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Valtenberg bei Neukirch /Lausitz

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Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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02.Oct.20 20:21

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Dieser Berg in der Lausitz birgt viele Geheimnisse. Es gibt einige Dinge, die ich vermute, aber auch hier noch nicht aufklären kann, weil einfach Beweise fehlen und die Zeitzeugen bereits verstorben sind.

Der Valtenberg selbst ist mit 586,6 m Höhe die höchste Erhebung des Lausitzer Berglandes. Am 1.Juli 1857 wurde der 22 m hohe steinerne Aussichtsturm "König Johann von Sachsen " eingeweiht. Eine Königlich - Sächsische Triangulationssäule 1. Ordnung, wurde 1864 auf dem Aussichtsturm errichtet. ( Foto1 ; Bild vom September 2020)

Der eigentliche Standort ist um etwa 2 m verschoben, der Albtraum eines jeden Kartografikers.

Der Ortschronist von Neukirch / Lausitz, Herr Roland Trojovsky schreibt mir zu diesem Bild :

Auf dem Aussichtsturm wurde 1939 eine Beobachtungsstelle der Wehrmacht zur Flugüberwachung eingerichtet. Ein im ersten Weltkrieg verwundeter Bürger von Neukirch (er war wehruntauglich)versah dort von 1939 bis 1945 seinen Dienst. 1944 wurden dort Diensthabende durch Volkssturmleute ersetzt.

Von einer Horch- ( Funküberwachung, wie auf dem Steinberg bei Pulsnitz) oder Funküberwachung durch die Wehrmacht  bzw Organisation Gehlen in der Zeit des 2. Weltkrieges ist nirgendwo eine Information zu finden. Es könnte natürlich sein, daß man mit mobilen Anlagen vom Valtenberg aus bestimmte Horch- und Überwachungsaufgaben erledigt hat, zumal bis zum Gipfel eine sichere Zufahrt möglich war.

Ein alter Herr erzählte, daß etwa 1946/47 eine sowjetische Truppe ein Gebäude errichtete und tatsächlich wurde nach 1947 der Standort genutzt für den RichtfunkZwischen den sowjetischen Dienststellen in Dresden-Hellerau und Berlin wird eine Richtfunk-Erprobungsstrecke mit den Zwischenstellen Steinberg, Valtenberg, Collm, Stülpe und Müggelturm aufgebaut. Zum Einsatz kommen die RVG-902, eine Weiterentwicklung der RVG-901 ( ehem. Lorenz) aus dem Radeberger SAG- Betrieb.

Der Ortschronist schreibt weiter;

Die Volkspolizei war von 1953 bis 1960 dort im Einsatz. Am 1.Juni 1960  wurde nach Einstellung des Richtfunksendebetriebes das Gelände für Wanderer wieder freigegeben.

                                  

Das einzigste Foto was im Bestand des Ortschronisten sich befindet. Wir sehen hier den Mast mit    6 facher Abspannung , ca 40 m hoch .

Die Demontage des Sendemastes erfolgte, alle Fundamente können wir heute noch sehen.

-1953 wurde ein einfaches Wohnhaus errichtet,welches auch als Unterkunft des Wachpersonals diente.                        

 Im Keller war ein Raum,wo Batterien aufgestellt waren. Foto; Oliver Thomas, vielen Dank 

-Das gesamte Plateau (Sendeanlage und Aussichtsturm) waren mit einem doppelten Zaun umgeben, in dem Wachhunde gehalten wurden. 

Das einzigste Foto wo man diesen Zaun sieht, Grund des Fotos war natürlích der Wintersport.

Ein Neukircher Bürger versah dort u.a. seinen Dienst. Danach war er als ABV in Neukirch tätig."

Hier war praktisch die erste Übertragungsstelle des Schmalbandrichtfunks Dresden  >>> Cottbus, eine A- Stelle, welche bis zum Dauerbetrieb des Picho in Funktion war. 

In den 70iger Jahren wurde das Fernsehnetz DDR 2. Programm weiter ausgebaut. Auf dem Aussichtsturm war ein TV- Umsetzer auf Kanal 34  installiert.

Gegenwärtig ist ein Behördenfunksender im Turm untergebracht.

Es gäbe noch viele interessante Dinge über den Valtenberg zu berichten, am besten, mal einen Ausflug planen . 

Gebaut wird auf der Stelle des ehemaligen Wachpersonalwohnhauses eine Berg-Kapelle, die einzigste in Sachsen. Diese wird von einem evangelischen und einem katholischen Pfarrer betreut werden, neben dem Gottesdienst steht der Schutzraum jederzeit jedermann offen.

Tja und wer abgekämpft den Bergesgipfel erreicht und auch noch den Turm bestiegen  hat, der kann in der Valtenbergbaude einkehren um dann gestärkt den Abstieg zu beginnen. 

This article was edited 05.Oct.20 15:04 by Wolfgang Lill .

  
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