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Röhrenmessgerät µTracer 3: wesentliche Softwareerweiterung

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Kurt Schmid
Kurt Schmid
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23.Sep.14 03:17

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Wie schon der Name impliziert, ist µTracer von Ronald Dekker vornehmlich ein Kurvenschreiber. Zwar sind Röhrenkennlinien das ultimative Mittel zur Beurteilung der Brauchbarkeit und Qualität von Röhren; in den meisten Fällen genügt aber schon die Kenntnis punktueller Messwerte und deren Vergleich mit den typischen Werten aus den Röhrendatenblättern. Daher erfassen nahezu alle historischen Röhrenprüfgeräte Röhrendaten nur punktuell.
 
Helmut Weigl‘s RoeTest ist sowohl ein Kurvenschreiber als auch ein Gerät, welches eine Vielzahl einzelner charakteristischer Röhrenparameter misst bzw. errechnet und als Zahlenwerte ausgibt. In letzter Zeit hat nun auch Ronald Dekker seine Software in diese Richtung weiterentwickelt. Im GUI (Graphical User Interface) von µTracer Version 3.11.6 nennt sich das zugehörige Modul „Quick Test“.
 
Wegen des positiven Eindrucks gebe ich nachfolgend eine kurze Beschreibung meiner Erfahrung mit „Quick Test“.
 
Vermessen habe ich zwei sehr unterschiedliche Röhrentypen. Erfahrungsgemäß sind Endpentoden (oder Tetroden) „Lieblinge“ von Röhrenprüfgeräten, da hier die zu messenden Ströme und die Steilheit hoch und daher leicht genau erfassbar sind. Als Beispiel habe ich eine EL503 (Valvo), welche erst zu Ende des Röhrenzeitalters auf den Markt (1966) kam, ausgewählt. Im Gegensatz dazu kam eine JAN 5751 Doppeltriode (Sylvania) als Vertreter einer Röhre mit geringem Anodenstrom und Steilheit zum Einsatz.
 
 
Bild 1: Messplatz mit EL503 (Magnovalsockel)
 

Messungen an einer EL503

 
Kenndaten EL503: Ua=250V; Ug2=250V; Ug1=-13,2V;Ia=100mA;
Ig2=8,5mA; S=23mA/V; Ra=5,4 kOhm; µg2g1=13 
 
 
Bild 2: Eingangskennlinien einer EL503
  • Kurve mit schwarzen Kreisen: Anodenstrom (Ia) versus Ug1
  • Kurve ohne Symbol: Steilheit (S) versus Ug1
Durch Anklicken von „Quick Test“ gelangt man zu folgendem „Screen“.
 
 
Bild 3: Quick Test Bildschirm für Pentoden am Beispiel einer EL503
 
Der Quick Test Bildschirm besteht aus drei verschiedenen „Panels“:
  • „Settings“ (Einstellungen)
  • „Currents“ (Ströme)
  • „Derivatives“ (von Messwerten abgeleitete Größen)
In „Settings“ werden die Kenndaten (Datenblattwerte) für Anoden-, und Schirmgitterstrom und für die Steuergitterspannung (Ug1) im typischen Arbeitspunkt eingetragen. In „Derivatives“ werden in die Felder „Nom“ (für nominal) die Datenblattwerte für Ra, gm (= S) und µ (Verstärkung) eingetragen. In „Currents“ werden in die Felder „Nom“ die Kenndaten für Anoden- und Schirmgitterstrom eingetragen.
 
Durck Klick auf „Test“ wird die Berechnung gestartet und die Ergebnisse in den drei Panels angezeigt:
 
Ein Beispiel aus Panel „Currents“:
der ermittelte Anodenstrom betrug 111,64 mA; der Kennwert (Nom) ist 100 mA; somit beträgt der Messwert der Röhre 112% vom Nominalwert (typischer; charkteristischer Wert).
 
Ein weiteres Beispiel aus „Derivatives“:
die ermittelte Steilheit (gm) = 23,97mA/V; der Nominalwert ist 23mA/V; somit ist die gemessene Steilheit der Röhre 104% vom Kennwert.
 
Hervorheben möchte ich, dass "Quick Test" auch unabhängig von einer vorhergehenden Kennlinienaufnahme funktioniert. Dies erlaubt ein schnelles serielles Messen und Ergebnisreport einer großen Anzahl von Röhren.
 

Messungen an einer 5751

 
Kenndaten 5751: Ua=250V; Ug1=-3V; Ia=1mA; S=1,2mA/V; Ra=58 kOhm; µ=70
 
 
Bild 4: Eingangskennlinien (Ia vs Ig1) der Doppeltriode 5751
 
Die beiden Triodensysteme werden simultan vermessen, indem die bei Trioden nicht benutzte Schirmgitterspannungsquelle, welche bei µTracer identisch zur Anodenspannungsquelle aufgebaut ist, als Anodenspannungsquelle für System 2 benutzt wird.
  • durchgezogene Kurve mit schwarzgefüllten Kreisen: Anodenstrom System 1
  • gestrichelte Kurve mit ungefüllten Kreisen: Anodenstrom System 2
Der „Quick Test“ Screen für Trioden sieht folgend aus.
 
 
Bild 5: Quick Test Bildschirm für Trioden am Beispiel einer 5751
 
Nach dem Eintrag der Kenndaten in die entsprechenden Felder (wie bei der EL503 beschrieben) wird durch Drücken der „Test“ Taste die Messung initiiert und die Ergebnisse angezeigt.
 
In „Currents“ werden die gemessenen Anodenströme beider Systeme (Ia1=1,04mA; Ia2=1,13mA) einschließlich ihrer Prozentwerte (104/113) angezeigt.
 
In „Derivatives“ werden Ra, gm und µ in getrennten Spalten für Triodensystem 1 und 2 (Section 1, Section 2) gelistet. Auch hier werden die prozentualen Änderungen zum jeweiligen Nominalwert (Kennwert) aufgeführt.
 
Klick auf die Taste „Report“ generiert eine Zusammenfassung. Nachfolgend das Ergebnis des Quick Tests einer 6L6.
 
 
Bild 6: Quick Test Report
 
Resumée:
 
Die Möglichkeit der schnellen Erfassung und Dokumentation aller Röhrenkenndaten erhöht, bei gleichbleibend moderaten finanziellen Aufwand, die Brauchbarkeit von µTracer beträchtlich. Verbessert wurde auch die Möglichkeit die Einstellungen und die Kennwerte zu einem Röhrentyp abzuspeichern und diese später wiederzuverwenden. Noch nicht implementiert ist eine entsprechende Röhrendatenbank.
 

This article was edited 23.Sep.14 12:57 by Kurt Schmid .

  
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