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hornyphon: Reparaturbericht

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Vinzenz Fest
Vinzenz Fest
 
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28.Jul.21 12:23

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Reparaturbericht

Ich habe gestern ein sehr schönes Hornyphon Televista 48 Fernsehgerät bekommen.
Dieses wies die typischen defekte eines Mitte 60er gebauten Horny/Philips aus Gerätes, österreichischer Fertigung, auf.
Deshalb denke ich, dass dieser Bericht lehrreich für andere sein könnte die ein solches Gerät reparieren wollen.

Am Anfang habe ich gedacht: „Ich steck ihn einfach mal an, und schau was sich tut!“ und beobachtete, ob die Röhren heizen. Das war ein Fehler, denn der Kondensator C2 hatte einen Schluss. Daran habe ich nicht mehr gedacht, obwohl ich diese Philips Geräte sehr gut kenne.
Dadurch brannte die Zeilenendröhre und die Sicherung Z1 unweigerlich durch. Die Lehre daraus ist, dass man alte Philips Fernsehgeräte nie einfach zum Testen anstecken soll ohne die zwei dicken Teerkondensatoren in den Halteschellen zu tauschen. Beim anderen Teerkondensator ist mir nicht ganz klar wo dieser in der Schaltung ist. Auf jeden Fall darfdieser nicht zu groß sein. Ich habe anfangs, weil ich den Wert nicht lesen konnte, 0,15uF verwendet. Es funktionieren hier 0,047uF. Es hat etwas mit der V-Ablenkung zu tun. (C109 ?)

Auch immer zu tauschen ist der Boosterkondensator C150. Es ist dies ein Öl-Papierkondensator der zwar anfangs keine Probleme macht, aber nach ein bis zwei Stunden Betrieb zu kochen beginnt, und die Zeilenendstufe lahm legt. Wenn man dann nicht bald abdreht, wird die PY88 überlastet überhitzt, und springt oder wird anderweitig defekt. Dieser Öl-Papierkondensator ist  immer zu tauschen. Man kann ihn durch einen Folienkondensator ersetzen, der Wert ist relativ unkritisch. Es ist die Bildbreite davon abhängig.

Als ich den Zeilenkäfig öffnete, fiel mir sofort die DY87 auf. Der weiß gewordene Getter war ein untrügliches Zeichen, dass sie Luft gezogen hatte. Ich ersetzte sie durch eine DY86. Es würden auch DY802 oder andere Hochspannungsgleichrichterröhren funktionieren. Was immer man gerade da hat. (Sockelschaltung beachten)

Als ich die PL500 durch eine PL504 und die DY87 durch eine DY86 und die Sicherung Z1 ersetzt hatte, setzte ich das Gerät wieder unter Strom. Die Röhren heizten nicht. Nach einigen herum Messen stellte ich fest, dass die Röhre B20 (PCL85) fehlte. Nach dem ich hier eine PCL805 einsetzte heizte das Gerät wieder.
Ein schiefer Strich war auf dem Bildschirm zu sehen. Die Ablenkeinheit der Bildröhre hatte sich gelockert und war verrutscht. Sowohl in der Lage als auch in der Höhe. Dies ließ sich leicht wieder korrigieren. Man sollte die Helligkeit so weit reduzieren, dass die Bildröhre keinen Schaden nimmt.
Dach wechselte ich die Elkos C179 und C181 auf Verdacht. Ohne Erfolg. Nach dem ich dann mit dem Oszilloskop (Trenntrafo verwenden!) festgestellt hatte, das der Bild-Oszillator sehr wohl schwang, war ich kurz ratlos. Zum Glück habe ich dann den Teerkondensator gegen einen kleineren gewechselt. Es war ein Bild mit zu geringer Höhe war das Resultat. Nach einigen herum messen, habe ich zu R199 68kOhm hinzugefügt. Das Bild ließ sich wieder auf volle Höhe einstellen.


Das Gerät funktioniert jetzt wieder zur vollsten Zufriedenheit.

Ein kleines aber typisches Problem von Philips Fernsehern sind die verrosteten Rückwand schrauben. Bei meinem Gerät waren sie derart festgerostet, dass mir nichts mehr übrig blieb, als sie ab zu drehen. Einen großen Schraubenzieher verwenden!

This article was edited 28.Jul.21 20:37 by Vinzenz Fest .

  
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