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Theoretiker - eine Aufzählung von Beispielen

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Ernst Erb
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17.Apr.03 12:11

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Was sind denn die «theoretischen Wegbereiter» zu unserer heutigen Technik?

Ein Auszug aus dem Buch «Radios von gestern» soll uns aufzeigen, was es brauchte, bevor man eigentlich praktische Entdeckungen oder Erfindungen anstellen kann. Zugegeben; das kann auch zusammenfallen. 

Theoretiker sind meist promovierte Mathematiker oder Physiker, aber auch viele Experimentatoren erreichen zu dieser Zeit erstaunliche theoretische Ziele. Römer hat zum Beispiel bereits 1675 die Lichtgeschwindigkeit errechnet! Allerdings kennen wir viele Fehlbehauptungen nicht. Wir wissen lediglich, dass mit fortschreitender Technik oft allgemein akzeptierte Theorien zu verändern oder sogar aufzugeben sind. Unglaublich, wieviel Zeit oft verstreicht, bis man von den Theoretikern klar definierte Gesetze in der Praxis anwenden kann.

«Die Elektrochemie entwickeln Johann Wilhelm Ritter (ca. 1777-1810 München), J.J. Berzelius und Humphry Davy (Penzance-Cornwall 1778-1829 Genf) weiter. Es folgen die Entdeckung des Elektromagnetismus durch Oersted 1819, der Thermoelektrizität durch Ritter 1798 und Seebeck 1821 sowie der Elektrodynamik durch André Marie Ampère 1822-26, Physiker und Mathematiker (Lyon 1775-1836 Marseille).

Ampère entdeckt, dass stromdurchflossene Leiter sich anziehen oder abstossen. Er beschreibt die Richtung des Magnetfeldes eines Stromes. Die Erklärung des Magnetismus durch Molekularströme (ca. 1822)  und die Elektrodynamische Theorie beschreibt Ampère 1822-26. Nach ihm heisst die Masseinheit des elektrischen Stroms (I) Ampere (A). Neumann und Wilhelm Weber (Wittenberg 1804-?) fassen ca. 1825-28 die Erkenntnisse als Fernwirkungstheorie 1825-28 zusammen, die sich bald als falsch erweist (durch Maxwell widerlegt).

Mit der Aufstellung des Ohmschen Gesetzes 1827 durch Ohm und der Beschreibung der Induktion durch Faraday 1831 finden die theoretischen Entdeckungen einen gewissen Abschluss. Hinzuzufügen ist, dass 1815 Augustin-Jean Fresnel (ca. 1787-1827 bei Paris) 1915 eine exakte Wellentheorie des Lichtes und 1821 die Theorie transversaler Lichtwellen angibt [149].

Maxwell entwickelt 1856 die Theorie des elektromagnetischen Feldes und fasst 1865 die Arbeiten Faradays über Elektrizität zusammen. Er stellt eine einheitliche Theorie auf, die alle elektrischen und darüber hinaus die Erscheinungen des Lichtes beschreibt (Elektromagnetische Lichttheorie). Mit seiner brillanten Arbeit widerlegt er die Fernwirkungstheorie. Seine theoretischen Erkenntnisse gelten heute noch, obwohl sie damals unbeweisbar waren und nahezu in Vergessenheit gerieten. Ohne diese Erkenntnisse wären Radiowellen nicht denkbar.

Untersuchungen über den Durchgang der Elektronen durch Gase (Faraday 1837, Hittorf 1869, Crookes 1879) führen zur Entdeckung der Kanalstrahlen: Goldstein, Perrin, Thomson etc., deren Wesen Perrin, Thomson, Lenard und Wien klären. 1895 entwickelt Hendrik Antoon Lorentz (1853-1928) die «neue Elektronentheorie», die (bald widerlegt). Nach den Experimenten von Hertz unternimmt 1896 A. Righi Untersuchungen an speziellen Oszillatoren, die Millimeterwellen erzeugen können. Mit der Aufstellung der Quantentheorie (Quantenelektrodynamik, Bardeen, 1957) ist die Lorentzsche «Theorie von kleinen Körpern» widerlegt, und der Nachweis des Atomzerfalls leitet die jüngste Epoche der Elektronen-Lehre ein («Zweite Quantelung»)» [1-19].

Alles klar? Für mich nicht, denn ehrlich gesagt, geht mir die «Rechnung» nur dann auf, wenn man die «gut 90 % nicht entdeckbarer Materie» für die Tatsache, dass Radiowellen den «leeren Raum» überwinden, mit einbeziehen kann. Ich vermisse kleinste, heute nicht nachweisbare Energie- oder Materieeinheiten, die man als «Träger» bzw. «Resonatoren» der Wellen bezeichnen könnte. Wer kann dazu wissenschaftlich fundiert etwas schreiben?

This article was edited 17.Apr.03 12:15 by Ernst Erb .

  
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