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Radio Schnauder, Leipzig - Wer weiß etwas über diese Firma?

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Eilert Menke
 
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Kürzlich habe ich via ebay.de eine "Antennenhexe" obiger Firma ersteigert. Es handelt sich um eine auf L-M-K getrennt abstimmbare, magnetische Aktivantenne mit eingebautem Netzteil. Verstärkt wird mit einer EF80; Baujahr Mitte der 50er. Die Antenne macht einen professionellen - nicht selbstgebastelten - Eindruck. Das glockenförmige Verstärkergehäuse besteht aus grün-schwarzem Bakelit und scheint speziell für diesen Zweck hergestellt worden zu sein. Daher vermute ich, daß zumindest eine Kleinserie der "Hexe" handwerklich aufgelegt wurde. Da ich über den Hersteller bisher nirgendwo Informationen auftreiben konnte, frage ich jetzt hier nach. Vielleicht läßt sich ja auf diesem Wege eine Firmengeschichte rekonstruieren?

Vielen Dank im voraus!

This article was edited 20.Apr.04 08:57 by Eilert Menke .

Georg Schön
 
 
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20.Jun.03 16:06

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Hallo Hr. Menke,

Dies Gerät erinnert an die Peilrahmen alter Zeiten, vor allem

im Schiffsfunk gebräuchlich.

Da ich solche Rahmen bislang nur von Bildern kenne, frage ich mich

schon lange, wieviele Windungen man mit welcher Technik in diese

Rohre hineinbekam. Oder sind das nur zugebördelte Umhüllungen?

Dazu wäre ein Blick unter den runden Deckel obendrauf vielleicht

hilfreich.... 

Viele Grüße,

Georg Schön

 

Eilert Menke
 
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20.Jun.03 16:53

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Nein nein, Herr Schön, dieses Mal nicht - die "Hexe" wird nicht geöffnet! Im Innern gibt es außer einem kleinen Netzteil und der EF80 inkl. der Peripherie nichts weiter zu sehen. Die "Loop" hat zwei Windungen aus ca. 8 mm dickem Alu-Draht (kein Rohr), überzogen mit einem goldfarbenem Kunststoffschlauch. Der Ringdurchmesser beträgt ca. 28 cm. Die Schaltung kann ich hier leider nicht reproduzieren.

Natürlich kann man sich auch eine Ringantenne z.B. aus einem Stück herkömmlichen Cu-Installationsrohr des Sanitärbedarfs (DN 20 oder 25) anfertigen, in dessen Inneren einige Windungen (5 bis 15, experimentell ermitteln) isolierten Schaltdrahtes untergebracht sind. Am Fuße dieser Spule schalten Sie dann einen herkömmlichen 500 pF Rundfunkdrehko (dient der Resonanzeinstellung) parallel. Von dort gehen zwei Leitungen an den Antennen- und Erdanschluß des Rundfunkgerätes. So eine passive Magnetantenne für Mittel- und Langwelle ist hochselektiv, sehr richtungsempfindlich und bei weitem wirkungsvoller als ein herkömmlicher Ferritstab. Der Cu-Ring (Durchmesser ca. 30 bis 60 cm) dient als elektrostatische Abschirmung, er darf an seinen Enden nicht verbunden werden, da die Antenne dann nicht funktioniert.

This article was edited 20.Apr.04 09:00 by Eilert Menke .

Georg Schön
 
 
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21.Jun.03 11:48

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Hallo Hr. Menke,
haben sie Angst, daß in diesem Muggle-Artefakt
doch etwas "Magic Power" versteckt ist? :=))

Der Rahmen hat also nur zwei Windungen und ist nicht
geschirmt. Schade.
Aber Ihr Vorschlag, ein vieladriges Kabel in ein
Cu-Rohr einzuziehen, klingt gut.
Das kommt auf meine Projekt-Liste.


Beste Grüße
Georg Schön

This article was edited 21.Jun.03 18:02 by Georg Schön .

Eilert Menke
 
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21.Jun.03 14:33

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Vielen Dank für Ihr Interesse, Herr Schön! Ich habe die obige "Bauanleitung" editiert, damit keine Mißverständnisse auftreten.

Abschließend nochmals die Frage an alle: Wer weiß etwas über die Firma Radio Schnauder in Leipzig?

Schöne Wochenendgrüße

E. Menke

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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Hallo,

- über die Firma Radio Schnauder kann ich leider auch nichts sagen, außer, dass m. E. solche Ring- oder Loop- Antennen dieser Bauart in Deutschland eher selten anzutreffen sind - ganz im Gegensatz zur deren weiten Verbreitung in Frankreich und daher zur entsprechenden Zeit auch hier im Saarland.

Zur Technik:

Die eigentliche Antenne (C) besteht meistens aus einer oder zwei Windungen massiven Alu-Drahtes. Weil dadurch die Impedanz dieser Antenne bei Mittelwelle (PO) sehr nieder ist, wird sie mit einem HF-Transformator heraufgesetzt, welcher aus der Eingangswicklung L1 mit nur wenigen Windungen dicken Drahtes besteht und der Wicklung L2 mit hoher Impedanz, welche mit dem Drehko Cv einen Schwingkreis bildet und zum Gitter der HF-Verstärkerröhre führt.

Für Langwelle (GO) sind L3 und L4 zuständig, nur bei KW (OC) wird der Ring direkt zur Röhre geführt. An der Anode der Röhre wird das verstärkte Signal abgegriffen und der Antennenbuchse (A) des Empfängers zugeführt und die Schaltungsmasse zur Erdbuchse (T), wie im Beispiel dieser französischen Schaltung zu sehen ist.

Die Leistung dieser Aktiv- Antennen ist erstaunlich, reicht jedoch nicht an die einer guten Langdraht- Hochantenne heran. Beim Empfang einer schwachen Station ist das Signal merklich leiser und der Rauschanteil ebenso deutlich größer. Das Sprichwort: "eine gute Antenne ist immer der beste HF- Verstärker" gilt also auch hier.

Auch die Bedienung ist nicht ganz einfach: Bei Senderwechsel muss jeweils auch der Drehko an dieser Antenne neu abgestimmt werden, wie auch der Wellenbereich und der Ring ist in die Richtung des neuen Senders zu drehen. Dafür hat man die Möglichkeit, einen Störsender auszublenden, am besten, wenn dessen Richtung um 90° versetzt zum Nutzsender liegt.

Außer den Aktiv- Antennen mit eingebautem Netzteil gab es sehr viele, die über den Empfänger gespeist wurden. Hierzu hatten diese einen Adapter, der zwischen Endröhre und Fassung gesteckt wurde und dabei die Anoden- und Heizspannung abgriff.

Vor Kurzem war in einem französischen Forum genau dieses Thema. Auch wenn man die Sprache nicht versteht (wie ich), lohnt sich alleine das Ansehen der Bilder:

http://forum.retro-phonia.com/read.php?f=12&i=8489&t=8452

Beste Grüße

J.R.

This article was edited 23.Jun.03 21:26 by Jacob Roschy .

Michael Seiffert
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Hallo Herr Schön!

Ich bin auch im Besitz der ominösen Antennenhexe und habe sie mal für Sie geöffnet. Aber wie schon gesagt, viel ist da nicht zu sehen.

Um die Firma werde ich mich mal kümmern, bin gebürtiger Leipziger, kann aber aus dem Stand auch nichts dazu sagen. Ich werde mal ein paar alte Elektro-bzw. Radiohändler aus der Zeit kontaktieren, insoweit sie noch auffindbar sind. Die müssten doch die Firma kennen. Ich selbst bin wohl zu jung (Baujahr 1955).

Zu der Hexe kann ich nur sagen, gemessen an der geringen Antennenfläche funktioniert sie erstaunlich gut. Der eine Widerstand im Netzteil (Zement) ist nicht orginal, das Sieb-C war gekommen und hatte wie üblich den Vorwiderstand hinterhergezogen. Den Kondensator habe ich wieder neu "befüllt", aber den recht knapp bemessenen Kohleschichtwiderstand dann doch auf nummer sicher gegen den Zement getauscht.

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Georg Schön
 
 
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01.Jul.03 17:36

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Hallo Hr. Seiffert,

vielen Dank für die Bilder. Ich hatte die Vorstellung, daß da

dutzende von Windungen in dem Rahmenrohr versteckt sind,

daher meine Neugier.

Diese Art von Rahmen ist in ihrer Leisung bezüglich Richtungsselektivität

doch sehr beschränkt, nicht besser als eine Ferritantenne.

Vor allem Abends, wenn man die Selektivität zum Ausblenden von

unerwünschten Sendern brauchen könnte, haben die starke Peilschwankungen.

Die abgeschirmten Rahmen von Peilempfängern waren etwas besser,

deren Innnenleben würde ich gern mal sehen.

Aber immerhin, es ist schon mal interessant zu wissen, daß man mit zwei Windungen

selbst Langwelle "kann".

viele Grüße,

Georg Schön

 

  
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