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Stassfurter Rundfunk - erweiterte Chronik bis 2003

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Iven Müller
Iven Müller
 
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05.Aug.03 13:25

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1912
"STASSFURTER LICHT- UND KRAFTWERKE A.G." neu gegründet.

1920
Radio-Versuchs - Labor bei der "STASSFURTER LICHT- UNDKRAFTWERKE A.G." (zugehörig zum Konzern der "DCGG:
Deutsche Continental Gas Gesellschaft - Dessau) am Athenslebener
Weg von W. Steindoff eingerichtet.

1923
Aufbau der Radioabteilung in der damaligen "Staßfurter Licht- und Kraftwerke A.G."
Es werden erste Detektorgeräte, Drehkondensatoren und einfache Röhrengeräte produziert.
Gründung der Tischlerei für Radiomöbel - Alfred Diesing, Löderburger Straße 14.

1924
Es entsteht ein - Röhren Audion mit begrenzter Rückkopplung

1925
Die Radio - Belegschaft zählt etwa 15 Personen

1927
Es sind bereits 400 Beschäftigte bei Stassfurt tätig. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Stassfurt bereits 25000 Empfänger hergestellt.
Funkausstellung in Berlin mit:
Netzanschlußgeräte für Heiz- und Anodenstrom, Präzisions - Drehkondensatoren 0 28, Präzisions - Fensterskalen, neue hochwertige Empfängertypen.

1928
Fertigung des Rundfunkgerätes mit dem Namen "Mikrohet".
Erster deutscher Superhet - Empfänger wird von "Staßfurter Licht-
und Kraftwerke AG, Abt. Radiobau, weltweit verkauft.

1929
Alle wichtigen Großhändler führen nun Empfänger von Stassfurt

 

1930 Die Superhet - Geräte erhalten den Namen Imperial. In der Löderburger Straße in Stassfurt entsteht ein neues Werk. Die Produktion von Militärtechnik beginnt.

1931
Trennung "LICHT- UND KRAFT" von Abteilung "Radiobau". Firmierung unter "STASSFURTER RUNDFUNK - GESELLSCHAFT MBH" mit ca. 600 Beschäftigten.

1933
Aufnahme einer zusätzlichen kommerziellen Fertigung als sogenannte "Behördenfertigung" und Produktionsbeginn des Gemeinschaftsempfängers
Typ VE 301.

1934
Gründung der "Staßfurter Rundfunkgesellschaft mbH"
1000 Jahr- Feiern der Stadt Staßfurt.

1935
Ein Großbrand zerstört die Tischlerei Diesing fast vollständig. Es erfolgt ein Neubau auf dem Gelände der ehem. chem. Fabrik von Forster & Grüneberg an der Gänsefurther Straße.

1936
entstanden an der Löderburger Landstraße moderne Fabrikgebäude mit dem neu geschaffenen Firmenzeichen:
"STASSFURTER IMPERIAL" auf ausgebreiteten Adlerschwingen.

1938
Bezug des Verwaltungsgebäudes mit Konstruktionsbüros, Entwicklungslabor usw. und der Produktionshalle 1 (7000 qm
Der Betrieb beschäftigt etwa 850 Personen, davon sind ca. 700 Frauen.

1940/41
Bau und Bezug der Produktionshalle 11 (6000 qm), Mitarbeiter: 1600 Personen.

bis 1942
Qualitätsführer in Deutschland bei Musiktruhen unter dem Markennamen "Imperial"

1943
Es gibt außer dem DKE 38 nur noch Rüstungsproduktion.

1945 Westdeutschland
16.12.1948 Dipl. Ing. Wolf Steindorff, der ehemalige Direktor der Firma Stassfurt gründet in Osterode die Continental - Rundfunk GmbH. Das Firmenlogo der Stassfurt kann weiterhin verwendet werden. 27.11.1957 Die Firma meldet Konkurs an. Nahezu alle Mitarbeiter werden entlassen.

1945 Ostdeutschland
Unter russischer Regie werden Geräte für die UdSSR produziert

01.06.1945
Wiederaufnahme der Rundfunkgeräteproduktion mit 157 Mitarbeitern in ehemaligen Produktionsstätten im Stadtgebiet.

01.08.1945
Herr Bernward Müller wird mit der kommissarischen Leitung der "Staßfurter-Rundfunk-Gesellschaft m.b.H." beauftragt.

18.12.1945
Mit dem Befehl Nr. 75 (Staßfurter Rundfunk) wird durch General Major Kotikow, Herr Bernward Müller als Sequester bestellt.

1946
Beginn der Lehrlingsausbildung mit 9 Lehrlingen (Lehrecke)

1946/48
Der Betrieb gehört zu: INDUSTRIE-WERKE SACHSEN ANHALT.

01.07.1948
Umbenennung und Neugründung des Unternehmens als
VEB Stern - Radio Staßfurt.

1948 -1951
Produktion von: "Stern" - Plattenspielerschatullen, Einkreis-Geradeausempfängern 1U11 und Rundfunkgeräten 4U61/62.

01.05.1949
Übergabe einer neuen Lehrwerkstatt

13.10.1949
Eröffnung des 1. Werkskindergartens (,,Zum Kinderland") mit Hort für 40 Kinder in einer Baracke auf dem Betriebsgelände

15.12.1949
Erfüllung des Jahressoll zu 100% mit 26987 Radiogeräten

13.01.1950
Im Betrieb sind 637 Arbeitskräfte beschäftigt.

06.06.1950
Übergabe der Betriebsberufsschule im VEB "Stern - Radio` Staßfurt.

1951
Beginn der Produktion einer Staßfurter Eigenentwicklung des Radiogerätes "Stern 6 E 51" in Halle 1.

06.09.1951
Übergabe einer Empfangs- und Heilstätte Rathmannsdorf Beschallungsanlage an die Tbc - durch die Belegschaft des VEB "Stern - Radio".

05.12.1951
Im VEB - RFT - "Stern - Radio" werden 141 Lehrlinqe ausgebildet.

01 .05.1952
Eröffnung einer Kinderkrippe und einer Kindertagesstätte im Betrieb.

30.06.1952
Das Vorschlags- und Erfindunqswesen im Betrieb wird verbessert.

22.07.1952
II. Delegiertenkonferenz zur Annahme des Kollektivvertrages im Betrieb durchgeführt.

1952 - 1955
Produktion des Gerätes "5 E 63"

01.03.1953
Eröffnung einer Lebensmittelverkaufsstelle (Vst. 111) im Betrieb

18.03.1954
Betriebskollektivvertrag für das Jahr 1954 unterzeichnet

01.06.1954
Produktionsaufnahme von Massenbedarfsgütern wie: Kabelschellen, Klingeltrafos und Schuhspanner

01 .09.1954
VEB "Stern-Radio Staßfurt wird Sieger im überbetrieblichen `Wettbewerb der vier "Stern-Radio-Betriebe.

23.09.1954
Die ersten 500 "Radio-Bastelkästen" verlassen die Lehrwerkstatt (Massenbedarfsgüterproduktion)

02.10.1954
Begutachtung des Messemusters eines neuentwickelten
Fahrradsupers

24.11.1954
Die Betriebszeitung "Im Skalenlicht" erscheint im 1. Jahrgang mit der Nummer 10

12.09.1956
Zeitungsbericht über die Leipziger Herbstmesse mit Vorstellung eines Staßfurter Fernsehgerätes (Laborstadium) und des "Diamant" mit Drucktastenumschaltung und der "Sinfonie".

01.10.1956
Eröffnung der Spezialverkaufsstelle für Staßfurter Rundfunkgeräte in der Karl-Marx-Straße. Die Musikvitrine in "Violetta" kostet 1250,- DM. Teilzahlunq war möglich.

13.12.1956
Der Werkleiter Siegfried Kästner überreicht der Pionierorganisation
der Goetheschule ein Fernsehgerät.

September 1957
Staßfurter Rundfunkbetrieb produziert die ersten Fernsehgeräte vom Typ "Iris 12 A".

19.08.1957
VEB "Stern-Radio" erhält die Wanderfahne des Ministerrates.

03.09.1957
Brand in zwei Lagerbaracken im VEB "Stern-Radio" durch Funkenflug einer Lokomotive.

01.05.1957
Übergabe einer "Zentralen Rundfunk- Fernsehgerätereparaturwerkstatt" am
Schäfereiberg 1.

1958
Gerhard Kubitschek, der Gründer der Kuba Imperial kauft die Continental - Rundfunk GmbH und ändert den Namen in "Imperial Rundfunk und Fernsehwerk GmbH" um 01.07.1966 Die Firma gehört nun zum US Konzern General Electric, später zu AEG - Telefunken -  1972 Die Firma schließt.

Herbst 1960
Umbenennung des Betriebes in: "VEB Fernsehgerätewerke Staßfurt"

10.08.1961
Die "Rote Brigade" richtet an Walter Ulbricht ein Schreiben, in dem sie fordert, den westdeutschen Menschenhändlern einen Riegel vorzuschieben.

06.10.1961
Übergabe einer Produktionshalle (Halle V 48m x 144m) im Betrieb durch den VEB Bau-Union Magdeburg.

12.02.1964
Übergabe eines Sozialgebäudes im FSGW.

16.12.1964
Das Ein - Millionste - Fernsehqerät läuft im FSGW vom Band.

15.01.1966
Übergabe einer neuen Kultur- und Sozialeinrichtung an der Löderburger Straße durch den Werkdirektor Ketscher.

Dezember 1966
Baubeginn für das neue Forschungshochhaus des FSGW.

15.04.1967
Beginn der Serienproduktion des 1. volltransistorisierten tragbaren Fernsehkoffergerätes "K 67".

04.06.1968
Übergabe des Kindergartens des FSGW in der Löderburger Straße.

10.05.1969
Die ersten volltransistorierten Farbfernsehempfänger (,,Color 20") verlassen das Werk.

02.10.1969
Fertigstellung des 1000. Farbfernsehgerätes "Color 20".

19.03.1970
Übergabe einer Kinderkrippe des FSGW in der Gänsefurther Straße.

12.06.1970
Eröffnung einer Kleinfeldsportanlage der BBS des FSGW.

08.12.1970
Eröffnung der HO -Kontaktring - Filiale ,,Funk" in der Straße der DSF

01.01.1971
Der VEB Industrievertrieb Rdf. und Fernsehen übernimmt die Rundfunk-
und Fernsehreparaturwerkstatt am Schäfereiberg

 20.10.1971
Inbetriebnahme eines Selbstbedienungstraktes im VEB FSGW (Kantine in Halle 1)

 08.03.1972
1972 Bau der Traglufthallen im Betriebsgelände

 01.02.1974
Auszeichnung des VEB FSGW mit dem Karl-Marx-Orden.

 13.03.1975
Das 5-millionste Fernsehgerät läuft im FSGW vom Band
Juni 1976 Inbetriebnahme einer Kegelbahn im FSGW

 19.04.1979
Bildung des Kombinates ,,Rundfunk und Fernsehen

 05.05.1980
Übergabe einer Kinderkrippe im Kindergarten des FSGW in der
Berliner Straße (Kapazität: 20 Platze)

 18.11.1980
Verleihung des Ehrennamens ,Friedrich Engels an den Betrieb

20.03.1981
Das FSGW erhält ein Ehrenbanner des ZK der SED für
hervorragende Leistungen im Produktionswettbewerb durch Margot
Honecker überreicht.

10.09.1981
Grundsteinlegung für den Ratiomittelbau im FSGW durch den
Betriebsdirektor Franz Korsch.

 01.01.1984
Der VEB Tonmöbel wird ein Betriebsteil des FSGW ,,Friedrich Engels

 13.05.1985
Das 10-Millionste Fernsehgerät (,,Colormat") läuft vom Band

 05.02.1987
Die Volksstimme berichtet über die Erhöhung des
Automatisierungsgrades im VEB FSGW (Probelauf des
1. Teilabschnittes der automatischen Leiterplattenbestückung)

 04.11.1987
Industrieerprobung einer neuen leistungsstarken Plastspritzmaschine.

04.01.1988
Die Kinderkrippe 1 des VEB FSGW (im Betriebsgelände gelegen) schließt ihre Pforten. Die Kinder werden in der Krippe ,,Gänsefurther Straße" untergebracht und betreut.

08.03.1988
Jede der 2615 Frauen im FSGW erhalt anlaßlich des Frauentages eine rote Nelke.

11.08.1988
Der 8-millionste Schwarzweißfernsehempfänger verlässt das FSGW.

02.02.1989
Auszeichnung des FSGW durch Eintragung in das Ehrenbuch der Bezirksleitung der SED.

16.03.1989
Messegold für den ,,Color 40".

10.05.1989
Eintragung des Kollektivs ,,Elektrische Konstruktion und Geräteentwicklung - 4. Grundkonzeption Farbfernsehempfänger" in das Ehrenbuch der KL der SED.

22.08.1989
Der VEB FSGW wird mit der Wanderfahne des Ministerrates und des Bundesvorstandes des FDGB ausgezeichnet.

Sept. 1989
Übergabe des rekonstruierten Betriebsambulatoriums und einer neuen Bücherei im FSGW durch den Generaldirektor Boegelsack.

Juli1990
Gründung der:
Rundfunk - Fernsehen - Telekommunikation AG Staßfurt

1992
Europapremiere eines Farbfernsehgerätes mit Einchip - Signalverarbeitung

31.08.1993
Beginn der Abrissarbeiten am Lehrlingswohnheim der RFT-AG

21 .02.1995
Auf dem RFT-Betriebsgelände wird aufgeräumt und abgerissen.

29.03.1995
Produktionsstart für eine neue TV-Gerätelinie bei RFT
(100-Hertz-Technik).

24.06.1995
Wieder blaue Briefe für Fernsehwerker (1/3 von 556 sind betroffen).

25.06.1995
RFT beginnt mit Produktion eines Mini-Computers.

14.07.1995
RFT führt neues Produktionssystem ein, Hoffnungen ruhen auf "Factory 95".

08.08.1995
Der Abriss geht weiter, auch das Hochhaus ist der Abrissbirne geweiht.

25.08.1995
RFT Spitzenreiter bei Fernseh-Test - Luigi Colani`s neugestaltete Geräteserie auf der Funkausstellung in Berlin

30.01.1996
Für RFT Staßfurt ist die Gesamtvollstreckung beantragt
(Produktionsbereich), Vertrieb bleibt.
Es wird nach Lösungen gesucht.

06.02.1996
Bei RFT geht es weiter. Land und Banken haben Zusagen gemacht.

23.02.1996
Die Abrissbirne trifft Ex RFT -Gebäude. Das Kulturzentrum, das Hochhaus, Produktionshallen und Baracken auf dem RFT-Gelände werden nach Plan entkernt, abgerissen oder gesprengt.
Das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Löderburger Straße soll stehen bleiben. Hierfür interessiert sich das Berufsförderungswerk.

01 .03.1996
Die Belegschaft der RFT-E erhält komplett zum 28.02. ihre
Kündigung.


29.03.1996
Demo durch Staßfurt. Landesregierung will RFT retten. (noch knapp 500 Beschäftigte)

08.05.1996
Gesamtvollstreckung RFT-V (Vertrieb und Marketing GmbH) am 01 .05.1996 eröffnet,

nachdem 1995 ein Verlust von 48 Millionen Mark aufgelaufen war.

15.05.1996
Heute fällt ein Wahrzeichen der Stadt. Das Hochhaus des Fernsehgerätewerkes wird um 19.46 Uhr gesprengt.

08.06.1996
RFT- Beteiligung kostete Nord / LB 8 Millionen DM.
Nun müsse die Kooperation mit dem französischen Konzern Thomson den Standort Staßfurt sichern.

03.07.1996
Der Elektro-Konzern sagt kurzfristig ab. Die Thomson-Heirat mit RFT findet nicht statt. RFT setzt alle Hoffnungen auf neue Investoren.

30.08.1996
Zwei Tage CeBIT Home in Hannover - "Weltpremiere von RFT" Der neue Multimedia - Fernseher von RFT Staßfurt vereint ein Stereo - Fernsehgerät und einen vollwertigen Computer mit CD-ROM Laufwerk. Das eingebaute Telefon-Modem erlaubt die Einwahl ins INTERNET.

 

05. 1997

Unter dem Namen RFT Staßfurt Digital Produktions GmbH nimmt der ostdeutsche Fernsehgerätehersteller nächste Woche die Produktion mit 70 bis 90 Mitarbeitern wieder auf. Der Vertrieb wird über 2 300 Fachhändler organisiert. Die Produktpalette soll um Geräte für Multimedia-Lösungen erweitert werden.

 

1998
Technisat hat den ostdeutschen Fernsehgerätehersteller RFT übernommen. Die Übernahme vollzog sich nicht ganz reibungslos. Der Grund: Seit Mitte 1997 hält die RFT Digital GmbH auf Basis eines Mietvertrages auf dem Gelände die Produktion des Ende 1996 Konkurs gegangenen TV-Produzenten aufrecht. Doch im Juni setzte der Sequester Digital den Stuhl vor die Tür und verkaufte das Werk an Technisat.

10.1998
Beim einzigen ostdeutschen Fernsehgerätehersteller, der TechniSat RFT Staßfurt AG, ist die Produktion von Fernsehgeräten wieder angelaufen. Von November an soll die Produktion einer neuentwickelten 100-Hertz-Gerätereihe aufgenommen werden. Derzeit sind bei TechniSat RFT rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Bis Januar soll ihre Zahl auf 100 steigen.

2003
Die Technisat Digital AG produziert in Staßfurt moderne Fernsehgeräte und Zubehör.

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Herzlichen Dank an Günther Mengewein ( http://stassfurt.de.vu) . Er war in dem Werk 43 Jahre tätig und hat mir Chronik (ausgearbeitet bis 1996) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

This article was edited 05.Aug.03 13:32 by Iven Müller .

  
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