Dank an beide Ratgeber!

Die Röhren werde ich mir in jedem Fall besorgen und vorbereiten. Sollte ich den 3678 mal im Dauereinsatz betreiben, dann werde ich vorher die Ersatzröhren einwechseln. Sogar die Spannungsbilanz im Heizkreis stimmt wieder - statt 3x10V nun 2x12V+6,3V.

Georg Beckmann
Georg Beckmann
Editor
D  Articles: 421
Schem.: 15
Pict.: 3
22.Jan.15 08:33

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7

Eine Frage zum Namen:

Ich habe mir die Schaltung angesehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich um einen konventionelle Superhetschaltung, die erste Röhre ein Mischer mit Oszillator, die zweite Stufe ZF, dann der Gleichricher ( Spitzengleichrichter ) und eine Regelspannungserzeugen, gefolgt vom NF Verstärker.

Muss man hinter dem Namen Synchro  etwas suchen oder war das nur ein schöner Name ?

 

MFG

 

Georg Beckmann

Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
15.Feb.15 09:19

Count of Thanks: 5
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8

Hallo Herr Beckmann,

entschuldigen Sie die späte Antwort, aber ich hatte die Chance an zusätzliche Informationen aus Radio L.L. -Prospekten zu kommen und wollte das abwarten.

Ich habe verschiedene Beschreibungen und Schaltpläne studiert und finde weder im Text Hinweise noch in den Plänen eine Gemeinsamkeit dieser Modelle. Da die Produktnamen oft 'Syncro' enthalten ( Syncrovox, Syncrodyne') war es wohl nur frühes 'Marketing' wegen des Wiedererkennungseffektes und hat suggeriert, da wären noch geheimnisvolle Techniken enthalten.

Nun bin ich sicher nicht der 'grosse Schaltbild-Analysator', aber ich denke, dass mir zumindest eine solche Einrichtung aufgefallen wäre, was immer auch synchronisiert werden sollte ( Syncrovox= Klangfarbe?; Syncrodyne= Abstimmung?).

Mitunter tritt dieser Marketingeffekt ja auch bei bekannten deutschen Herstellern auf, wo aus einem einfachen Kondensator eine 'exklusive Weltneuheit' wurde!

Dietmar Herian
 
 
D  Articles: 114
Schem.:
Pict.: 512
17.Mar.20 20:11
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9

Heute ist sie eingetroffen: nach fast 5 Jahren Wartezeit kam in Frankreich ein Stück D418 aus einem Langzeitlager zum Vorschein und geht nach Messung sofort in dieses Gerät ein. Damit ist der Tungsram-Röhrensatz nun komplett.

Mark Hippenstiel
Mark Hippenstiel
Moderator
D  Articles: 1185
Schem.: 2917
Pict.: 14880
21.Mar.20 02:09
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10

Grüss Sie Herr Beckmann,

Zum Ursprung des Namens: die ersten Synchrodyne-Modelle sind bereits 1926 erschienen. Sie brachten die "réglage unique" bzw. Einknopf-Abstimmung, bei der die Abstimmung des Oszillators und des Vorkreises eben mit einem Knopf "synchronisiert" waren.

Parallel dazu findet sind aber auch noch bis ca. 1930 die Zwei-Knopf-Abstimmung, z.B. beim Super-Six.

Der Name bezeichnet also zumindest ursprünglich ein "Feature" - aber keine spezielle Schaltung wie das bei Tropadyne, Strobodyne und dergl. der Fall war.

Als solches wurde es auch beworben. Von "geheimnisvollen Techniken" kann also nicht die Rede sein. Der Hersteller hat schlicht den doch klangvollen Namen in Abwandlungen bis in die 1960er Jahre beibehalten, man könnte sogar sagen nicht zu unrecht.

MfG
Mark Hippenstiel

  
rmXorg