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Unbekannter französischer Zeitgenosse

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Stefan Biereigel
 
 
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03.Apr.15 10:16

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Hallo Forumsgemeinde!

Schon seit längerem steht bei mir ein bisher unidentifiziertes, scheinbar französisches Radio zur Restauration auf der Warteliste - war einmal ein Schnapp bei ebay und zu interessant, um es stehen zu lassen.

Leider habe ich bisher nichts über das Radio herausfinden können, es existiert im Internet scheinbar bisher nicht. Ich habe viele Bilder und alle bisher gesammelten Informationen in einem privaten Wiki zusammengetragen, auf das ich hier einfach verlinken würde, um die Bilder nicht doppelt hochzuladen. Ohne Frage könnte ich, wenn jemandem der Typ bekannt ist die Bilder auch hier auf dem RMO zur Verfügung stellen.

--> Link zur Informationsseite

Von hier aus also meine Frage ans Forum: Wer kennt dieses Radio und hat dazu eventuell Unterlagen - Schaltplan o.ä.? Es sind zum Glück nicht allzuviele Teile verbaut, einen Schaltplan könnte man eventuell selbst restaurieren. Da aber auch mindestens ein Teil ausgebaut wurde (Drehko/Schalter/Poti in der Front), wären Unterlagen schon hilfreich.

Besten Dank für alle Antworten!

Stefan!

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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03.Apr.15 21:11

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Herr Biereigel,

einige Informationen über französische Radiotechnik finden Sie hier.

Ausgerechnet eine C/EM2 in einem französischen Radio ? Das ist von allen Optionen die denkbar unwahrscheinlichste !

Es kann sich hier fast nur um eine EM1 handeln, eine EM4 als Ersatz wäre möglich, aber immer noch rar und teuer. Ein preisgünstiger Ersatz wäre die russische 6Е5С, dann aber mit Tausch der Fassung.

M. f. G.  J. R.

This article was edited 03.Apr.15 21:12 by Jacob Roschy .

Stefan Biereigel
 
 
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04.Apr.15 09:55

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Hallo!

Die C/EM2 war mein Rateversuch - als ich das Gerät erhielt war vom Glaskolben nichts mehr übrig (kaputt), ich konnte also nur anhand Bildern vom System die Röhre identifizieren. Es handelt sich wahrscheinlich aber tatsächlich um eine EM1, da oben über die Leuchtschicht ein Querdraht verläuft, das ist wohl bei der C/EM2 nicht der Fall - ist mir nicht aufgefallen.

Ich habe jetzt erstmal einen Verdrahtungsplan aufgenommen, und bringe ihn in eine übersichtliche Form (Schaltplan), dann kann ich mit der Instandsetzung und Rekonstruktion der Elektronik beginnen.

Eine generelle Frage steht aus: An der Front sind eigentlich drei Bedienelemente zu finden, zwei sind hier noch vorhanden: Ein Drehko zur Frequenzwahl und ein Wellenschalter (LW, MW, KW). Was könnte das dritte Bedienelement sein, welches bei mir ausgebaut ist? Möglicherweise ein kombinierter Ein/Aus-Schalter mit Lautstärkesteller? (Gab es sowas zu dieser Zeit schon?).

MfG

Stefan

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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04.Apr.15 16:39

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Hallo Stefan,

ja richtig, das fehlende Bedienelement ist ein kombinierter Ein/Aus-Schalter mit Lautstärkepoti.
Im Zeitalter der Magischen Augen war dies längst schon etabliert. Zur Rekonstruktion sind Schaltungen von Geräten geeignet, die mit EBC3 + EL3(N) oder mit ABC1 + AL4 bestückt sind.

Wie man sieht, handelt es sich hier um ein höherwertiges Gerät mit HF- Vorstufe mit einer EF5.
Zur Orientierung könnte man auf andere Schaltpläne von Geräten mit gleicher Röhrenbestückung zurückgreifen, ggf. auch auf solche mit EF9 statt EF5 oder mit EM4 statt EM1.

M. f. G.  J. R.

Stefan Biereigel
 
 
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05.Apr.15 09:40

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Hallo,

so, hier (bzw auf der Wikiseite unter "Schaltplan") nun die erste Version des aufgenommenen Schaltplans. Ich würde mich freuen, wenn vielleicht der eine oder andere mal darüberguckt, um eventuelle Fehler oder ungereimtheiten zu finden - es war eine Menge Arbeit und ich kann nicht ausschließen, dass das ganze fehlerfrei ist.

Die mit ? bezeichneten-Labels sind die Drähte, die zum nicht mehr verbauten Lautstärkesteller gehen, dieser (und die EM1) werden noch nachgetragen.

Haben sie eine Idee, wo man einen derartigen Kombinationsschalter für Netz und Lautstärke herbekommen könnte? In meinem Fundus ist leider nichts derartiges zu finden.

 

73, Stefan

EDIT: Schaltplan Version 2 hochgeladen, EM1 mit eingetragen.

This article was edited 05.Apr.15 10:09 by Stefan Biereigel .

Walter Schmidt
 
 
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05.Apr.15 16:34

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Guten Tag Herr Biereigel,

Ein Lautstärkeregler an dieser Stelle ist doch wahrscheinlich, darauf weisen auch die offenen abgeschirmten Kabel hin. Ist ja alles sehr nah am Netztrafo. Da liegt es jedenfalls nahe, daß der Netzschalter im Lautstärkepoti integriert war. Können Sie (vielleicht umgelötete) Kabel erkennen?

Bei französischen Radios ist die Kombination nicht ungewöhnlich. Falls Sie Ersatz suchen, kann ich vielleicht behilflich sein, ich habe noch 2 defekte Chassis dieser Baujahre hier herumliegen. Ich denke mal, die Potis haben einen Widerstand von ca. 1MOhm. Bei Bedarf kann ich noch mal nachschauen.

Gruß, W.S.

 

Stefan Biereigel
 
 
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05.Apr.15 22:26

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Hallo!

Vielen Dank für das nette Angebot - ich würde mich natürlich sehr darüber freuen. Ein weiterer OM hat mich per E-Mail angeschrieben und schaut ebenfalls, ob er ein passendes Teil hat.

Ich verstehe nicht ganz, wie das Potentiometer anzuschließen wäre - hat eventuell jemand eine Idee dazu? Entsprechend der im Schaltplan notierten Anschlusspunkte (?_ROT, ?_BLAU, ?_GELB) kann ich mir keinen Reim machen ...

EDIT 1: Aus dem lesen vieler ähnlicher Radioschaltungen ist es klargeworden, Schleifer ans Gitter der EBC3, die Widerstandsbahn zwischen dem Filter an der Diode und dem Kathodenwiderstand. Das Potentiometer sollte entsprechend vieler anderer Schaltpläne einen Wert von 500kOhm besitzen.

Ansonsten würde ich noch Hilfestellung bei Folgendem brauchen: Wo ist der Gitterwiderstand der EM1 in der Schaltung anzuschließen? Die Positionierung des noch vorhandenen Widerstands suggeriert, dass sie auch mit am Potentiometer angeschlossen wird - ist das plausibel?

EDIT 2: Meiner Auffassung nach sollte der Gitterwiderstand der EM1 auch mit an das Filter an der Diode.

Vielen Dank aber erstmal für die kompetente Hilfe von allen Seiten!

73 Stefan, DK3SB

This article was edited 05.Apr.15 23:30 by Stefan Biereigel .

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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06.Apr.15 09:49

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Hallo,

Ein genau richtiges 500k-log- Potentiometer mit Netzschalter gibt es unter der Bezeichnung WID755 bei „Frag Jan zuerst“.

Die Schaltung sollte so sein, wie im Anhang gezeigt. Die Katode des Magischen Auges müsste eigentlich auf der Katode der EBC3 liegen, damit keine Potentialverschiebung entsteht. Dann müsste aber der Katoden-Widerstand R8 so geändert werden, dass die Spannung wieder wie zuvor ist.

M. f. G.  J. R.

 

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This article was edited 06.Apr.15 09:52 by Jacob Roschy .

Stefan Biereigel
 
 
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06.Apr.15 10:09

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Hallo!

Ja, es war tatsächlich so, dass noch ein kleiner Rest des Kabels zur Kathode der EM1 am Kathodenwiderstand der EBC3 zu finden war - warum auch immer er durchtrennt wurde. Jetzt ist er wieder dort angelötet. Der Schaltplan wurde entsprechend aktualisiert.

Vielen Dank für den Hinweis auf das Angebot - wenn keiner von den beiden Herren, die angeboten hatten in ihrem Fundus nachzusehen etwas derartiges hat, werde ich mich dort um ein solches Bemühen. Im Moment bin ich noch auf der Suche nach einer Quelle für die EM1, bei den üblichen Preisen ist es umso trauriger, dass sie beim Transport zerstört wurde..

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Biereigel

Walter Schmidt
 
 
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06.Apr.15 10:50

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Hallo Herr Biereigel,

ich suche einmal meine französischen Potis mit Netzschalter heraus und schicke Ihnen erst mal die Fotos zu. Dann können Sie sich das passende Exemplar heraussuchen. Es fallen dann nur Versandkosten an.

Gruß, Walter Schmidt

Stefan Biereigel
 
 
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06.Apr.15 18:16

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Hallo,

habe per Mail direkt Hilfe bekommen, werde mich die kommenden Tage noch mit dem Ersetzen der kaputten Elkos beschäftigen und mich wieder melden, wenn das Radio wieder spielt oder weitere Probleme auftauchen.

Erstmal an dieser Stelle Dankeschön an alle, die Hilfe angeboten haben und wertvolle Tips beisteuern konnten!

MfG,

Stefan Biereigel

Stefan Biereigel
 
 
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18.Apr.15 14:52

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Hallo zusammen,

nun habe ich die nötigen Teile noch zusammen gesucht, v.a. die Elkos und offensichtlich kaputten Kondensatoren getauscht und mal eine Inbetriebnahme gestartet: Die Hochspannung pendelt sich bei 370V ein, der Lautsprecher brummt ganz dezent (nicht störend laut) - am Pick-Up-Eingang kann man einen Ton einspeisen, den die Endstufe und der Lautsprecher sehr schön (unverzerrt) wiedergeben. Der NF-Teil scheint also erstmal in Ordnung. Mit einer Unbekannten: Ist es normal, dass in dieser Schaltungsvariante der Pick-Up-Eingang nicht über das Lautstärkepoti einstellbar ist? Da der PU-Eingang ja direkt am Gitter der EBC3 hängt, scheint mir das erstmal nicht ungewöhnlich.

Für den HF-Teil habe ich erstmal keine große Hoffnung, die beiden EF5 bringen kaum Anodenstrom im Prüfer und werden daher wahrscheinlich auch an einer Antenne kein Signal verstärken - werde es trotzdem ausprobieren und gucken ob der Oszillator schwingt. Wo sind denn heute noch EF5 zu bekommen? BTB-D scheint mir die einzige Quelle zu sein.. Bei eBay und ähnlichen Anbietern ist sie kaum zu sehen.

Auch schade: Die EM4, die ich für 3€ auf eBay für das Radio geschossen habe, hat leider keinerlei Leuchtkraft mehr .. möglicherweise lohnt es hier mal, so eine Kaskadenschaltung auszuprobieren, mal sehen.

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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18.Apr.15 15:35

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Hallo,

wenn die 370V hinter der Lautsprecher- Feldspule auftreten, also als eigentliche Anodenspannung, dann ist dies schon bedenklich hoch und ist für die Röhren gefährlich, es sollten max. 260 - 270 V sein !

Bei verringerter Stromentnahme durch fehlende oder schwache Röhren steigt die Spannung zwar an, aber 370 V ist schon fast ein Leerlaufwert !

Der Pick-Up-Eingang sollte natürlich vor dem Lautstärkepoti liegen !

Dass beide EF5 taub sind, ist etwas merkwürdig, man kann sie aber ohne Qualitätsverlust durch die EF9 ersetzen (können ggf. von mir geliefert werden).

Bei einer EM4 für nur 3 € kann man eigentlich nur Schrott erwarten, selbst bei 30 € kann man nicht mit 100 % Leuchtkraft rechnen.
Ich kann nur nochmals auf den Ersatz durch die russische 6Е5С hinweisen !

M. f. G. J. R.

Stefan Biereigel
 
 
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18.Apr.15 15:59

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Hallo,

die etwa 370V sind tatsächlich nur vor der Feldspule messbar, nach dieser sind es noch etwa 215V. Ich konnte dem Radio am Langdraht auf Kurzwelle soeben auch ein paar Sender entlocken allerdings hört man kein HF-typisches Grundrauschen, die Sender die ich höre sind auch sehr stark auf dem Afu-Empfänger, vielleicht ist das Gerät also tatsächlich noch zu unempfindlich.

Ja, dass beide EF5 so schwach sind, macht mich auch nachdenklich, auf dem Röhrenprüfer bringen sie aber beide weit unter 1mA Anodenstrom... Ich werde mich noch ein bisschen unhören, ansonsten melde ich mich gern wegen der EF9. Bei der EM4 habe ich erstmal nichts erwartet, da sie aber ohne Gebot für 3€ zu haben war, (ungeprüft, Werkstattauflösung) war es den Versuch wert.

Auf jeden Fall schonmal schön zu sehen, dass der Franzose wieder spielt!

Gruß & Dank,

Stefan Biereigel

  
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