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UKW-Abschaltung in Norwegen

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Egon Strampe
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Norwegen schaltet UKW ab

Norwegen hat am Mittwoch als erstes Land der Welt mit der Abschaltung der UKW-Wellen begonnen. In der Region Nordland sollten ab 11.11 Uhr keine UKW-Sender mehr zu empfangen sein, wie das Kulturministerium sagte. Nach und nach sollen bis Ende des Jahres auch die UKW-Radios in den anderen Landesteilen verstummen. Nur einige Lokalradios dürfen bis 2022 noch auf UKW weitersenden.
futurezone.at

 

Edit 16.12.2017: In Titel das Land Norwegen hinzugefügt

This article was edited 16.Dec.17 23:26 by Bernhard Nagel .

Wolfgang Lill
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12.Jan.17 15:42

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"Radio braucht Modernisierung und Erneuerung. UKW-Technologie wurde in den 1950er Jahren eingeführt und ist sehr begrenzt in Bezug auf aktuelle Bedürfnisse. Eine der größten Herausforderungen ist der Mangel an Kapazität. DAB stellt die Kapazität zur Verfügung, die wir benötigen, um mehr Inhalte für Hörer zu generieren. UKW bietet in einem Land wie Norwegen, wo das anspruchsvolle Terrain und die spärliche Bevölkerung große Anforderungen an die Rundfunknetze stellen, keinen Platz mehr",

so begründet es Ole Jørgen Torvmark, Chef von Digital Radio Norway.

Heute 11,11 Uhr wurden die staatlichen UKW- Sender in der Provinz Nordland abgeschaltet. Hier in der Karte, Urheber; Julio Reis und J David Tereso  unter 18 zu sehen,

 

Dort wohnen gegenwärtig etwa 242000 Einwohner auf 38.481 Km2 mit der Provinzhauptstadt Bodo( cirka 47000 Einwohner ). 

 

Inzwischen sollen 74 % der Norwegischen Haushalte über einen Empfänger verfügen. Die privaten Radiosender dürfen weiterhin, zunächst redet man über 5 Jahre,  auf UKW senden.

Bis Jahresende 2017 sollen in allen Norwegischen Provinzen  diese Umstellungen erledigt sein. 

Dr. Willi Steul, Indendant des Deutschlandradios nimmt diese Aktion zum Anlass, ein erhöhtes Tempo bei der Umstellung in Deutschland zu fordern. 

Wenn ich mir die Senderstandorte in Norwegen ansehe, dann ist das System im Band III angelegt (also wie in Deutschland auch) , es gibt viele Kleinsender für kleinere Orte, Dörfer usw.  Ob damit bereits flächendeckend versorgt werden kann, müsste in dieser Provinz ausgetestet werden. Ich gehe jedoch davon aus,das aufgrund der Struktur der Oberfläche, eine flächendeckende Versorgung mit DAB+ nicht gesichert werden kann. Schließlich müsste man dem Kraftfahrer (Hauptgruppe der Radiohörer) das garantieren. 

Inzwischen gibt es auch erste Stimmen in Deutschland, die davon ausgehen, das bestimmte Flächen nicht mehr versorgt werden können...da kommt dann eben nur noch muting ! Ob sich die Hörer mit solchen Situationen abfinden?  Ich wage es zu bezweifeln !

Vielleicht können unsere norwegischen Mitglieder mal einige aktuelle Informationen dazu beisteuern.

Kanskje du kan våre norske medlemmer tid noen gjeldende informasjon å bidra med.

 

This article was edited 13.Jan.17 19:00 by Wolfgang Lill .

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28.Jan.17 01:57

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„Können unsere norwegischen Mitglieder mal einige aktuelle Informationen beisteuern ?  Mich interessiert, wie die Abschaltung des UKW- Rundfunks

bei den Hörern akzeptiert wird und wie es vor allem die Kraftfahrer aufnehmen.

Ich gehe davon aus, das nur ein kleiner Teil der Fahrzeug mit DAB+ Radios ausgestattet ist.  „

nochmal in norwegisch ( jetzt amtlich  übersetzt für unsere norwegischen Mitglieder) 

Har våre norske medlemmer aktuell informasjon til temaet slukking av FM-nettet? Det er av interesse hvordan selve slukkingen av FM-nettet blir akseptert hos hørerne.

Spesielt interessant er hvordan bilister opplever situasjonen.

Jeg tar utgangspunktet i at det bare er et fåtall biler som er utstyrt med DAB-radioer.»

Wolfgang Lill
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29.Jan.17 01:09

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Ich habe einmal alle aktiven norwegischen Mitglieder angeschrieben und eine Antwort von Herrn Fokke erhalten.

Er schreibt, das es Adapter für die Fahrzeuge gibt. Vom selbstnachrüsten bei älteren Fahrzeugen etwa 100 EURO bis zum fertigen Umbau in der Werkstatt kostet das bis 1000 EURO.

Auf der Internetseite radio.no

kann man sich von den Vorteilen des DAB+ überzeugen.

 

 

Wolfgang Lill
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03.Feb.17 16:50

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Ich hatte heute Gelegenheit mit einem Herrn aus Oslo darüber zu sprechen. Er ist Chef eines kommunalen Entsorgungsunternehmens ebenda.

Er meint dazu, wir sehen es momentan noch gelassen. In den Fahrzeugen sind Autoradios mit UKW- Bereich. Die Privatsender senden ohnehin noch mindestens 5 Jahre auf UKW und da brauchen wir nicht umzurüsten. Die allermeisten Fahrer hören hauptsächlich stau- und Verkehrsinformationen über die Privatsender.

Also ist der Effekt doch der, das in diesem Falle das Entsorgugnsunternehmen solange UKW noch funktioniert, das viele Geld für die Nachrüstung oder das Wechseln von Autoradios nicht ausgibt... der staatliche Rundfunk hat eben ein paar weniger Hörer ...aber die Rundfunkgebühren trotzdem.

Der Herr sagte mir noch, das er demnächst  einen neuen PKW  privat kaufen wird. Dort ist ein Radio mit AM - Mittel und Langwelle, UKW und DAB / DAB+ drin.

Er legt auch Wert die Nachrichten der BBC zu hören, und die kommen nunmal im AM- Bereich ...

Trotz erzeugter Euphorie beim staatlichen Rundfunk sollte man sich auch im Klaren darüber sein, das die Hauptanzahl der Radiohörer in Norwegen Autoradio hören und bei Einstellung dann der privaten Sender auf UKW in fünf Jahren erst die Proteste beginnen... 

 

This article was edited 04.Feb.17 11:56 by Wolfgang Lill .

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Norwegen hat erstes Land der Welt die DAB+ Umstellung abgeschlossen

Die UKW- Abschaltung in Norwegen der Rundfunksender ist nun vollzogen. In den letzten Provinzen Troms und Finnmark wurden am 11.Dezember die UKW- sender abgeschaltet. 

In Norwegen sind inzwischen fast 5 Millionen DAB+ Empfänger im stationären Einsatz und etwa 1,25 Millionen mobile Empfänger. 

Vor allem private Radiostationen haben vom Umstieg auf DAB+ provitieren können. Die Werbeeinnahmen stiegen ( Quelle: institutet för reklam- och mediestatistik) im zweiten Quartal 2017 um 1,4 Prozent.

Der Anteil der Internethörer, was sich sicher relativ genau ermitteln lässt, beträgt etwa 24 %. 

Gegenwärtig werden die staatlichen 14 Programme über 762 Sendenmasten übertragen, insgesamt sollen es, um im ganzen Land den Empfang zu sichern, etwa 1000 Sendemasten werden. 

Bei stationärem Empfang wird es, wie beim auf DIGITAL umgestellten Fernsehen, kaum Probleme geben. 

Viele  Kraftfahrer sind jedoch mit dem Empfang der DAB+ Sender noch unzufrieden. Es gibt häufige Mutings.

Inzwischen hat man herausgefunden, das es nicht immer senderseitig liegt, sondern an den Antennen der Fahrzeuge !  Die frequenzoptimierte Antenne scheint man konstruktiv tatsächlich vergessen zu haben und so ist hier ein neues Betätigungsfeld bei professionellen Herstellern als auch sicher bei experimentierfreudigen Amateuren  zu erwarten.

Auch gibt es inzwischen Lösungen  für den Autorradioempfang z.B. von Technisat die eine Nachrüstung über ein Audiokabel oder einen Modulator preisgünstig, schon um die 50 EURO, ermöglichen. 

Werksfoto Technisat

 

 

 

This article was edited 16.Dec.17 17:38 by Wolfgang Lill .

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16.Dec.17 19:28

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Josef aus Tschechien ( HRCS- Mitglied) schreibt mir: 

Wäre es nicht sinnvoll, wenn wir im Radiomuseum in ganz Europa ein „referendum“ machen, der die Abschaltung der restlichen AM (oder auch FM?) Sender oder wenigstens einigen davon verhindert. Unter uns sind sicher LEUTE, DIE Argumente dazu finden. Ich weiss, das es nicht viel Aussicht auf Erfolg hat, aber trotzdem???

Gruss Josef

 

Zunächst bin ich sehr froh, das wir wenigstens in Ungarn sehen,  auch AM ist noch berechtigt und wichtig  für Informationsprogramme! Die 540 KHz kommt 700 Km weit mit der Tagwelle und nachts ist dieser Sender in ganz Europa und darüber hinaus zu empfangen

und selbst die Langwelle 270 KHz mit noch lumpigen 50 KW schafft es von Topolna bis nach Berlin. Tja und wenn ich den polnischen Sender auf 225 KHz sehe, das ist wirklich vernünftig und noch nicht museumsreif.

Ich denke, der Hauptvorteil von DAB+ ist, das man nur noch die Sender hören  kann, wird und darf, die man hören soll.... Jedenfalls kurz hinter den Landesgrenzen ist Schluß. .. denke sich doch jeder seinen Teil !

 

 

 

This article was edited 16.Dec.17 19:41 by Wolfgang Lill .

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18.Dec.17 17:09

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Soeben hatte ich ein Gespräch mit einem Verwandten in OSLO. Der sagte mir, das die privaten nach wie vor auf UKW senden und der Staat es auch ( noch ) nicht vorschreibt. 

So langsam habe ich Sorge, das bestimmte Fachmagazine und Befürworter des DAB+  die Situation sehr viel positiver darstellen, wie diese vor Ort ist. 

So wird zum Beispiel der 1,4% Reklamezuwachs bei den privaten DAB+ Sendern angeführt. Aber es fehlt die Information um wieviel Prozent die Werbeeinnahmen bei den UKW- Privatsendern zugenommen haben.

Also, wer demnächst mal nach Norwegen mit dem PKW fährt, kann weiterhin UKW- Rundfunk hören . ..

Wolfgang Lill
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17.May.18 18:45

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Übrigens; Deutschland kann nach Norwegen und der Schweiz das dritte Land der Welt sein, wo DAB+ flächendeckend UKW und AM- ersetzt.

Im letzten Jahr wurden laut einem Artikel 1,8 Millionen Empfänger verkauft. Das ist ein Rekord !

Bei Neuwagen im Jahre 2018 soll der Anteil inzwischen bei etwa 40% liegen. Während die Japaner und andere ausländische Firmen noch Lang- Mittel- UKW und DAB+ alternativ einsetzen ( bei Volvo z.B. Aufpreis 300 EURO) werden inzwischen in deutschen Firmen UKW und DAB + Geräte ab Mittelklasse eingebaut. Ich habe gerade einen Skoda Karoq erworben. Dort ist ebenfalls UKW und DAB+ drin. Auf meine Frage, ob auch ein Gerät mit UKW DAB+ und MW-LW verfügbar ist gab es als Antwort ein "ja", der angebotene Mehrpreis von 1600 EURO für dieses Gerät schreckte mich jedoch ab, es zu kaufen.

Wenn es in diesem gewaltigen Tempo weitergeht mit der DAB+ Einführung, hat bestimmt jede Deutsche Familie in 15 Jahren einen DAB+ Empfänger.  Erst danach sollte man aus meiner Sicht DAB++ einführen. 

Es gibt bis jetzt nur einen einzigen Sender in Deutschland, der mit einer Datenrate von 144 kbps sendet, das ist BR- Klassik . 

Übrigens kam eine Anfrage; was machst Du bei muting im Auto? Meine Antwort ; einfach weitersingen bis der Sender wiederkommt. Es gibt doch für alles eine Lösung !

 

This article was edited 18.May.18 13:23 by Wolfgang Lill .

  
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