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neuberger: Universalkartensystem für RPM 370 & RPM 375

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Kurt Schmid
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26.Aug.18 00:08
 
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Universalkartensystem für die Neuberger Röhrenmessgeräte

RPM 370 und RPM 375

Kurt Schmid

Es war der ingeniöse Max Funke, der 1936 das von ihm erfundene revolutionäre Prüfkartensystem mit röhrentypabhängigen Lochkarten (DRP 582749) erstmals in seinem Model Funke W 10 einsetzte [1]. Auch sein deutscher Konkurrent Neuberger [2] führte in der Folge bei seinen Röhrenprüf- und Messgeräten das Lochkartensystem ein. Beide Hersteller benutzten dieses bis zur Aufgabe ihrer Geräteproduktionen. Während das russische Gerät L3-3 ebenfalls auf Prüfkarten basierte, fanden diese hingegen in französischen, italienischen und angloamerikanischen Röhrentestgeräten bis auf seltene Ausnahmen (USA, Cardmatic Modelle) keinen Eingang.

Bei nicht-lochkartenbasierten Röhrenprüf- und Messgeräten erfolgt die Zuordnung der Spannungsquellen zu den Röhrenelektroden durch traditionelle Schaltersysteme wie beispielsweise Drehschalteraggregate. Ein Übersichtsartikel findet sich in [3].

Abbildung 1: Typisches Layout von Funke und Neuberger Röhrenprüfkarten

Der große Vorteil von Prüfkarten ist die relativ „narrensichere“ Handhabung. Im Laufe der Weiterentwicklung des Prüfkartensystems von der Aufgabe der reinen Zuordnung der verschiedenen Spannungsquellen des Röhrenmessgeräts mit den Röhrenelektroden, kamen weitere Funktionen hinzu. Wiederum war es Funke, der als erster auch den Messbereich des Anzeigeinstruments mit Hilfe von Lochkartensteckschaltern den Erfordernissen entsprechend verwechslungsfrei festlegte. Weitere Schalt- und Einstellfunktionen kamen im Laufe der Zeit hinzu.

Im Verlauf der damals stürmischen Röhrenentwicklung erhöhte sich die Anzahl (und auch die Komplexität) der notwendigen Prüfkarten immer mehr und erreichte letztendlich ca. 2000 Stück. In diesem Zusammenhang zeigte sich ein weiterer Vorteil des Prüfkartensystems. Neu hinzukommende Prüfkarten konnten leicht in den Bestand einsortiert werden. Durch die alpha-nummerische Sortierung nach Röhrenname im Kartenstapel, waren die neuen Karten (hoffentlich) immer in der richtigen Reihenfolge einsortiert. Nur dann findet der Anwender auch problemlos die zur Röhre zugehörige Karte.

Der damals empfundene Nachteil des Prüfkartensystems lag nun darin, dass der Stapel der Röhrenprüfkarten immer voluminöser wurde. Zudem stellte sich die Nachbestellung von Karten für neu herauskommende Röhren als umständlich und kostenintensiv heraus. Aus heutiger Sicht, wo Röhrenprüfgeräte und Röhrenprüfkarten ein abgeschlossenes Gebiet darstellen, sind solche Probleme natürlich nicht mehr relevant. Bei der heutigen Beschäftigung mit Röhren und deren historischen Prüf- und Messgeräten tritt bei Prüfkarten basierten Geräten ein neues Problem auf. Beim „second-hand“ Kauf von historischen Röhrenprüf- und Messgeräten sind deren Kartensätze häufig unvollständig oder Karten sind zerschlissen. Ungebrauchte Kartensätze (Depotware, siehe Abb. 2) kommen extrem selten auf den Markt und können leicht den Preis eines einfachen Röhrenprüfgeräts erreichen.

Abbildung 2: Ein fabrikneuer „stock-listet“ Satz von Neuberger Röhrenprüfkarten für RPM 370 & RPM 375

Der oben abgebildete Kartensatz wurde von Neuberger für NATO Streitkräfte gefertigt. Der aufgedruckte Kode ist die sogenannte National Stock Number (NSN). Die ersten 4 Ziffern zeigen an, in welche Warengruppe der Artikel eingruppiert ist. 6625 = Electrical and Electronic Properties Measurements and Testing Instruments.

Bei neueren Geräten von Funke (W 19, W 20) findet der Prüfkartensatz innerhalb des Gerätegehäuses Platz. Dort sind sie gut geschützt und fehlen selten ganz. Wesentlich schlechter stellt sich die Situation bei den Neuberger Geräten RPM 370 und RPM 375 dar [4,5]. Wohl wegen des sowieso schon hohen Gesamtgewichts dieser Geräte und des großen Volumens der Röhrenprüfkartensätze wurden diese separat aufbewahrt. Wenn z.B. wegen Todesfall die Geräte verkauft wurden, blieben die vom Gerät getrennten Karten oft zurück. Heute kreisen alle diese Kartensets vermutlich um den Ring des Saturn (LoL).

Wegen der stabilen Konstruktion der Neuberger RPM 370 und RPM 375 Geräte sind, trotz oft inkomplettem oder fehlendem Kartensatz, derzeit noch recht viele davon bei Röhrenliebhabern in Gebrauch. Als Abhilfe für das geschilderte Prüfkarten Problem wurde von mir das hier vorgestellte Universalprüfkartensystem entwickelt. Dieses macht den Besitz eines Kartensatzes obsolet. In einem Datenheft zur Universalprüfkarte sind alle Kartendaten einschließlich der Positionen der Prüfkarten-Stifte unverwechselbar im handlichen A4 Format zusammengefasst.

Ein vergleichbares System für das Neuberger RP 270 wurde bis vor einiger Zeit von Radiowelt Austria unter dem Namen „Universal Prüfsystem für Neuberger RP 270“ vertrieben [6].

Der Kartensatz des Funke W19 (S) Röhrenprüfgeräts enthält eine „Universalkarte zur Prüfung von Röhren ohne vorhandene Prüfkarten“ mit zeilenweise durchnummerierten Lochnummern (72 Löcher) [7]. Darauf basiert ein sogenannter „elektronischer Karteikasten“ (DOS-Datenbank) und eine gedruckte Liste der verfügbaren Röhrenprüfkarten mit allerdings relativ wenig übersichtlichen Angabe der jeweiligen Röhreninformationen und Lochnummern [8].

Methode zur Erstellung der Universalprüfkarte für Neuberger RPM 370 & RPM 375

Abbildung: 3 Das Steckerfeld der Universal-Schaltvorrichtung der Neuberger Geräte RPM 370 & RPM 375

Obwohl für den Gebrauch des Universalprüfkartensystems nicht notwendigerweise die Kenntnis des Aufbaus und der Funktion der sogenannten Universal-Schaltvorrichtung erforderlich ist, wird hier für den interessierten Leser kurz darauf eingegangen.

Das in Abbildung 3 dargestellte Steckerfeld ist „unter der Haube“ recht heterogen aufgebaut. Das zentrale gelb umrandete Feld (B) der Sockelschaltgruppe beherbergt einen 9x10 Kreuzschienenverteiler mit dem die 9 Leitungen der vorhandenen Messspannungsquellen mit bis zu 10 Röhrenelektroden (Fassungs- und Kolbenanschlüsse) verbunden werden können. Mit einem vorgeschalteten zweiten kleineren 4x4 Kreuzschienenverteiler (grün umrandetes Feld A, der sogenannten Spannungsschaltgruppe) können die im Gerät verfügbaren vier Gitterspannungsquellen (zwei negative und zwei positive Spannungsquellen) beliebig auf vier im Hauptkreuzschienenverteiler (B) horizontal verlaufenden Schienen G1-G4 verteilt werden.

Im rot umrandeten Feld C (Prüfschaltgruppe genannt) befinden sich kein Kreuzschienenverteiler, sondern 45 voneinander unabhängige Buchsen-Steckerschalter mit den unterschiedlichsten Funktionen. So steuern beispielsweise die ersten 8 Schalter der beiden oberen Reihen im Feld C den Messbereich des Hauptanzeigeinstruments (1,2 – 6000 mA). Mit den Schaltern in der dritten darunterliegenden Reihe können Belastungswiderstände (0-10kOhm) geschaltet werden.

Neben den angesprochenen Schaltern in Feld A-C sind auch 4mm Anschlussbuchsen vorhanden. Über Feld B befinden sich in der Verlängerung der 10 senkrechten Schienen des Kreuzschienenverteilers zehn 4mm Buchsen, über welche die Anschlussleitungen zu den Röhrenelektroden extern zugänglich sind. Die beiden Reihen mit sechs 4mm Anschlussbuchsen über dem Feld C sind für unsere Betrachtung irrelevant.

Als letztes soll noch die Funktion des großen Drucktastenschalters unterhalb von Feld A angesprochen werden. Dieser schaltet beim Prüfen von Röhren mit zwei Systemen die Anodenspannung von Röhrensystem I auf die Anode von System II um.

Mit den hier zusätzlich vermittelten Kenntnissen über die Funktionen der einzelnen Kartenfelder wird der Benutzer zwar nicht zum Experten, bleibt aber zumindest nicht der sprichwörtlich „dumme User“.

Die Universalprüfkarte

Im Gegensatz zu einer röhrentypischen Prüfkarte (z.B. Abbildung 1, ECC 83) mit einem definierten Muster an Lochungen, in welche die Prüfkartenstifte gesteckt werden, muss die Universalprüfkarte notwendigerweise für sämtliche vorhandene Steckerbuchsen Lochungen zum Einstecken der Prüfkartenstifte aufweisen. In Abbildung 4 ist ein Beispiel einer Universalkarte gezeigt. Die Lochungen mit 6mm Durchmesser korrespondieren mit dem in Abbildung 3 gezeigten Steckerfeld des Universal-Schaltvorrichtung. Links im grünen Feld A befinden sich 4x4 Lochungen (16 Stück); im gelben Feld B in der Mitte sind 9x10 (= 90) Lochungen vorhanden; im ziegelrotes Feld C rechts davon, befinden sich 9x5 (= 45) Lochungen. Insgesamt weist die Universalprüfkarte somit 151 Lochungen für Prüfkartenstifte auf. Dazu kommen noch 10 + 6 Lochungen (ebenfalls 6mm) für die oben schon angesprochenen Bananenstecker-Buchsen plus die 20mm große Ausstanzung für den Drucktastenschalter.

Abbildung 4: Beispiel einer Universalprüfkarte

Die Lochungen wurden mit einem 6 mm Locheisen zeilenweise entlang eines Edelstahl Lineals ausgestanzt. Die große Ausstanzung für den Druckschalter (System I/System II) wurde mit einem 20 mm Locheisen ausgeführt. Als Stanzunterlage diente ein dickes Stirnholzbrett aus Hartholz wie es in der Küche benutzt wird.

Jede einzelne, der auf der Universalkarte vorhandenen 151 Lochungen, muss nun eindeutig identifizierbar gemacht werden. Bei den Universalkarten der Funke Geräte (W 19, W 20) sind die Lochungen zeilenweise, beginnend von links oben bis rechts unten, einfach durchnummeriert [7]. Aus der in Abbildung 4 dargestellten Abbildung ist leicht ersichtlich, dass auf der Universalkarte keinesfalls 151 bis zu dreistelligen Zahlen Platz finden könnten. Außerdem wäre eine mangelhafte Übersichtlichkeit zu erwarten.

Inspiriert von der Matrixorganisation der beiden vorhandenen Kreuzschienenverteilern (Abbildung 3, Feld A und Feld B) wurde eine orthogonale (rechtwinklige) Matrix über die gesamte Universalkarte gelegt, so dass alle Lochungen in Kreuzungspunkten der Zeilen- und Spaltenlinien liegen. Die neun (waagrechten) Matrixzeilen wurden von oben beginnend von 1-9 durchnummeriert. Die (senkrechten) Matrixspalten wurden, beginnend von links, mit den Großbuchstaben (A-S) belegt. Damit ergibt sich eine eindeutige Adressierung der einzelnen Lochpositionen. So hat z.B. die Lochung im Kreuzungspunkt der 4. Zeile und der K-Spalte die Lochposition (Y/X Koordinate) 4K (s. Abbildung 3).

Erfassung der Lochpositionen (Koordinaten) von Röhrenprüfkarten

Abbildung 5: Vorgehen beim Erfassen der Lochkoordinaten einer beliebigen Röhrenprüfkarte

  1. Prüfkarte (Beispiel EC 92): Die Karte ist zu besseren Sichtbarmachung der Lochung mit blauem Papier hinterlegt.
  2. Schablone (Overlay): aus Transparentfolie mit Rechteckmatrix aus 9 Zeilen (waagrechte Linien 1-9) und 19 Spalten (senkrechte Linien A-S). Die Schablone kann heruntergeladen werden (s. Kapitel Anlage, Punkt 2).
  3. Schablone (B) aufgelegt auf Prüfkarte (A): Die Koordinaten der einzelnen Lochungen (blau unterlegt) liegen in den jeweiligen Kreuzungspunkten der Zeilen- und Spaltenlinien. Jede einzelne Y/X-Lochkoordinate besteht aus einer Zahl (1-9) gefolgt von einem Buchstaben (A-S).

Im illustrierten Beispiel einer Prüfkarte für die EC 92 (Abbildung 5A) ist ein Muster mit 10 Löchern vorhanden. Die mittels der Auswertung (5C) mit der Schablone (5B) erhaltenen zehn (Y/X) Lochkoordinaten werden als Zahl/Buchstaben Paar geschrieben; beginnend mit Zeile 1 der Matrix (von links nach rechts). Die Koordinaten aller folgenden Matrixzeilen werden aufeinanderfolgend in einer Ergebniszeile angeordnet:

1Q, 2E, 4O, 4R, 4S, 6A, 6J, 7K, 8G, 9H

Neben der oben beschriebenen Erfassung der Lochkoordinaten mit der Schablone direkt von den Prüfkarten aus dem Stapel, wurden auch Prüfkarten, welche als Fotos auf käuflichen CDs gespeichert vorliegen, erfasst. Dazu wurde die Schablone (5B) als Overlay auf das Bildschirmbild der Prüfkarte leicht fixiert und wie oben beschrieben ausgewertet. Abbildung 6 zeigt ein Foto vom Bildschirm des Computers.

Abbildung 6: Auswertung anhand eines Computerbildschirms

Die Bildgröße der Röhrenprüfkarte wurde an das transparente Overlay (Schablone) angepasst und dieses passend zur Karte orientiert. Die Lochungen (schwarz) liegen gut auswertbar in den entsprechenden Kreuzungspunkten der Matrix. Wie ersichtlich, können die Lochkoordinaten bequem ermittelt werden. Die Ergebnisse aller Kartenauswertungen wurden in eine Excel Tabelle eingetragen und abgespeichert.

Verfeinerung der Universalkarte

Wie schon ausgeführt genügt die in Abbildung 4 dargestellte Universalkarte vollständig allen Erfordernissen zur Ermittlung der Koordinaten der auf einer Röhrenprüfkarte vorhandenen Lochungen. Bei der Platzierung von Prüfkartenstiften mit Hilfe der Universalkarte in die durch die Liste der Lochkoordinaten gegebenen korrekten Lochpositionen arbeitet man quasi „blind“ in Bezug zur Funktion des jeweilig gesetzten Prüfkartenstifts. Für manche Anwender könnte es psychologisch befriedigender sein, wenn ersichtlich wäre, welche Funktion der durch den Prüfkartenstift gerade betätige Stiftschalter ausführt. Daher wurden auf der Universalkarte Felder nach Funktion farbmarkiert. Für das Funke W 19 Röhrenprüfgerät hat der Autor eine ähnliche farbkodierte Universalkarte im RM.org publiziert [7]. In Abbildung 7 ist die so modifizierte Universalprüfkarte gezeigt. Diese kann heruntergeladen werden (s. Kapitel Anlage, Punkt 1).

 

Abbildung 7: Universalkarte für Neuberger RPM 370 & RPM 375 mit farblich kodierten Funktionsfeldern

Im Vergleich mit dem Steckerfeld der Universal-Schaltvorrichtung der Neuberger Geräte RPM 370 & RPM 375 (Abbildung 3) wird leicht ersichtlich, dass

a) das große mittige gelbe Feld den 9x10 Kreuzschienenverteiler der Sockelschaltgruppe markiert

b) das kleinere grüne Feld links davon markiert den 4x4 Kreuzschienenverteiler, welcher die vier Gitterspannungsquellen auf die vier horizontalen Gitterschienen des rechts davon befindlichen 9x10 Kreuzschienenverteilers (Prüfschaltgruppe) schaltet

c) das ziegelrote Feld auf der rechten Seite markiert das umfangreiche Feld der Prüfschaltgruppe

d) das graue Feld über dem gelben Feld umfasst die zehn 4mm Buchsen zu den Elektrodenanschlüssen von Röhren, für die keine Fassung vorhanden ist

Das Datenheft zur Universalkarte

Die Information auf einer Röhrenprüfkarte beschränken sich natürlich nicht auf das Muster der vorhandenen Lochungen. Üblicherweise sind auf den Prüfkarten eine größere Anzahl gedruckter Röhreninformationen vorhanden.

1)  Röhrendaten:

a) Röhrenname (z.B. EF 80)

b) Röhrensystem (z.B, Triode, Pentode, Gleichrichter, Stabilisator, etc.)

c) Röhrensockel (z.B. Europa, Noval, Oktal, etc.)

2)  Messspannungen (Heizspannung, Anodenspannung, Gitterspannungen etc.)

3)  Kennwerte (=typische Werte im Arbeitspunkt, =Richtwerte)

a) Anodenstrom (Ia)

b) Schirmgitterstrom (Ig2)

c) Röhrensteilheit (S)

4)  Schema der Sockelanschlüsse (Bild)

5)  Schema des Röhrensystems (Bild)

Im Datenheft zur entwickelten Universalkarte wurden neben den Steckerstift Koordinaten alle Daten, obiger Punkte 1-3, aus den Prüfkarten übernommen (Abbildung 8). Schemata der Sockel- und Röhrensysteme wurden aus Platzgründen und wegen der Übersichtlichkeit nicht in das Universalkartensystem aufgenommen. Bei Bedarf können diese und weitere Details bequem in den Röhrendatenbanken von Helmut Weigl nachgesehen werden [9]. Unter Inkaufnahme obiger Restriktion (Punkte 4-5) konnten alle Informationen für eine Röhre gerade noch in einer Zeile eines A4-Blatts untergebracht werden. Alle Daten wurden in einer Excel Datei gespeichert und können so leicht erweitert, korrigiert, sortiert und gedruckt werden. In Abbildung 8 (Zeile 3) ist beispielhaft die Datenzeile einer EC 92 gezeigt. Bei den beiden ersten Zeilen handelt es sich um die auf jeder Seite der Excel Datei und somit des Datenhefts erscheinende Blattüberschrift.

Abbildung 8: Beispiel einer Datenzeile in der Excel Datei und des Datenhefts zur Universalkarte

Unterhalb den beiden Zeilen der Blattüberschrift ist als Beispiel der Dateneintrag der Triode EC 92 gezeigt.

Zusammengehörige Spalten sind farblich gekennzeichnet:

1) Röhrendaten: Spalten 1-3 (braun)

2) Spannungsquellen (Messspannungen): Spalten 4-9 (blau)

3) Kennwerte: Spalten 10-12 (grün)

4) Prüfkartenstift-Positionen: Spalten 13-29 (gelb)

Dies dient zusätzlich zur optischen Unterscheidung/Trennung. 

Durch die gewollt kompakte Präsentation der Daten einer Röhre in einer einzigen Zeile, ergibt sich trotz der großen Anzahl der erfassten Röhrenprüfkarten ein relativ schlankes Datenheft. In Abbildung 9 ist eine repräsentative Seite aus dem Datenheft gezeigt.

Abbildung 9: Beispielseite aus dem Datenheft zur Universalkarte (Low Res. RM.org)

In der ersten Spalte stehen die Röhrennamen. Der auf den einzelnen Prüfkarten oben links, stehende fett aufgedruckte Röhrenname (siehe z.B. Abbildung 5A, EC 92) ist in der Datenheft-Liste in roter Schrift gedruckt. Daneben enthalten die Prüfkarten oft alternative Röhrennamen. Diese stehen in den Prüfkarten kleiner gedruckt unter dem „Haupt“-Name (siehe z.B. Abbildung 5A, 6AB4). Falls auf den Prüfkarten „Äquivalenz“-Namen aufgeführt sind, bekommen diese Röhren in der Excel Datei unter ihrem „Äquivalenz“-Namen eine eigene Datenzeile. Der Röhrenname ist dann in schwarzer Farbe gedruckt (s. Abbildung 9). Für manche Röhren sind viele solcher „Äquivalenz“-Namen bekannt (siehe z.B. Abbildung 1, Neuberger Karte). Dort sind unter dem „Haupt“-Name ECC 83 immerhin sieben „Äquivalenz“-Namen aufgeführt. Jeder davon ist in der Excel Liste und damit im Datenheft getrennt aufgeführt und alpha-numerisch einsortiert. Somit sind auch Röhren unter ihrem „Äquivalenz“-Namen genauso leicht zu finden wie unter ihrem „Haupt“-Name. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber der Suche nach „Äquivalenz“-Namen im Prüfkartenstapel.

Beim derzeitigen Stand des Universalkartensystems enthält das Datenheft etwa 2700 Datenzeilen auf 55 beidseitig bedruckten A4-Seiten. Das Datenheft ist spiralgebunden. Die dem Datenheft zugrunde liegende Excel Datei kann heruntergeladen werden (s. Kapitel Anlage, Punkt 3).

Abbildung 10: Die beiden Anfangsseiten des Datenhefts zur Universalkarte

Linke Seite mit Erklärungen der Begriffe und Abkürzungen. Rechts die erste Seite mit Röhrendaten und Koordinaten der zu platzierenden Prüfkartenstifte.

Abbildung 11a: Das Universalsystem (Universalkarte + Datenheft)

auf einem Neuberger RPM 370-1 Gerät beim Prüfungsvorgang einer 6L6 Röhre

Abbildung 11b: Detail der Universalkarte

aufgelegt auf der Prüfkartenaufnahme des Neuberger 370-1 mit 13 nach Vorgabe des Datenhefts gesteckten Prüfkartenstifte zur Prüfung einer 6L6 Röhre.

Lochkoordinaten:  2G, 2O, 4O, 4R, 4S, 5C, 5H, 6A, 6J, 7E, 7L, 8F, 9K

Abbildung 12a: Das Universalsystem (Universalkarte + Datenheft)

auf einem Neuberger RPM 375 Gerät beim Prüfungsvorgang einer 6L6 Röhre

Abbildung 12b: Detail der Universalkarte

aufgelegt auf der Prüfkartenaufnahme des Neuberger 375 mit 13 nach Vorgabe des Datenhefts gesteckten Prüfkartenstifte zur Prüfung einer 6L6 Röhre.

Lochpositionen:  2G, 2O, 4O, 4R, 4S, 5C, 5H, 6A, 6J, 7E, 7L, 8F, 9K

Beschreibung der Anlagen

Dateien über die Anlagen runterladbar.

  1. Druckfertige Universalkarte (wie Abbildung 7), die für einen 1:1 Ausdruck skaliert ist (jpg, Größe 221 kB). Ich habe diese in einem guten Copyshop auf 250 g glänzenden Karton drucken lassen. OK
  2. Overlay (Schablone) zur Erfassung der Lochpositionen auf den Neuberger Röhrenprüfkarten (s. Abbildung 5B). Für 1:1 Ausdruck auf Transparentfolie skaliert. (Größe 140 kB). OK
  3. Datenheft +Titelblatt, Rückseite mit Erklärungen der Begriffe und Abkürzungen (2,46 MB). Datei muß wg Dateigröße vom RM erst noch freigeschaltet werden! Darauf habe ich keinen Einfluß!

Ich habe das Datenheft in Spiralbindung mit einem transparenten Deckblatt und stabilen Rückseitenblatt hergestellt.

Referenzen

[1]  Scharschmidt, W., Max Funke und seine Röhrenprüfgeräte, Röhrenhistorie Band 3, Funk Verlag, Dessau 2010

[2] Schmidt, H.-T., HTS-homepage

[3] Schmid, K., Röhrenprüfgeräte – Methoden der Zuordnung der Spannungsquellen zu den Röhrenelektroden (mit Beispielen), Radiomuseum 2018

[4] Schmid, K., Neuberger RPM 375 – Das wohl beste deutsche Röhrenprüfgerät, Funkgeschichte 214, 74-79, 2014.

[5] Schmid K., & A. Meisl, Das Neuberger Röhrenprüfgerät RPM 370 - Übersichtsartikel, Radiomuseum 2014.

[6] Rundfunkmuseum.at, Universal Prüfsystem für Neuberger RP 270, Hergestellt von Radiowelt Austria (Webseite existiert nur noch als inhaltsleere Ruine).

[7] Schmid, K., Die Prüfkarten Einheit des Funke W 19 (S) Röhrenprüfgeräts, Radiomuseum 2012.

 [8] Müller, K.-F., Das Funke-Röhrenmessgerät W 19 und seine Prüfkarten in einem elektronischen Karteikasten, Schriftenreihe zur Funkgeschichte Bd. 14, Verlag Dr. Rüdiger Walz, Idstein 2004

 [9] Weigl, H., RoeTest-homepage

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This article was edited 27.Aug.18 17:29 by Kurt Schmid .

  
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