radiomuseum.org
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.

Funke RPG 4/3: Telefunken RS 391 und Prüfkarte 1303

Moderators:
Martin Renz Ernst Erb Vincent de Franco Martin Bösch Mark Hippenstiel Bernhard Nagel Otmar Jung Heribert Jung Eilert Menke 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Radios and other type of sets (Physics) etc. » MODELS DISPLAYED » Funke RPG 4/3: Telefunken RS 391 und Prüfkarte 1303
           
Andreas Koehler
 
 
D  Articles: 8
Schem.:
Pict.: 13
13.Sep.19 07:15

Count of Thanks: 1
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1

Guten Morgen.

Wollte gerne auf meinem neu erworbenen RPG 4/3 die obige Röhre prüfen. Im mitgelieferten Prüfkartenverzeichnis (und auch in ISBN 978-3-944679-03-7) steht dazu: Karte 1303 nehmen. Allerdings ist diese Karte für die RS 291 gedacht - die hat schon mal völlig andere Heizungswerte. Ist das ein Kartenfehler? Und wie herum muß die Röhre in Fassung 26? Mit der Nase nach hinten?

Gibt es eigentlich eine Übersicht über solche Kartenfehler? Was ist eigentlich die aktuellste Version des Prüfkartensatzes (mein Gerät wurde nach der 1952'er Anleitung umgebaut)? 8.43?

Danke Euch.

 

This article was edited 14.Sep.19 08:10 by Andreas Koehler .

Hans RODT
Hans RODT
Editor
D  Articles: 79
Schem.: 35
Pict.: 105
22.Sep.19 00:51
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2

Hallo Herr Koehler,

Sie haben Recht.  Auch in den für mich erreichbaren Tabellen steht bei Karte 1303 die Röhre RS391. Schaut man dann auf die Prüfkarte, ist diese für die Röhre RS291 (Bild 1) bestimmt.

Wie der Fehler letztlich zu Stande kam, wird sich nicht mehr klären lassen, aber ein Übertragungsfehler bei zwei sehr ähnlichen Zahlen ist vorstellbar.

Leider ist das nicht der einzige Fehler, der Funke unterlaufen ist. Eine Reihe von Kartenfehlern sind bekannt,  darunter einige, die schwerwiegend sind und sich u.U. für Prüfgerät oder Röhre als problematisch erwiesen haben. Darauf wurde hier im RM in vielen Threads hingewiesen.

Es gibt eine grandiose Auflistung, Zusammenstellung und Überprüfung der Funke-Prüfkarten, die die Karten für das W19 analysiert, die Karten für das RPG 4/3 / W18 aber auch mit einbezieht. Hier sind alle Abweichungen, Fehler und Besonderheiten festgehalten. Es handelt um das Werk von K.F. Müller: Das Röhrenmessgerät Funke W19, Verlag Dr. R. Walz. Diese Zusammenstellung kann hier im RM heruntergeladen werden. Wenn ich eine mir unbekannte Röhre prüfe, sehe ich immer vor der Prüfung in dieser Zusammenstellung nach.

Müller schreibt selbst, dass ihm bei der ganzen Aufarbeitung der Prüfkarten keine Karte für die Röhre RS391 zugänglich war. Auch ich habe in meinen Kartenwerken keine solche Prüfkarte finden können. Allem Anschein nach existiert sie nicht.

Für Sie gibt es aber dennoch eine gute und nicht besonders aufwendige Möglichkeit, die Röhre zu prüfen. Dabei kommen Ihnen zwei Dinge zu Gute.

1.  Müller hat für eine Reihe von Röhren, für die keine Prüfkarten existieren, eigene Prüfkarten entwickelt. Unter der Kartennummer 2009 hat Müller die Prüfung der Röhre RS391 dokumentiert. Dazu werden einige Hinweise für die Prüfung in Prüfadaptern gegeben, die für Sie nicht von Bedeutung sind, da die Prüffassung auf Ihrem RPG 4/3 eingebaut ist. Es ist die gleiche, die auch für die Prüfung der Röhre RL12P35 verwendet wird.

Die empfohlenen Prüfdaten sind: 

2.  Die Prüfdaten für die Röhren RS391 und RL12P35 sind sich sehr ähnlich. Für die letztere existiert eine Prüfkarte für das RPG 4/3 mit der Nummer 1271.

Die empfohlenen Prüfdaten für diese Röhre sind: 

Die Unterschiede liegen in der Schirmgitterspannung und in dem zu erwartenden Anodenstrom. Das Bremsgitter (G3) der Röhre RS 391 ist nicht intern verbunden und auf der zweiten Kappe oben auf der Röhre herausgeführt.

Um die Röhre RS391 auf dem RPG 4/3 zu prüfen, müsste man, ausgehend von Ihrer Karte 1271 (RL12P35) den Prüfstecker für Ug2 von Position 28 (60 V) auf Position 30  (150 V) stecken und den Prüfstecker für den Messbereich des Instruments von Position 62 (50 mA Vollausschlag) auf Position 61 (100 mA Vollausschlag) stecken. Die Kappe für das Bremsgitter sollte man zur Vermeidung von Selbsterregung mit K in der 2 Lochreihe verbinden. Keinesfalls Anode und Bremsgitter verwechseln! Sonst bleiben alle Stecker-Positionen gleich (Positionsnummern siehe Universalkarte). Die Röhre selbst wird auf dem mir zugänglichen Fassungsfeld für das Funke W18 mit der Nase nach hinten eingesteckt. Vermutlich gilt das auch für das RPG 4/3.

Bewertung der Röhre nach Müller :  ab 26,7 mA "Noch Brauchbar" ;  ab 40,0 mA "Gut".

Unbedingt wichtig ist,  dass Sie nur die Karten, die zu Ihrem Gerät gehören  verwenden, da es bei Funke immer wieder Änderungen gegeben hat. Ein Beispiel von Prüfkarten für die Messung der RL12P35:

Drei Karten für ähnliche Geräte und alle haben etwas unterschiedliche Prüfstecker Profile.

Auch wäre dabei zu beachten, ob es bei Ihrem Gerät durch die Umbauten relevante Änderungen gegeben hat.

Daher unbedingt vor dem Einschalten alles noch einmal prüfen. Da ich nicht die Möglichkeit habe, das Gesagte selbst auf einem RPG 4/3 zu prüfen, kann ich Ihnen diese Empfehlung nur unverbindlich und ohne Übernahme von Risiken geben.

Eine detaillierte Zusammenstellung der hier genannten Prüfkarten können im Müller-Buch nachgeschlagen werden.

Leider habe ich Ihre Frage etwas spät beantwortet, so dass sie in den Talk-Bereich des Forums gewandert ist.

Mit besten Grüßen

Hans Rodt

Andreas Koehler
 
 
D  Articles: 8
Schem.:
Pict.: 13
22.Sep.19 13:13

Count of Thanks: 1
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3

Hallo Herr Rodt,

vielen Dank für Ihre so umfangreiche Recherche und Ihre Hinweise.

Allerdings muß ich mich leider erst einmal um mein RPG 4/3 kümmern. Auch das war ein Neuerwerb. Der Verkäufer hatte es mir mit einer EM11 vorgeführt. Leider muß ich jetzt feststellen, das ich keine Röhren im Deckel prüfen kann. Auch eine RL12P35 heizt nicht. Sobald das Gerät funktioniert, werde ich Ihre Vorschläge erproben.

Freundliche Grüße

Andreas Köhler

 

  
rmXorg