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Telefunken-Tonbandgeräte-Firmenreferent

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Heiko zur Mühlen
 
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22.Sep.03 20:46

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Im September 2003 bin ich zum Radiomuseum.org gekommen. Nach Absprache mit Herrn Erb habe ich das Amt des Firmenreferenten für Telefunken-Tonbandgeräte übernommen.
Auf diesem Gebiet habe ich viel Fotomaterial und Schaltbilder, die ich nach und nach
einstellen möchte. Sollte jemand dringend ein bestimmtes Schaltbild brauchen,
kann ich das dann natürlich vorrangig einscannen und auf die WEB-Seite bringen
(bei Bedarf bitte per eMail anfordern).

This article was edited 05.Sep.06 21:09 by Heiko zur Mühlen .

Felix Schaffhauser
Felix Schaffhauser
 
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02.Oct.03 12:35

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Hallo Herr Zurmuehlen,

freut mich einen Kompetenzpartner Telefunken Tonbandgeräte zu haben. Mein obgenanntes Gerät hat ein Problem beim Aufnehmen: trotz perfekter Aussteuerung per Mag. Auge ist bei der Wiedergabe die Aufnahme extrem verzerrt. Ich habe bisher den Fehler noch nicht gefunden und wäre deshalb sehr froh um jede Art von Service-Unterlagen für diese Gerät. Schema habe ich, aber nicht mehr.

Besten Dank für jede Art von Unterstützung!

Ihr Felix Schaffhauser

 

Franz-Josef Haffner
Franz-Josef Haffner
 
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02.Oct.03 16:51

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Die häufigsten Ursachen für schlechte Aufnahmen ist entweder eine nicht funktionierende Vormagnetisierung (Löschkopf) oder ein defekter Aufnahme/Wiedergabekopf, der im einfachsten Fall magnetisch geworden ist. Entmagnetisieren wurde an anderer Stelle schon besprochen:

http://www.radiomuseum.org/dsp_forum_post.cfm?thread_id=6901

vielleicht funktioniert eine der Techniken auch beim Aufnahme/Wiedergabekopf?

Auf der Suche nach Nordmende TB Unterlagen bin ich auf folgende Anleitung gestossen:
(vielleicht läßt sich das auf Telefunken übertragen)


Achtung, ich übernehme keinerlei Gewährleistung! :-))

Gruß
Franz-Josef

This article was edited 02.Oct.03 17:20 by Franz-Josef Haffner .

Richard Sauder
 
 
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Hallo allerseits,

Wenn die Aufnahme verzerrt ist und die Spannungen an der Verstärkerschaltung einigermassen im normalen Rahmen liegen, ist es eine fehlende Vormagnetisierung. Ohne Vormagnetisierung sind die NF-Signale nur schwach und extrem verzerrt. Erst bei Übersteuerung nimmt die Lautstärke ein "normales" Mass an, allerding mit extremen Verzerrungen. Zur Vormagnetisierung wird ein Teil der Lösch-Leistung verwendet. (Ich habe kein Schema des Gerätes, darum kann ich nur allgemeni antworten). Es gibt Geräte, bei welchen der Löschkopf gleichzeitig Löschoszillatorspule ist. Wäre dieser defekt, wäre weder Löschung noch Vormagnetisierung vorhanden. Ich gehe erstens davon aus, dass Telefunken eine getrennte Oszillatorspule verwendet (wie ich mich erinnere). Wenn also die Löschung funktioniert, muss der Oszillator und der Löschkopf in Ordnung sein. Sofern das M70 getrennte A- und W- Köpfe hätte, könnte ein Defekt des A-Kopfes vorliegen, ist aber sehr unwahrscheinlich. Bei Kombiköpfen, wie sie bei Amateurgeräten (M70 gehört glaube ich auch dazu) üblich sind, kann ein Defekt kaum vorliegen, weil sonst die Wiedergabe nicht möglich wäre. (Woher weiss der Kopf, ob er aufnimmt oder wiedergibt?).

In der Regel wird der Kombikopf in der Art betrieben, dass am Fusspunkt über ein C die Vormagnetisierung und über ein R die Sprechspannung zugeführt wird. Mit dem Aufnahmeschalter ist der Kopfpunkt geerdet. ei Wiedergabe ist der Kopfpunkt mit dem Vorverstärker verbunden, der Fusspunkt geerdet. Diese Scahlungsart kennt man sicher bei Grundig und meines Wissens auch bei Telefunken. Wenn die Wiedergabe eiens Referenzbandes einwandfrei ist, so ist der Kopf und der Umschalter sowie der Vorverstärker gesund. Der Fehler muss demnach im Bereich des Einkoppel-C (Festwert plus Trimmerkondensator zur Vormagnetisierungseinstellung) liegen. Allenfalls muss bei einem Austausch die Vormagnetisierung neu eingestellt werden.

Dazu eine kleine Anleitung: Die Vormagnetisierung beeinflusst neben den Verzerrungen und der Aussteuergrenze auch die Höhenaufzeichnung. Angenommen, der Kopf ist noch gut und die Wiedergabe iO, muss die Aufnahme auf möglichst geringe Frequenzgangabweichung abgeglichen werden. Ideal ist ein Tongenerator, der bei 20 dB unter Vollaussteuerung mit 10kHz aufgezeichnet wird, im Wechsel mit 1 kHz. Die Vormagnetisierung ist schrittweise zu veränfdern und bei Wiedergabe die Pegel mit einem Voltmeter am Ausgang zu überwachen.

Nur hat nicht jeder ein geeignetes Voltmeter, geschweige denn einen Tongeni.

UKW ohne Sender = Rauschen. Aufzeichnen, anhören, vergleichen mit dem Original bei GLEICHER Lautstärke. Drehen am Trimmer-C, Position notieren, Vergleich bei Wiedergabe, bis geringste Abweichung.

Und nun viel Glück wünscht Richard

Felix Schaffhauser
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03.Oct.03 11:59

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Vielen Dank für die guten und kompetenten Tips.

Ja das Magnetophon 70 weist sep Osz. und Löschkopfspule auf. Die Einkopplung der HF erfolgt über einen Keramiktrimmer (werde diesen mal unter die Lupe nehmen). Das Abgleichen scheint ein mühsamer Prozess zu sein. Vielleicht gibt es einen Hinweis, wie gross die HF-Spannung über dem Kombikopf bei Aufnahme etwa sein müsste. Werde auf alle Fälle mit dem KO die Spgs.verhältnisse einmal ausmessen.
Werde über die Ergebnisse berichten.

PS. Das Schema findet sich im RM.org unter dem Modell (als nette Dienstleistung eines anderen Kollegen! Danke!)

Richard Sauder
 
 
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03.Oct.03 17:02

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Hallo Felix,

das messen der Vormagnetisierungsspannung ist nicht ganz einfach. Erstens handelt es sich um Hochfrequenz (grösser 50 kHz), was ein normales Multimeter nicht schafft. Zweitens ist die Einkoppelung über den Keramiktrimmer so eine Sache. Wwenn man mit dem KO messen möchte, der eine Eingangskapazität von rasch einmal 500 pF hat, wirkt er mit dem Trimmer als Spannungsteiler. Je nach KO-Eingang können die gemessenen Spannungen um die Hälfte oder mehr abweichen. Man findet daher in den Geräteschemas selten vernünftige Angaben. Ich würde (als Faustregel) meinen, dass die Spannung vor dem Trimmer (50V?) etwa zwei bis dreimal so gross sein sollte wie direkt am Kopf. In Deinem Fall wird am Kopf praktisch nichts zu messen sein.

Viel Glück

Richard

Mario Tieke
Mario Tieke
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03.Oct.03 22:08

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Hallo

Die Vormagnetisierung ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

1. Kopfverschleiß

2. Bandgeschwindigkeit und Material

3. Hoch- oder Niederohmigkeit des Kopfes

Als Versuchswert sollte mal 15V HF gemessen mit Oszi oder anderen geeigneten Meßgerät eingestellt werden. Als Fehler könnte auch sein, das die HF in den Verstärker gelangt (Masseverbindungen) und die Regelung beeinträchtigt, welches zu Verzerrung führt. Im Verstärker darf keine HF meßbar sein. 

Zum Entmagnetisieren Gibt es noch eine bessere Lösung, die auch auf Metallteile in der Bandführung angewendet werden kann. Man nehme eine Drossel oder Trafo mit EI-Kern und entferne den Eisenkern auf der I-Seite. Das ganze schließt man an eine Wechselspannungsquelle an und geht damit an die zu entmagnetisierenden Teile. Abschalten in ausreichender Entfernung. Achtung, KEINE Entmagnetisierung an Oszi-Röhren vornehmen! Solche Entmagnetisierungsgeräte (Löschdrossel) gab es auch fertig von verschiedenen Herstellern.

Gruß Mario

This article was edited 03.Oct.03 22:22 by Mario Tieke .

Heiko zur Mühlen
 
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06.Oct.03 23:50

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 Hallo Herr Schaffhauser! Zunächst bitte ich um Entschuldigung für meine recht späte Antwort. Nach Ihrer Beschreibung liegt auch meiner Meinung nach ein Fehler in der
HF-Vormagnetisierung vor. In den anderen Forums-Beiträgen wurde das ja sehr
ausführlich beschrieben. Die HF-Spannung direkt am Tonkopf muss bei diesen
Geräten mit hochohmigen Kombi-Tonköpfen ca. 100 Volt betragen und muss
hochohmig gemessen werden. Ich glaube, dass diese Spannung in Ihrem Falle
erheblich zu niedrig ist. In den vorhergehenden Forumsbeiträgen wurde ja schon
auf einen evtl. defekten Trimmer zum Einstellen dieser HF-Vormagnetisierung
hingewiesen. Meistens hat sich da die Silberschicht zersetzt. Es könnte auch, wie bereits drauf hingewiesen, der Löschkopf defekt sein (unterbrochen).
Falls Sie den Fehler inzwischen nicht schon behoben haben sollten, könnte
ich Ihnen solch einen Trimmer, soweit er tatsächlich defekt sein sollte,
sowie den Löschkopf aus einem bereits halb ausgeschlachteten M70 ausbauen.
Zur genauen Einstellung der HF-Vormagnetisierung gehen Sie am Besten nach der
Beschreibung im Servicemanual vor. Auf Wunsch kann ich dieses zum Schaltbild
hinzu fügen. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

This article was edited 07.Oct.03 09:15 by Heiko zur Mühlen .

Heiko zur Mühlen
 
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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9 Morgen, am 8.10.03 werde ich die Einstellvorschrift von Telefunken
einscannen und allerdings zum Magnetophon 75 !!!!!!!!! hinzufügen.
Das M75 hat den gleichen Tonkopf wie das M70, so dass die HF-Einst.
identisch ist. Das Ganze schicke ich Ihnen dann gegen Mittag auch
zusätzlich noch direkt per eMail zu.
Wüsche noch ein gutes Gelingen,
Heiko
Heiko zur Mühlen
 
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07.Oct.03 10:40

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Hallo zusammen!
Auf den Magnetophon75-Seiten gibt es nun die versprochenen Service-Einstellvorschriften für die Telefunken-Tonbandgeräte der M70er-Serie.
Die Unterlagen stammen aus einem Service-Manual für M75.
Alle Halbspurgeräte der M70er-Serie und M100er-Serie sowie das KL65X
haben den gleichen Tonkopf, Telefunken-Typen-Bezeichnung F402
(KL65 und KL65S haben andere Köpfe).

Schöne Grüße,

Heiko Zurmuehlen

This article was edited 09.Oct.03 10:51 by Heiko zur Mühlen .

Felix Schaffhauser
Felix Schaffhauser
 
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07.Oct.03 12:31

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11

Vielen Dank für das grosse Echo und die vielen Tips sowie den ausgezeichneten Service durch den Typen-Referenten Herrn Zurmuehlen. Jetzt sollte ich eigentlich wirklich Erfolg haben!

Die grosse Hilfsbereitschaft hat mich begeistert!

mit besten Sammlergrüssen

Felix

  
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