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Röhren mit 2 Katodenstiften

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Papers » Basic principles of radio technique » Röhren mit 2 Katodenstiften
           
Dietmar Rudolph
Dietmar Rudolph
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06.Sep.10 15:09
 
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Bei den Röhren für Hochfrequenzverstärkung (z.B. EF80, EF85) gibt es einige, die 2 Pins für den Katoden-Anschluß haben. Eine Erklärung für die Notwendigkeit von zwei Anschlüssen für die Katode findet man z.B. in "Rothe, H. (Hrsg.): Die Telefunken-Röhre im UKW-Empfänger, Teil 3, Franzis, 1953"

Die Telefunken-Röhre im UKW-Empfänger, Franzis-Verlag 1953 S. 34 - 35
 
V. Rückopplungen in einer Zf-Stufe

a) Leitungsverkopplung

Die [auf Seite 20 und 23] errechneten Verstärkungswerte lassen sich häufig nicht ohne Schwierigkeiten erreichen, wenn Ausgang und Eingang miteinander gekoppelt sind. Derartige Rückkopplungen können einmal durch ungünstigen Schaltungsaufbau oder durch Verkopplungen innerhalb der Röhre verursacht sein. Je nach dem, ob durch die Rückkopplung die Verstärkung vergrößert oder verkleinert wird, sprechen wir von Mit- oder Gegenkopplung. Wird die Mitkopplung zu groß, so tritt Selbsterregung ein. Aber auch bei großer Gegenkopplung besteht insofern Selbsterregungsgefahr, als für eine weit von der Resonanzfrequenz abliegende Frequenz die Phasendrehungen in den ZF-Kreisen schon so groß sind, daß aus der Gegenkopplung bei Resonanz eine Mitkopplung wird. Wenn dann für diese Frequenzen die Stufenverstärkung und der Rückkopplungsfaktor K noch so groß sind, daß das Produkt K * V sich dem Wert 1 nähert, besteht Selbsterregungsgefahr. Ist die Rückkopplungsspannung nicht genau gleich- oder gegenphasig zur Eingangsspannung, so sprechen wir von einer phasenunreinen Rückkopplung. Der Phasenfehler bewirkt eine Verstimmung der Bandfilterkreise, die sich in einer Unsymmetrie der Bandfilterkurve bemerkbar macht.

Wenn wir von Verkopplungen absehen, die von unzweckmäßigem Schaltungsaufbau mit ungenügender Abschirmung von Eingang und Ausgang einer Stufe herrühren, so kommt als Ursache für Rückkopplungen eine Verkopplung durch die Röhre selbst in Frage. Wesentlich sind dabei erstens Verkopplungen durch die Zuleitungen zu den Elektroden in der Röhre und zweitens die Gitter-Anoden-Kapazität der Röhre. Man sollte insbesondere darauf achten, daß die Zuleitung zum Schirmgitter möglichst kurz gehalten wird und die Induktivität des Schirmgitter-Kondensators so klein ist, daß er bei der ZF von 10,7 MHz noch einen hinreichend kleinen Scheinwiderstand besitzt. Auch durch die Induktivität der Katodenzuführung kann eine Verkopplung zwischen Eingang und Ausgang einer Stufe auftreten. Sie spielt zwar beim ZF-Verstärker eine geringere Rolle als beim UKW-Hochfrequenzverstärker, weil die Frequenz niedriger ist und daher der Scheinwiderstand des Koppelgliedes ωLk nicht so groß ist. Trotzdem sollte man bei den modernen steilen Verstärkerröhren EF 80 und EF 85 auch auf der Zwischenfrequenz den Vorteil der doppelten Katodenzuleitung ausnutzen und den Gitterkreis über die eine und den Anodenkreis über die andere Zuleitung nach der Katode anschließen. Als Koppelglied wirkt dann nur noch die Induktivität des Katodenröhrchens selbst und nicht die um ein Vielfaches größere Induktivität der Zuleitungen. Wie wir oben schon behandelt haben, stellen die Röhenkapazitäten einen nicht unerheblichen Teil der gesamten Schwingkreiskapazität dar, wobei die Eingangskapazität der Röhre sich aus der Gitter/Katoden- + Gitter/Schirmgitter-Kapazität zusammensetzt und die Ausgangskapazität aus der Anoden/Fanggitter- und Anoden/Katoden-Kapazität besteht. (Dabei ist als „Katode“ nicht nur das Katodenröhrchen selbst, sondern es sind auch die mit diesem verbundenen Abschirmbleche zu verstehen). Es ist also zweckmäßig, das Fanggitter an die eine und den Schirmgitter-Kondensator an die andere Katodenausführung anzuschließen (Bild 16).

Als Ergänzung zu dieser Themenstellung folgen hier noch Grafiken aus "Springstein, K-A.: Einführung in die Kurzwellen- und Ultrakurzwellen-Empfänger-Praxis, FV Leipzig, 1952", wo im Kapitel 12 "Ultrakurzwellen(UKW)-Empfänger" im Abschnitt 12.1 "Die UKW-Verstärkung" die Problematik ausführlich behandelt wird (S.342 - 353). [Der Einfluß der Abschirmung in der Röhre und damit der günstigere Anschluß für den Schirmgitter-Kondensator wurde dabei nicht berücksichtigt.]

PDF Scan Springstein, Kap. 12.1 Die UKW-Verstärkung. (2,6MB)

MfG DR

  
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