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Replikate von Bedienungsknöpfen aus Giessharz

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Hans-Georg Schirmer
Hans-Georg Schirmer
 
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15.Aug.07 22:29

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Hallo allerseits,

zu dem in verschiedenen Foren reichlich abgehandelten Thema der Replikat-Herstellung wende ich mich gezielt an die Kollegen mit Giessharz-Erfahrungen.

Mein Problem: Nach dem Aushärten und Erkalten des Harzes förderte ich bisher nur zum Teil verunstaltete "Giesslinge"  ans Tageslicht. In den Arbeitsgängen zuvor hatte ich zunächst gut gelungene Silikon-Kautschuk-Formen herstellen können und diese auch nach den Herstellerangaben mit Trennmittel behandelt. Den Härter des Harzes habe ich in verschiedenen Versuchen zwischen der oberen und unteren Mengentoleranzgrenze dosiert und all das bei vorgeschriebenen Umgebungstemperaturen. Aus der Form kamen aber missgestaltete Duplikate, die zumindest an einer Stelle der Oberfläche zu einem völlig formlosen Gebilde ausgehärtet waren. Die ursprünglichen Riefen des Bedienungsknopfes waren nicht mehr zu erkennen.

Die Möglichkeit, den Giessling zeitlich versetzt in mehreren Schichten zu giessen, um die Wärmeentwicklung zu begrenzen, hatte ich bereits erwogen, aber verworfen, da es mir nicht möglich erschien, das glasklare Harz  mit Abtönfarben ein zweites und drittes Mal exakt  dem ersten Teilguss entsprechend einzufärben. Andererseits ist auch die Masse eines (hier VE301) Bedienungsknopfes nach meinem Empfinden nicht so gross, dass der exotherme Vorgang des Aushärtens eben diesen Vorgang stören könnte. Sehe ich das falsch?

Wer weiss Rat?

Herzliche Grüsse, Hans-Georg

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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15.Aug.07 23:24

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Giesharze schrumpfen beim Aushärten. Sie erfordern daher Füllstoffe. Eingesetzt werden Quarzmehl, Gesteinsmehle, Bimsmehl oder Aluminiumhydroxid. Ich benutze meistens um 50 % Quarzmehl. Man kann je nach Viskosität des Harzes auch mehr einsetzen. Der Füllstoff wird in das Harz vor Zugabe des Härters eingerührt. Das Harz läßt man einige Zeit zur Entfernung der Luftblasen stehen, das geht am besten wenn man das Harz leicht erwärmt (ca. 50 °C).

Der Aushärteprozess ist anschließend nicht so exotherm und die Abbildegenauigkeit ist 100 % ig. Es gibt allerdings auch Füllstoffe, die die Aktivität des Härters beeinträchtigen, das muß man entsprechend ausprobieren. Auch muß die Körnung des Füllstoffes sehr fein sein (z.B. wie Bimsmehl, das man im Baumarkt zum Polieren erhält), da ansonsten die Oberfläche des Gieslings rauh wird.

Rüdiger Walz

Gerhard Heigl
Gerhard Heigl
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16.Aug.07 17:05

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Guten Tag Herr Schirmer.
Meiner Meinung verwenden Sie ungeeignetes Harz. Bleiben wir beim VE-Drehknopf. Durch seine geringe Grösse besteht kaum Gefahr einer Überhitzung während des Aushärtens. Überhitzung kann durch zuviel Härter oder auch Beschleuniger zustande kommen. Sie sprechen von Trennmittel bei der Silikonkautschukform. Trennmittel ist bei diesen Formen nicht notwendig und eventuell sogar schädlich. Die Form muss trocken und sauber sein. Alle meine Replikas die ich gegossen habe, wurden ohne Füllstoffe gegossen, die Schrumpfung ist bei einem guten Harz minimal. Zum Einfärben habe ich handelsübliche Abtönpasten verwendet. Diese Abtönpasten werden in geringer Dosierung verwendet, dass man sie nicht als Füllstoff bezeichnen kann. Klebrige Oberflächen nach dem Härten können mit Aceton beseitigt werden. Die Silikonkautschukform kann, wenn notwendig, ebenfalls mit Aceton gereinigt werden.
Hans-Georg Schirmer
Hans-Georg Schirmer
 
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22.Aug.07 00:33

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Hallo, Herr Walz, Herr Heigl,

herzlichen Dank für Ihre Tips und Anregungen. Ich werde in Kürze neue Versuche starten und sehe nach Ihren Beiträgen dem Ergebnis wieder optimistischer entgegen.

Gruss, Hans-Georg Schirmer

Ernst Erb
Ernst Erb
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22.Aug.07 09:09

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Ab Seite 308 hatte ich das Herstellen von Gssformen in den 80er Jahren in "Radios von gestern" auf ca. 4 Seiten detailliert erklärt. Um Luftblasen zu verhindern hatte ich damals eine Vorkehrung mit Staubsauger vorgeschlagen, bin aber später auf eine billige Wasserstrahl-Saugpumpe übergegangen. Die Resultate waren perfekt.

Mich würde interessieren, ob jemand damit Erfahrungen gemacht hat. Wahrscheinlch gibt es heute noch bessere Materialien  - und bessere Verfahren? Ein Vergleich oder eine Ergänzung hier würden mich freuen.

Gerade sehe ich aber, dass ich den Text ja im Jahr 2003 hier auch gebracht habe - unter dem Titel Schilder - Knöpfe - Rückwände - Skalen - Stoffe  - Lautsprecher. Zumindest Gerhard Heigl hat ihn sogar gelesen und mustergültig erweitert, wie ich mit Eingabe in den SEARCH der Worte "knöpfe giessen" gerade ersehe - mit Titel Drehknöpfe selbst gefertigt. Also wären weitere Ergänzungen dort besser - wir sollten nicht neue Baustellen auftun.

Wenn jemand über behandelte Themen Neues beginnt, sollte er bitte gute Beiträge aus UNSEREM Forum verlinken, damit man weiss, was er/sie weiss und damit wir nicht immer wieder das Gleiche schreiben ...
Vor allen Dingen kann dann ein Neueinsteiger gerade ersehen, was Sache ist.

Wir wollen nicht möglichst viele Beiträge - schon gar nicht über das selbe Thema, sondern möglichst gute - oder weiter führende!

This article was edited 22.Aug.07 09:14 by Ernst Erb .

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