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UHF-Konverter aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk Werdau ???

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Michael Mischke
 
 
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16.Dec.18 13:13

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Werte Sammlerkollegen und Fernseh-Fachleute,

in alten Unterlagen aus DDR-Zeiten fand ich eine Zeichnung aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk "Ernst Grube", Werdau (Sa).
Dort ist im A3-Format der innere Aufbau eines UHF-Konverters mit 2 Röhren EC86 dargestellt. (Scan siehe unten!)

Ist jemandem bekannt, ob es in diesem Betrieb eine offizielle, sog. Konsumgüter-Produktion, oder auch zum Export, derartiger Geräte gab? Wurde dort vielleicht auch nur Entwicklungsarbeit geleistet?
Gab es Verbindungen zu den anderen Firmen aus Werdau, die bei uns als Hersteller gelistet sind?

Der gezeichnete Konverter ist leider nicht näher bezeichnet, darunter steht nur "Fr 6696". Zeitlich kann man auch nur schätzen.
Irgendwie sieht die Darstellung wie ein Teil aus einer Bauanleitung aus...

Denkbar wäre wohl auch eine inoffizielle Fertigung, etwa um in den Genuss des ZDF-Programms zu kommen!?

Also, wer irgendetwas zu diesen Themen weiß, oder sich damals selbst einen UHF-Konverter gebaut hat, um ZDF schauen zu können, lasst es uns wissen!

Michael Mischke

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Michael Mischke
 
 
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17.Dec.18 18:11
 
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Bereits nach wenigen Stunden erreichte mich eine erste Antwort von Herrn Henning per Mail,
die schon fast alles aufklärt und weitere interessante Hintergründe zur damaligen Materialsituation beleuchtet! Herzlichen Dank dafür!

 

Hallo und einen schönen 3.Advent.
Die Zeichnung aus Ihrem Artikel habe ich sofort wiedererkannt. Sie wurde
damal so um 1967 vielfach abgezeichnet und weiterverbreitet. Kopieren
war ja sehr schwierig, als Kopierer gab es ja nur die sog. Ormig-Geräte
mit Matrizen. Diese wurden einzeln registriert und von Vorgesetzten
genehmigt. Oft hatten diese Leute aber auch Interesse am ZDF schauen und
haben das toleriert. Ich selbst habe damals mehrere Konverter nach
dieser Bauanleitung gebaut. Mein damaliger Chef hat das unterstützt, er
hat für sich sogar 2 EC 86 beschafft, denn diese waren für Privatleute
nicht zu kaufen. Ich selbst habe den Konverter mit 2 x PC 88 gebaut,
diese waren im Handel erhältlich. Das Gerät lief bei uns zu Hause, ich
war damals noch Lehrling und wohnte bei meinen Eltern, mehrere Jahre in
einem Fernseher "Rafena Stadion 4" Bis vor ein paar Jahren hatte ich das
Gerät noch auf dem Speicher, habe es dann aber wegen Platzmangel 
entsorgt. Ich hatte dann viele Freunde, die zu mir zum Fernsehen kamen.
Ein bis zwei Jahre später habe ich dann etliche Konverter nach ähnlichem
Prinzip mit den Transistoren AF 139 oder AF 239 gebaut. Diese
Transistoren gab es in der DDR offiziell nicht, die Nachbauten GF 145
und GF 147 kamen erst später. Meistens ließen sich die an einem
Konverter interessierten Leute diese Transistoren von ihrer
Westverwandschaft schicken.
Ein beliebtes Versteck vor den Röntgenaugen von Stasi und Zoll waren
übrigens Kaffebüchsen der Marke Albrecht, die es damals im Aldi gab. Die
übrigen Bauteile waren mehr oder weniger gut in der DDR zu beschaffen.
Für den Aufbau der Kammern wurde entweder Weißblech aus Konservendosen
oder doppelseitiges kupferkaschiertes Halbzeug aus der
Leiterplattenfertigung verwendet. Als Leitungskreise habe ich mit gutem
Erfolg Kugelschreiberminen aus Mehrfarbkulis verwendet. Sie wurden in
einem Bad aus gebrauchter Fotoentwicklerlösung galvanisch versilbert.
Mit selbstgebauter 21-fach Yagiantenne war bei uns der Sender Torfhaus
Kanal 23 ziemlich gut zu empfangen (Luftlinie ca.50 km). Vor einigen
jahren habe ich hier im Forum mal einen Artikel über diese Konverter
gepostet.
Ein Exemplar, das sogar 2 Module, eins für Kanal 23 ZDF und eines für
Kanal 57 NDR 3.Programm , enthielt, habe ich als Erinnerung behalten. 2
Bilder hänge ich an. Leider konnte ich die Antwort nicht im Forum
einstellen, deshalb der Weg per direkter Mail an Sie

Eine schöne Weihnachtszeit wünscht
Reinhart Henning

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