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philips: Versorgungsspannung bei Netzanoden

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Dieter ADAM
 
 
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27.Dec.18 17:33

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Bei meinem Philips Anodenspannungsapparat Type 372, aus den Jahren 1927 – 1930, ist in das Typenschild eine Versorgungsspannung von 143 Volt Wechselspannung 50 Hz eingeschlagen.

Kann mir jemand sagen, wo dieses Gerät damals eingesetzt wurde?

Wie viel verschiedene Versorgungsspannungen gab es und welche?

Rüdiger Walz
Rüdiger Walz
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28.Dec.18 13:30

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Aus dem Buch

Herbert Kolbe, Stromarten und Spannungen in den deutschen Orten, Verlag J. Widmann, Durlach 1929

lassen sich für Deutschland 1929 unten gelistete Stromarten entnehmen. Man muss hierbei auch zwischen Kraftstrom und Lichtstrom unterscheiden. Nicht überall wurde Drehstrom (D) geliefert. Ich habe nicht alle Kombinationen zwischen Licht und Drehstrom separat aufgelistet.

Das Buch listet die Ortschaften alphabetisch auf, eine zusammenfassende Liste der Stromarten gibt es leider nicht. Ich habe aber mal eine Landkarte mit Stromarten in einer elektrotechnischen Zeitschrift gesehen, weiß aber nicht mehr wo. Ich habe die Stromarten durch Durchblättern o.g. Buches zusammengestellt. Allein in Frankfurt gab es 1929 im Stadtinnern: Licht W 120; D 127/220; Kraft W 230, D 220/380 V

Kleinere Ortschaften wurden oft von ansässigen Fabriken mitversorgt, die unterschiedlichste auf ihre Bedürfnisse angepasste Stromarten erzeugten. Auch gab es Wechselstrom von 45 bis 60 Perioden. Wie genau diese Werte bei kleinen Stromversorgern eingehalten wurde lasse ich dahingestellt. Gerade in ländlichen Gebieten gab es starke Schwankungen.

Wechselstrom (W):

Licht: 110 V;  115; 120; 125;  126; 127; 128; 133; 150; 165; 170; 220; 230 V

Kraft: 110; 170; 190; 200; 208; 210; 220 ; 230 ; 240; 380 ; 440 V

Gleichstrom (G):

Licht: 110; 115; 220;

Kraft:  230;  440 ; 500 V

Man sieht also fast jede Spannung für Licht zwischen 110 und 230 V. Zu Häufigkeit und Verbreitung kann ich leider nichts sagen. Die Angabe „143 V“ konnte ich nicht finden.

Am häufigsten war die Stromart Drehstrom 220 / 380 V. Aus den Kommentaren ist zu entnehmen, dass an vielen Stellen die Städte dabei waren auf diese Stromart umzustellen, sofern noch nicht vorhanden.

In Ihrem Vorwahlbereich, Herr Adam, konnte ich folgende Spannungen herausfinden (Licht/Kraft):

Gleichstrom 110 / 220 V

Wechselstrom D 120 / 208  V (1929 im Umbau auf 220 / 380 V)

 

Die Philips Netzanode 372 ist erstaunlich brummfrei. Eine Besonderheit ist die Einstellung der Anodenspannung durch Unterheizung der Gleichrichterröhre. Röhren mit Bariumoxid-beschichtetem Faden verlieren durch Unterheizung an Emissionsfähigkeit, daher ist die dazugehörige Gleichrichterröhre 373 oft taub.  

Jacob Roschy
Jacob Roschy
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28.Dec.18 14:56

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Unter italienischen Radios befinden sich auffällig viele, die für Spannungen im Bereich 140 bis 160 V einstellbar sind.

M. f. G.
J. R.

Dieter ADAM
 
 
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30.Dec.18 11:43

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Sehr geehrte Herren  Walz und Roschy,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen.

MfG

D. Adam

  
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