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Seltsame Tungsram UM11

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Eilert Menke
 
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22.Aug.03 23:26

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Vor einiger Zeit konnte ich von einem freundlichen Ebay-Kollegen aus Wien zwei Stück neue UM11 von Tungsram erwerben:

Als ich sie heute nun routinemäßig überprüfte, war ich doch sehr erstaunt, daß sie sich keineswegs wie eine E/UM11 verhalten, sondern vielmehr das Schirmbild der E/UM4/34 bzw. AM2 bieten!

Daraufhin habe ich mir die Röhren genauer angeschaut und auch feststellen müssen, daß statt der erforderlichen vier nur zwei Steuerstege - wie bei E/UM4/34 - im System vorhanden waren:

Die Aufnahme ist zwar nicht von professioneller Qualität, aber sie zeigt doch mehr oder weniger deutlich, daß ober- und unterhalb der Gitterwendel die Steuerstege fehlen. Es ist nur ein Stegpaar neben der Kappenhalterung montiert.

Weiterhin ist ist die Schirmbildänderung bei veränderter Steuerspannung nur extrem minimal, so daß ich nicht ermitteln konnte, ob das System nun zwei Empfindlichkeiten (wie U/EM4/34) oder nur eine (wie z.b. AM2/EFM11) besitzt.

Wieso wurden diese Exoten von Tungsram als UM11 auf den Markt gebracht? Um welche Röhren könnte es sich dabei tatsächlich handeln?

E.M.

This article was edited 22.Aug.03 23:34 by Eilert Menke .

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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23.Aug.03 08:59

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Tungsram hatte stets das Bestreben, mit möglichst wenigen Grundkonstruktionen möglichst viele Röhrentypen herstellen zu können. In diesem Fall ist es zweifelsfrei das EM4 - EM34 - UM4 - System, wie man es auch an den ungleichen Triodenanoden im Verstärkerteil erkennen kann. Das andere Anzeigenbild war bei Tungsram Nebensache, Hauptsache billig.

Wenn das Steuerverhalten nicht dem entspricht, was es soll, so liegt das an der mangelhaften Baukunst von Tungsram. Auch ich hatte vor Jahren mehrere Tungsram- UM80 gekauft, von denen nur ein Bruchteil brauchbar funktionierte, ähnlich wie die russischen Ersatz- EM80 im anderen Thread. Z.T. waren diese UM80 auch nicht einmal Tungsram- gestempelt, man wusste wohl, warum.

Ein anderes Beispiel von Grundkonstruktionen- Einsparung sind die Tungsram- Ausführungen von EL3 - EL11, EBL1 - ECL11 und UBL1 - UCL11 (und wahrscheinlich auch noch CL4, CL6, CBL1 und CBL6). Hier wurde bei Tungsram stets die gleiche End-Pentodenkonstruktion verwendet, bei EL3 und EL11 bleibt es dabei, ansonsten kommen dann entweder für E/UBL1 zwei Dioden darunter oder für E/UCL11 eine Triode, während im Normalfall die Endsysteme von E/UCL11 stets Strahlbündel-Tetroden sind und nur E/UBL1 echte Pentoden. Die EL3 aus dem Philips-Konzern ist stets eine Pentode, während die EL11 z.T. auch als Strahlbündel-Tetrode geliefert wurde.

MfG_JR

This article was edited 23.Aug.03 10:33 by Jacob Roschy .

  
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