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Restauration von Radiochassis

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Michael Ritter
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21.Dec.07 17:42

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Hallo Forumfreunde,

ich sehe immer wieder bei ebay angebotene Radios mit so unwahrscheinlich blanken Unter- und Oberseiten inkl. aller Leirungen und Aufbauten, daß ich mich frage, womit außer mit Ultraschall man diese unglaubliche Reinheit hinbekommt.

Ich bin selbst bei der Restauration aller meiner Radios "Saubermann " mit Pinseln, Reinigern; was eben so dazugehört.Bei diesen o.g. Ansichten muß ich jedoch passen oder ist es einfach nur eine Frage von Wochen an Zeiteinsatz, die dazu führen ? Bei mir dauert eine durchschnittliche Reinigung 8 Stunden, bis ich zufrieden bin.

Wer hat andere hilfreiche Erfahrungen ?

 

Rolf Nickel
Rolf Nickel
 
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21.Dec.07 19:53

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Lieber Herr Ritter,

das habe ich mich auch schon oft gefragt, weil ich ähnlich wie Sie vorgehe und das Ergebnis trotzdem zu wünschen übrig lässt. Bin schon mit Silber- oder Goldfarbe beigegangen, um Rostflächen u. ä. zu kaschieren. Mittlerweile habe ich jedoch festgestellt, dass es auch an der Verkleinerung durch das Fotografieren liegen könnte. Ich habe einfach mal eine ungereinigte alte "Gurke" abgelichtet und festgestellt, das das Ergebnis bei weitem nicht so schlecht ist wie man eigentlich erwarten sollte. Sehen Sie sich das Foto an ! Gar nicht so übel, aber das Ding ist in Wahrheit mit "Küchenschleim" überzogen. Die Überraschung ist dann um so größer, wenn man ein solches Gerät ersteigert hat, es auspackt und die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, weil man durch schöne Fotos "an der Nase herumgeführt" wurde. Ich denke, die kochen alle nur mit Wasser. Vielleicht kann Herr Amend etwas dazu sagen, dessen restaurierte Geräte sehen immer "wie aus dem Ei gepellt" aus. Bitte nicht falsch verstehen - ich meine das ganz ernst !

Mit freundlichem Gruß
Rolf Nickel
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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22.Dec.07 08:55

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Ich versuche natürlich auch mit diesen Methoden, die Geräte innen so sauber wie möglich zu bekommen. Kleine Roststippen verschwinden meist, wenn man das Blech ganz leicht mit einem modernen leichtflüssigen Schmiermittel abreibt (kein silikonhaltiges !). Das schütz auch vor weiterem Rosten.

Wenn die Chassis zu sehr verrostet sind, greife ich zu härteren Mitteln, die aber nur bei alten Geräten praktikabel sind, da die neuen Geräte zu komplex sind. Das Chassis so weit wie möglich demontieren. Was nicht zu demontieren geht, sauber abkleben. Dann so gut wie möglich entrosten z.B. mit Stahlwolle. Die so gereinigte Oberfläche entfetten und mit Zink-Alu-Spray neu lackieren.

Als Beispiel hier das Chassis eines Lumophon W23. Ich gebe zu, dass das hier schon leicht überrestauriert ist, aber neu lackieren ist nun mal neu. Man muss das jedesmal wieder für sich entscheiden. (Die Moderatoren mögen die großen Bilder entschuldigen, aber sonst kommt der Unterschied nicht so zur Geltung).

  vorher

  nachher

Die Meinung von Herrn Nickel zu der Aussagekraft von Fotos kann ich nur bestätigen. Meist sieht das alles besser aus als in der Realität.

Hans-Dieter Haase

 

This article was edited 22.Dec.07 09:12 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

Rolf Nickel
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22.Dec.07 09:48

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Lieber Herr Haase,

zunächst ein großes Lob ! So schön hat das Gerät wahrscheinlich noch nie ausgesehen. Aber wenn man schon ohnehin alles auseinandernehmen muss, dann sollte man die Gelegenheit wahrnehmen. Ob überrestauriert oder nicht, das ist Ihre persönliche Entscheidung.
Die Anwendung von Lackspray ist jedoch nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Unannehmlichkeiten und der im Lack enthaltenen Metallpartikel (Kurzschlußgefahr) nur nach vollständiger Demontage bzw. Abkleben aller Teile  möglich.
Wer das nicht kann oder möchte, dem kann ich nur den Rat geben, "punktuell" oder "flickenteppichhaft" vorzugehen : mit Tuschepinsel, Wattestäbchen und gutem Lack. Es gibt Miniaturwerkzeuge für den Modellbau, siehe Bild. Die große Schaumstoffrolle dient zum Größenvergleich.



Wichtig ist neben der Entfernung von Rost, soweit möglich, vorheriges Aufrauhen. Danach immer wieder den Staubsauger ansetzen. Und dann das Entscheidende: Entfetten ! Erst mit Spiritus, dann mit "Nitro-Verdünner" . Auf diese Weise habe ich Schritt für Schritt das Chassis eines großen Empfängers in Ordnung gebracht, und das im Wohnzimmer !

This article was edited 22.Dec.07 09:50 by Rolf Nickel .

Jochen Amend
Jochen Amend
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23.Dec.07 10:38

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5 Hallo zusammen,

das wichtigste hier in diesem Thread ist zunächst einmal die Aussage von Ihnen, lieber Herr Nickel, dass es auf einem verkleinerten Bild erst mal wesentlich besser aussieht als in Natura. Das isteinfach Fakt.

Beim Reinigen gebe ich mir schon Mühe, habe aber auch keine Wundermittelchen parat.
1) Pinsel und Staubsauger um den groben Staub zu entfernen.
2) Pinsel, heisses Wasser und Quick 'n' Brite um festsitzenden Schmutz zu lösen (Vorsichtig einschäumen)
3) Wattestäbchen und Küchentücher zum Nachputzen und Trocknen.
mehr mache ich auch nicht. Der Restschmutz wir durch die Fotolinse gefiltert. :O)

Eines muss ich jedoch noch hinzufügen...
Ich bekam einmal einen Grundig, der vermutlich von seiner ersten Stunde an bis zur Entsorgung in einer Kneipe stand. Der Schmutzfilm war so dick, schmierig und stinkend, (Staub, Fett, Nikotin u.s.w.)  dass ich eigentlich lediglich nur die Röhren zupfen und den Rest schnell wieder los werden wollte. Andererseits, so dachte ich mir, kann ich an diesem Radio einmal versuchen, wie weit Reinigungsmaßnahmen gehen können. Also ging ich mit extrem viel Quick 'n' Brite Schaum und einer alten Munddusche rücksichtslos über alles drüber. Inklusive Bandfilter, Trafo und Fassungen. Auch unter dem Chassis hab ich kräftig abgeduscht. Es war eine ekelhafte Brühe die herunterlief, weshalb sowas auch nur im Freien geht.
Nach zwei Wochen Trocknung im Heizungskeller (zuvor natürlich das Wasser ausblasen und grob trocknen) konnte ich dem Gerät schon wieder Töne entlocken. Nach der üblichen Kondensatorenkur und Reinigung aller Kontakte, spielte das Gerät wieder prima und tut dieses auch heute noch.
ABER: da waren für mein Dafürhalten 95% Glück im Spiel. Auf keinen Fall kann ich dieses Vorgehen zur Nachahmung empfehlen!!!


VORHER:




NACHHER:


Beste Grüße und allen ein friedliches Weihnachtsfest,
Jochen
Werner Hauf
Werner Hauf
 
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23.Dec.07 12:21

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Zum Entfetten eignet sich ganz hervorragend ein BREMSENREINIGER. Diesen gibt es im KFZ-Zubehörhandel. Es ist eine Spraydose. Die Autowerkstätten verwenden diesen Bremsenreiniger zum Entfetten von neuen Bremsscheiben. Einfach einsprühen und alles läuft runter, man muß nichts mehr abreiben. Das Zeug trocknet auch sehr schnell. Ich habe damit die besten Erfahrungen gemacht. Nitroverdünnung ist gefährlich, weil es Kunststoff angreifenn kann.

Werner Hauf

  
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