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Versuchssendungen Telefunken-Konzerte 1923

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Uwe Ronneberger
Uwe Ronneberger
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26.Feb.09 14:51

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Telefunken-Konzerte.

Einstmals wurde die Welt von der Sowjet-Regierung mit der Telegrammadresse »An Alle « überrascht. Die unvergleichliche Ringsumwirkung der drahtlosen Telegraphie trat durch dies zu einem glücklichen Schlagwort zugespitzte Empfängerbezeichnung besonders deutlich zu Tage. .Seitdem sind auf dem Gebiet der drahtlosen Übermittlung außerordentliche Fortschritte gemacht worden. Von einer einzigen Stelle aus kann man heute weit freundlichere und willkommenere Dinge »an alle« senden als langweilige, eintönige Morsezeichen. Das Zeitalter der drahtlosen Kunstdarbietung für jeden, der die geeignete Lauschanordnung besitzt, ist gebrochen. Es ist bekannt, daß in anderen Landern allabendlich Musikaufführungen durch den Äther stattfinden. Bei uns sind diese Dinge noch in der Entwicklung. Die Telefunken-Gesellschaft veranstaltet zu Versuchszwecken von jetzt ab an jedem Mittwoch von 8 bis 9 Uhr abends ein Konzert in ihrem Geschäftshaus am Halleschen Ufer 12, das durch die auf dem Gebäude stehende Antenne mit der Welle 300 bis 400 m weitergegeben wird. Die Töne dürften innerhalb der Grenzen Deutschlands wohl überall zu hören sein und an vielen Stellen auch ins Ausland dringen. Es wäre der Gesellschaft Telefunken sehr erwünscht, wenn sie von möglichst vielen der für sie unsichtbaren Zuhörer schriftliche Nachricht über die Stärke und Güte der drahtlosen Ausstrahlungen erhielte. Die Gesellschaft trägt dafür Sorge, daß nur wertvolle Musikstücke gespielt werden und die Ausführung durch namhafte Künstler erfolgt. Wer also in der glücklichen Lage ist, lausche jeden Mittwoch von 8 bis 9 Uhr in den Äther.

Leipzig, Oktober 1923

  
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