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Röhrenherstellung: Informationen zur Entgasung

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Forum » Valves / tubes - Semiconductors » Valves / Tubes; practical use and procurement » Röhrenherstellung: Informationen zur Entgasung
           
Patrik Schindler
Patrik Schindler
 
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14.Jun.09 19:16

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Ich habe auch nach etwas umfangreicherer Recherche keine Informationen im Netz zum Thema Vakuumentgasung von Röhren gefunden.

Konkret interessiert mich, mit welchen Frequenzen, Leistungen und ggfs. Vorrichtungen (HF-Bündelungseinrichtungen, usw. gegen verfrühtes Getterzünden) Röhren in der Produktion durch Erhitzung der inneren Metallteile ausgegast wurden.

Hat hier jemand noch Erinnerungen oder Literatur? Ein anderer Gedanke wäre, sich mal doof zu stellen und bei den verbliebenen Röhrenherstellern nachzufragen. Ich könnte mir aber vorstellen, daß die Konkurrenz wittern und  nix 'rausrücken.

Danke für hilfreiche Antworten,

Patrik Schindler

Rüdiger Walz
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16.Jun.09 20:42

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Hallo Herr Schindler,

eine kurze Frage, zu der man eine ganze Abhandlung schreiben könnte. Sie finden hierzu nur in speziellen Büchern zur Hochvakuumtechnik Informationen. ( z.B. Espe, Werktoffkunde der Hochvakuumtechnik, 1960) 

Prinzipiell wurden Metallteile und Getter durch unterschiedlich angeordnete Spulen erhitzt. In der Anfangszeit noch gemeinsam. Der Getter war in oder an der Anode angeordnet. Später war der Getter separat an einem "Stengel". Die Getter wurden ringförmig gestaltet um sie mit einer ensprechenden Spule erhitzen zu können. Das waren Flachspulen, die seitlich an die Röhre herangeführt wurden. Übergestülpte Zylinderspulen erhitzten das System. Die Anordnung ist natürlich stark von der Bauform der Röhre abhängig.

Die folgenden Bilder aus W.Espe, M. Knoll,Werkstoffkunde der Hochvakuumtechnik, Springer Berlin, 1936 zeigen die Anordnung von Gettern und die notwendige Anordnung der Spulen, um Anode und Getter separat zu erhitzen.

Die verwendeten Frequenen lagen bei 10 kHz - 1000kHz, vorzugsweise bei 100 - 300 kHz. Höhere Frequenen dringen nicht tief genug in das Metall ein und sind uneffektiv. Die notwendige Leistung hängt von der Größe der zu entgasenden Metallteile und der geforderten Geschindigkeit der Erhitzung im Produktionsprozess ab. Für kleine Verstärkerröhren genügen nach meinen Schätzungen ca. 100 -250 Watt Hf Leistung. In der zitierten Literaturstelle wird ein Laborgenerator bis 450 Watt beschrieben.

In den angehängten Dateien finden Sie Details über die Hf-Erhitzung aus Espe, Knoll 1936.

Rüdiger Walz

 

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This article was edited 17.Jun.09 11:05 by Rüdiger Walz .

Patrik Schindler
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16.Jun.09 20:52

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Hallo Herr Walz,

vielen Dank erstmal für Ihre Antwort!

Die Espe-Werke stehen bei mir schon lange auf der "Haben-Wollen"-Liste, bisher konnte ich allerdings nur den dritten Band ergattern und eine tabellarische Übersicht. So oft werden diese Bücher leider nicht angeboten.

Aus Ihren Ausführungen schließe ich, daß diese Sache eine sehr individuelle Ausfertigung der Bauteile bedingt. Aber mit der Hausnummer von Frequenz und Leistung kann ich zumindest schonmal über eine mögliche Dimensionierung nachdenken.

Konkret geht es um Fragen der Regenerierung von NIxie-Röhren, deren Metallteile binden ja über die Jahre auch Gas; als auch um Versuche des Nachgetterns, hier habe ich eine Oszillographenröhre, deren Getter inzwischen fast durchsichtig ist, in deren Pfännchen aber optisch noch einiges "drin sein dürfte".

Grüße,

Patrik Schindler

Rüdiger Walz
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17.Jun.09 11:09

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Mein Beitrag wurde wie versprochen durch Bilder und Text ergänzt.

Rüdiger Walz

  
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