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siemens: 46W; Gitterkombination Audionröhre

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Walter Schmidt
 
 
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26.Aug.07 11:35

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Hallo, ist jemanden bekannt, warum beim Siemens-Dreikreiser 46W die RC-Gitterkombination der Audionröhre laut Schaltplan 2x vorhanden ist? Das Gerät, das ich erhalten hatte, war schon etwas verbastelt, hier waren die Bauteile wie üblich nur 1x vorhanden, das Radio funktionierte damit gut. Ich habe den alten Zustand wieder hergestellt: Keine Änderung!
Befürchtete man etwa das Durchschlagen des Gitterkondensators, da er auf einer Seite direkt an der Anodenspannung der Vorröhre liegt? Dann wäre wohl doppelte Sicherheit gegeben. Oder gibt es andere Gründe?
Freundliche Grüße, W.Schmidt
Dietmar Rudolph † 6.1.22
Dietmar Rudolph † 6.1.22
 
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26.Aug.07 20:41

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Der SH 46W/WL ist schaltungsmäßig identisch mit dem TFK T343W/WL und mit dem AEG Ultra Geadem W/WL. Entsprechendes gilt für die  G/GL Modelle.
Alle diese W/WL Modelle haben die doppelte Audion-Kombination, wobei die erste davon als RC-Hochpass (200pF ; 2,5 MΩ) arbeitet.
In der Beschreibung der SH 46W/WL und 46G/GL Modelle im Funkbastler Heft 20/1933, S. 317 - 320 wird allerdings nicht auf diesen RC-Hochpass (200pF ; 2,5 MΩ) der W/WL Modelle eingegangen. Dagegen heißt es: "Der Netzteil des Wechselstromempfängers weist eine Einweg-Gleichrichterröhre auf sowie eine drosselfreie, nur aus Widerständen und Kondensatoren bestehende Siebkette. Beruhigungsmittel sind reichlich vorhanden; der Empfänger arbeitet infolgedessen außerordentlich brummfrei."
Betrachtet man allerdings die Schaltung des Netzteils, so sieht man, daß erstens durch die Einweggleichrichtung eine größere Brummspannung entsteht als bei Zweiweggleichrichtung. Weiterhin ist die (tiefste) Brummfrequenz 50Hz statt 100Hz. Dagegen sind die Siebmittel mit 3µF Lade-C und 2µF (+4µF) Sieb-C bei 2,5 KΩ Siebwiderstand recht mager bemessen. Ohne den (zusätzlichen) RC-Hochpass (200pF ; 2,5 MΩ) käme zu viel Brummspannung aus der Anodenleitung der 2. RENS1214 auf das Gitter des Audions.
Da die Kondensatoren im Netzteil als Papier-Wickel ausgeführt sind, sind sie trotz ihrer kleinen Werte in der Bauform recht groß. In späteren Jahren wurde in den Netzteilen von Radios Elektrolyt-Kondensatoren verwendet, die größere Kapazitätswerte pro Volumen ergeben. Daher sind dann die Siebmittel reichlicher bemessen. Ein RC-Hochpass vor dem Audion zur Brummunterdrückung war dann nicht mehr erforderlich.
Bei den SH 46G/GL Modellen (und den entsprechenden von TFK und AEG) ist kein RC-Hochpass vor der Audionkombination. Dafür gibt es eine  Drossel "großer Selbsinduktivität" im Netzeingang, die durch Umstöpseln "in diejenige Netzleitung [gelegt werden kann], die die größte Störtonbefreiung bewirkt".
Ein sehr schöner Bericht über die Restauration eines Ultra Geadems, bei dem auch ein Bild vom "Innenleben" eines Papier-Wickelkondensators zu sehen ist, findet sich hier.

Der "Trick" mit dem RC-Hochpass ist mir allerdings nur bei den genannten Modellen aufgefallen.
Kennt jemand noch andere, bei denen eine entsprechende Schaltung besteht?

MfG DR
Ernst Erb
Ernst Erb
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26.Aug.07 23:07

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Nur durch diesen Link bin ich auf diesen interessanten und vor allem perfekt mit Fotos versehenen techn. Restaurationsbericht von Wolfgang Eckardt gestossen, danke. Ich habe den Beitrag nun im "Musterartikel-Verzeichnis" vermerkt. Dieses findet man auf der Furums-Hauptseite im Link "Wie antworten? Musterbeiträge".

Ich wäre froh, wenn mir Mitglieder solche ausgezeichneten Beiträge melden, damit ich sie dort als Beispiel bringen kann. So kann man konzentriert besonders interessante Beiträge einsehen.
Walter Schmidt
 
 
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27.Aug.07 14:40

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Danke, Herr Rudolph, jetzt ist alles klar! Ich hatte das Gerät vor etlichen Jahren restauriert, dabei den völlig zerstörten Blockkondensator neu aufgebaut, ist mir glaube ich auch sehr gut gelungen. Aus Platzgründen hatte ich damals allerdings für den Lade-und Siebkondensator Elektrolytkondensatoren (ich glaube 2x10 Mikrofarad) eingesetzt. Würde ich heute nicht mehr machen, das ließe sich aber ändern, ich habe die Unterseite des Pappgehäuses offen gelassen. Nun ist mir auch klar, daß ich keinen Unterschied beim Betrieb mit/ohne Hochpaß bemerkt hatte. Danke für den Hinweis auf den hervorragenden Restaurationsbericht!
Freundliche Grüße, Walter Schmidt
  
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