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Tag der Werktätigen des Post und Fernmeldewesens der DDR

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Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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10.Oct.17 12:03

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Fast jede wichtige Berufsgruppe hatte in der DDR ihren eigenen Ehrentag.

So auch die Werktätigen des Post- und Fernmeldewesens der DDR, es war immer der zweite Sonntag im Februar.

Ich habe im "Neuen Deutschland, Ausgabe vom 8.Februar 1975, Seite 13 einen interessanten Artikel gefunden der Einblick in das Übertragungsnetz sowie die Verbreitung des Rundfunk- und Fernsehprogrammes der DDR gibt:

Alle technischen Einrichtungen für die Ausstrahlung von Funk und Fernsehen wurden in der DDR unter Regie der Deutschen Post gebaut und auch von ihr betrieben.

Im Jahre 1975 wurden in der Rundfunkstudiotechnik täglich 86 Sendestunden für die vier zentralen Programme (Radio DDR 1, Radio DDR2 ( der Klassik- Sender), Berliner Rundfunk und Stimme der DDR produziert.

Eine Programmreduzierung erfolgte prinzipiell nur zwischen 24,00 uhr und 04,00 Uhr auf einige Hauptsender und ein Nachtprogramm auf Mittelwelle.

Weiterhin 36 Stunden für Regionalprogramme der Bezirksstudios, die damals von 6,00 Uhr bis 10,00 Uhr Regionales sendeten,  übrigens alle schon auf UKW:

Frequenzen (UKW)

Helpterberg IV

90,5 MHz

Marlow IV

91,0 MHz

Dresden IV

92,2 MHz

Inselsberg IV

92,5 MHz

Schwerin IV

92,8 MHz

Karl-Marx-Stadt IV

92,8 MHz

Suhl IV

93,7 MHz

Leipzig IV

93,9 MHz

Brocken IV

94,6 MHz

Dequede IV

94,9 MHz

Frankfurt (O.)

96,8 MHz*

Löbau IV

98,2 MHz

Cottbus IV 98,6 MHz
Berlin IV 99,7 MHz

 

*) Mono-Sender

Radio Berlin International produzierte 47 Stunden wöchentlich und sendet damals in 11 Sprachen.

youtube.com/watch?v=kYJ6jjbkO3k

6,2 Millionen registrierte Rundfunkteilnehmer, das waren 96 % der Haushalte der DDR, empfangen diese Rundfunkprogramme über Lang, Mittel- Kurz und Ultrakurzwellen.

Mit insgesamt 43 leistungsstarken UKW- Sendern hatte die Deutsche Post den Aufbau des geplanten UKW- Sendernetzes nahezu abgeschlossen.

Im Jahre 1964 begann das regelmäßige Stereo- Versuchsprogramm der "Berliner Welle " ( die "Berliner Welle" stellte allerdings am 14.11.1971 den Sendebetrieb ein und wurde technisch  von der "Stimme der DDR" übernommen ).

Die Deutsche Post erweiterte systematisch die Möglichkeiten für die Produktion und Ausstrahlung von STEREO- Rundfunkprogrammen. Lag deren Anteil im Jahre 1968 bei 30 Wochenstunden, so waren es im Jahre 1975 bereits 90 Stunden pro Woche. 

Die Senderkette von Radio DDR1 war hauptsächlich auf der Mittelwelle, man hatte auch einen Kurzwellensender im 31 m Band (Standort bei Leipzig) und auf UKW war er schon in Görlitz zu hören .

Die Stimme der DDR war sowohl auf Langewelle 177 KHZ mit Ihrem damals stärksten Sender, aber auch auf Mittelwelle präsent  und  in ausgewählten Gebieten wie Dresden, Berlin, Leipzig wurde das Programm auch auf UKW übertragen. 

Die Stimme der DDR verstand sich als Sprachrohr der Regierung der DDR, mit der Langwelle bei Zehlendorf mit dem knapp 360 m hohem Mast, und damals einer ERP von 750 KW konnte man am Tage ganz Deutschland und fast ganz  EUROPA versorgen und nachts war der Sender selbst in Kanada zu hören....

Nochmal zurück zu den stereofonen Programmen. Anfang 1975 konnten die Stereosender 70% der DDR- Bevölkerung versorgen . 

In den Bezirken werden Stereosendungen zumeist über zwei Programme ausgestrahlt, in Berlin sind des drei über den Fernsehturm am Alexanderplatz.

Auch der Berliner Rundfunk wird landesweit ausgestrahlt über eine Mittelwellensenderkette , Hauptsender war Berlin 611 KHz, das Programm kam aus der Nalepastraße. In der technischen Verbreitung stand der Berliner Rundfunk immer im Schatten der großen;  Stimme der DDR und Radio DDR. 

Für Radio Berlin International standen Mittel- und Kurzwellensender mit Richtantennensystemen unter anderem für die Gebiete Nord- Mittel- und Südamerika, West- Zentral und Ostafrika sowie Nahost und Südostasien zur Verfügung. 

Inzwischen war auch das Richtfunknetz weitgehend ausgebaut.

Seit 1951, dem Jahr der ersten Fernsehversuchssendungen in der DDR, wurde von der Deutschen Post parallel zum Aufbau des Rundfunks auch die materiell- technische Basis des Fernsehens auf dem Gebiet der Sender- und Übertragungstechnik und ab 1956 bei der Studiotechnik geschaffen.

In Berlin Adlershof entstand das Zentrum des Fernsehens der DDR, aus dem 1975 wöchentlich 120 Stunden für das I. und II. Programm gesendet wurden.

Anfang 1975 existieren bereits  2,1 Millionen Fernsehgeräte als Farbgeräte oder mit UHF- Tuner oder Vorsatzgerät (Konverter).

Anläßlich des 20.Jahrestages , dem 7.Oktober 1969, der Gründung der DDR, erfolgte die Einführung des II. Fernsehprogrammes. Dieses Programm wurde übertragungstechnisch von Anfang an für Farbsendungen  ausgelegt und erfolgte im SECAM IIIb Standard mit CCIR- Tonnorm.

Dieses zweite Fernsehprogramm konnten Anfang 1975 etwa 68 % der Bevölkerung empfangen.

Ab 1973 wurde dann auch im I. Programm Farbsendungen über neun Sender zunächst ausgestrahlt.

So wurde also im Neuen Deutschland die Arbeit der Werktätigen des Post und Fernmeldewesens in der Ausgabe vom 8/9.Februar 1975 gewürdigt. Der Originalartikel, den ich meinem Beitrag zugrundegelegt habe, stammte damals von Wolf Kahle.

 

 

This article was edited 11.Oct.17 10:35 by Wolfgang Lill .

  
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