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Wie erhält man den Wert der Sammlung????

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Hanno Viehweger
 
 
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03.Oct.03 17:48

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Liebe Sammler,

bei dem vorigen Beitrag "UNDA" fällt es mir wieder auf. Spukt mir schon ewig durch den Kopf. 

Es gibt doch eine entscheidente Diskrepanz zwischen den Preisen die so manch alter Sammler (oder Verkäufer) alter Radios und Teile ansagt und dem was jüngere Sammler zu zahlen bereit wären. Woher kommt das? Kennen diese die Werte nicht? Und wie wird sich das entwickeln? Wie viele Sammler werden ihre Sammlungen in den nächsten Jahren reduzieren oder auflösen? Da denke ich mehr als jüngere Sammler hinzu kommen. Daraus ergibt sich für mich der Schluss, dass die Preise weiter sinken und nicht steigen werden. Den UNDA wird es für ganz andere Preise geben, wenn wir noch ein wenig Geduld haben und man ihn dann noch haben will. 

Einen Grund dafür sehe darin, dass Sammler nicht aktiv um Intressenten werben. Da ist dieses Forum hier (Radiomuseum) die absolute Aussnahme. Wie oft aber für horrende Preis unvollständige und falsche Unterlagen angeboten werden ist haarstreubend. Ein Radioschaltbild für EUR 20 ? Na super! Überlegt man sich nun mal wie man den Wert seiner Sammlung erhalten kann, ist es doch nur der Weg weitere Sammler zu interessieren. Die Mitgliederzahlen der GFGF z.B. steigen nur noch schwach, nach dem letzten Jahresbericht. Na ja, wie sollen Sie denn auch steigen bei den Aktivitäten und dem Beitrag. Und wer soll sich denn dafür interessieren? Leute die mit Transistorradios und Computern aufgewachsen sind? Doch kaum! Die werden auf UNDA und D-Zug und Detektor schauen, wenn sie mit Ihren Kindern durchs Technische Museum gehen und das gleiche Verhältnis dazu haben, wie heute technisch Interessierte zur atmosphärischen Maschine von James Watt oder zum ersten Rohölmotor. Bei den meisten Sammlern kommt die Leidenschaft nämlich durch den Beruf und die Verbindung ist bereit verloren gegangen.

Daher würde ich zum Beispiel begrüssen, wenn Möglichkeiten zur Einsicht oder Vervielfältigng alter Zeitschriften, Werbungen und Kataloge viel leichter zugänglich gemacht würden. Nur so kann das Interesse an den Dingen erhalten bleiben, weil der Interessierte über authentische Informationen verfügt. Er kann dann genau klassifizieren was er hat und sieht ohne jedes Problem sich ein eigenes Urteil bilden. Wenn ich da sehe und höre für welche Preise alte Unterlagen angeboten werden, wie wenig sie als Kopie zur Verfügung stehen oder zu bekommen sind, ist es nur noch eine Frage der Zeit wann die Preise für Geräte dramatisch in den Keller gehen. Weil die Unterlagen rar sind und das vermittelte Wissen sich nur eine endliche Zeit erhält. Ebenso wie wenig Antwort bekommt jemand wenn er sich an ein solches oder vergleichbares Forum wendet, weil er bestimmte Teile oder Informationen sucht. Wahrscheinlich ist das schon der Schnitt in den Generationen, die einen die mit dem Internet arbeiten und die anderen die es nur vom Fernseher kennen.

Daher finde ich die Initiative mit dem Radiomuseum äusserst lohnenswert, schon weil es dazu bei trägt die Sammlungen zu erhalten. Vielleicht findet sich ein Weg wie man schon auf einfachem Weg Unterlagen austauschen kann. Schon dass wäre hilfreich. Um so besser wenn die Informationen hier authentisch sind, wie es sich für ein Museum gehört - um so lohnenswerter.

Gruss Hanno

Detlef Boeder
Detlef Boeder
 
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03.Oct.03 21:07

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Hallo Herr Viehweger,

ich möchte niemanden zu nahe treten mit meiner Flasche Sekt :-). Jeder soll freilich sein Geld ausgeben dürfen, für was er es auch immer richtig hält. Das geht mich nichts an.

Sie schreiben:

"Es gibt doch eine entscheidente Diskrepanz zwischen den Preisen die so manch alter Sammler (oder Verkäufer) alter Radios und Teile ansagt und dem was jüngere Sammler zu zahlen bereit wären. Woher kommt das? Kennen diese die Werte nicht?"

D.B.: Doch, mir ist die historische Tragweite oder der technische Entwicklungsschritt vom Militärgerät zum Rundfunkgerät die diese D-Züge darstellen, schon bewusst. Nur ich hätte schlichtweg das Geld nicht. Hätte ich 3000 Euro direkt zum ausgeben, so würde ich etwas kaufen wie etwa einen Körting Transmare oder so. Es muss aber auch der Preis/Gegenwert stimmen und da hab ich hier massiv Probleme. Anders war es, wo in Ebay Telefunkon Bausteine zu haben waren, die in glaube fast original restauriertem vollständigem Zustand waren. Preis 5000 Euro mit einem Bieter. Hätte ich zwar auch nicht gekauft, aber da verstehe ich den Preis.

"Und wie wird sich das entwickeln? Wie viele Sammler werden ihre Sammlungen in den nächsten Jahren reduzieren oder auflösen? Da denke ich mehr als jüngere Sammler hinzu kommen. Daraus ergibt sich für mich der Schluss, dass die Preise weiter sinken und nicht steigen werden. Den UNDA wird es für ganz andere Preise geben, wenn wir noch ein wenig Geduld haben und man ihn dann noch haben will."

D.B.: Das sehe ich auch so. Da kommen wir "Jungen" mal wieder zum Zug und müssen nicht ein "Vermögen" für ein paar Radios ausgeben?

"Einen Grund dafür sehe darin, dass Sammler nicht aktiv um Intressenten werben. Da ist dieses Forum hier (Radiomuseum) die absolute Aussnahme. Wie oft aber für horrende Preis unvollständige und falsche Unterlagen angeboten werden ist haarstreubend. Ein Radioschaltbild für EUR 20 ? Na super! Überlegt man sich nun mal wie man den Wert seiner Sammlung erhalten kann, ist es doch nur der Weg weitere Sammler zu interessieren."

D.B.: Es ist natürlich nicht einfach, neue Interessenten zu werben. Früher arbeiteten viele Menschen ja direkt noch in der diskreten aufgebauten Elektronik.Daraus entstand oft dann das Interesse für die historische Technik in Sammlung und Erhalt. Heute entwickeln freilich noch Ingenieure digitale und analoge Schaltungen "von Hand" und am PC. Aber die anschliessende Fertigung ist total durchrationalisiert und findet bei "billigen" Komponenten nicht mehr in Deutschland statt. Den klassischen Elektroniker, der stundenlang in der Schaltung sucht, kann und will man sich im Normalfall nicht mehr leisten. Folgend beschäftigen sind die meisten Elektronikberufe heute mehr mit dem Internet, Softwaretools, C++ und Computereinsatz in irgendeiner Form. Noch dazu kommt, dass natürlich die Freizeitmöglichkeiten der heutigen Jugend ganz anders sind als früher durch die enormen technischen Möglichkeiten. Von daher können "Radio- und Röhrenfreunde" nur weniger werden.

"Radioschaltbilder für 20Euro gehören ja Dank unser aller Mithilfe bald der Vergangenheit an. Die Mitgliederzahlen der GFGF z.B. steigen nur noch schwach, nach dem letzten Jahresbericht. Na ja, wie sollen Sie denn auch steigen bei den Aktivitäten und dem Beitrag. Und wer soll sich denn dafür interessieren? Leute die mit Transistorradios und Computern aufgewachsen sind? Doch kaum! Die werden auf UNDA und D-Zug und Detektor schauen, wenn sie mit Ihren Kindern durchs Technische Museum gehen und das gleiche Verhältnis dazu haben, wie heute technisch Interessierte zur atmosphärischen Maschine von James Watt oder zum ersten Rohölmotor. Bei den meisten Sammlern kommt die Leidenschaft nämlich durch den Beruf und die Verbindung ist bereit verloren gegangen."

D.B.:Richtig, eben durch die moderne Zeit.

"Daher würde ich zum Beispiel begrüssen, wenn Möglichkeiten zur Einsicht oder Vervielfältigng alter Zeitschriften, Werbungen und Kataloge viel leichter zugänglich gemacht würden. Nur so kann das Interesse an den Dingen erhalten bleiben, weil der Interessierte über authentische Informationen verfügt. Er kann dann genau klassifizieren was er hat und sieht ohne jedes Problem sich ein eigenes Urteil bilden. Wenn ich da sehe und höre für welche Preise alte Unterlagen angeboten werden, wie wenig sie als Kopie zur Verfügung stehen oder zu bekommen sind, ist es nur noch eine Frage der Zeit wann die Preise für Geräte dramatisch in den Keller gehen. Weil die Unterlagen rar sind und das vermittelte Wissen sich nur eine endliche Zeit erhält."

D.B.: Das bietet sich ja nun hier im Radiomuseum für jedes Mitglied, das man sich die Unterlagen holen kann.

"Ebenso wie wenig Antwort bekommt jemand wenn er sich an ein solches oder vergleichbares Forum wendet, weil er bestimmte Teile oder Informationen sucht."

D.B.: Ja, so geht es mir auch. Ich sammle deshalb nur vollständige Geräte und verzichte lieber, bevor ich aussichtslos suchen muss.

"Wahrscheinlich ist das schon der Schnitt in den Generationen, die einen die mit dem Internet arbeiten und die anderen die es nur vom Fernseher kennen.Daher finde ich die Initiative mit dem Radiomuseum äusserst lohnenswert, schon weil es dazu bei trägt die Sammlungen zu erhalten. Vielleicht findet sich ein Weg wie man schon auf einfachem Weg Unterlagen austauschen kann. Schon dass wäre hilfreich. Um so besser wenn die Informationen hier authentisch sind, wie es sich für ein Museum gehört - um so lohnenswerter."

D.B.: Ich kann da nur das von meiner Seite aus finanziell und zeitmässig machbare beisteuern, wie die meisten Mitglieder auch. Ich habe auch schon Unterlagen von Saba und Körting aus Ebay aufgekauft, um sie dann gescannt hier beizusteuern. So bringt jeder Mosaiksteinchen zum grossen Ganzen.

Grüsse D.Boeder

Cet article a été édité 03.Oct.03 21:21 par Detlef Boeder .

Hans Kamann
Hans Kamann
 
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03.Oct.03 22:01

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Ich halte diese Diskussion für sehr interessant. Zum einen, weil ich Röhren-Radios "erwerbe", repariere, restauriere und vielleicht auch sammle. Ich bin allerdings kein "Sammler" in dem Sinne, den ich in Herrn Viehwegers Zeilen glaube zu lesen. Dieser Sammler ist m.E. ein Spezialist in Gründerzeit Technik wie Detektor-Empfänger, VE etc. Ich tu mich mit diesen alten Schätzen schwer weil eben die Ersatzteilbeschaffung immer schwieriger wird und z.B. ein halbausgeschlachteter VE bei eBay nicht unter 35 Euro ( das sind siebzig DM ! ) zu haben ist. Von den benötigten Komponenten wie Röhren gar nicht zu reden. Ob ich mit 45 zu den Jügeren oder Älteren zählen muss ist mir ebenfalls nicht klar. Meine berufliche Vergangenheit war jedenfalls niemals von Röhrentechnik geprägt, der Transistor, die TTL-Digitaltechnik und der Microprozessor sind meine ständigen Begleiter gewesen. Demzufolge habe ich wahrscheinlich auch keine ausgeprägte Schwärmerei für die uralt Schätze sondern bin eher an 50er Jahre Geräten interessiert, die UKW empfang bieten. Damit kann ich die Geräte auch bei mir im Haus im Regelbetrieb einsetzen, bereits jetzt ist fast jedes Zimmer bestückt.

Ich würde niemals mehr als 50 Euro für ein altes Radio ausgeben, lieber eine "Schrottmühle" die dann das Vergnügen der Reparatur / Restauration bietet. Die Sammelei ist wohl mehr ein sinnvoller Zeitvertreib mit programmiertem Erfolgserlebnis, viel preiswerter als Modelleisenbahn und gemütlicher als Marathonlauf.

Frank Blöhbaum
 
 
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05.Oct.03 23:40

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Hallo,

Um den Wert der eigenen Sammlung mache ich mir wenig Gedanken, da ich diese nicht als Kapitalanlage aufgebaut habe, sondern einfach aus der Freude an der alten Technik. Diese Freude wird bei verschiedenen Sammlern ganz unterschiedlich sein. Selbst absolute (Röhren-)Elektroniklaien sind häufig begeistert über die handwerkliche Qualität und Individualität alter Radiogehäuse. Und wenn man damit sogar Musik hören kann, umso besser. Das heisst, aussergewöhnliches Design und prototypische "Antik"radios werden immer ihre Käufer haben.  Man sollte die Faszination der Röhrentechnik auf Jüngere aber nicht unterschätzen. Sie muss natürlich auch erst einmal eine Chance haben, in das vom Computer(-spiel...) geprägte Bewusstsein zu treten. Das liegt aber auch etwas an uns. Warum nicht im örtlichen Gymnasium einen Nachmittagskurs anbieten, wo mit einfachen Mitteln (Röhrentechnik kann ganz einfach sein!) ein Röhrenverstärker von den Schülern gebaut wird?

Mein 5jähriger Sohn ist jedenfalls schon absoluter Röhren-Fan. Wenn ich mal eine Röhre ohne ihn prüfe, ist das die schlimmste androhbare Strafe... Und statt einem Getthoblaster von Plastic-Sony hat er jetzt ein altes RFT "Weimar" Radio mit Holzgehäuse in seinem Zimmer stehen. Etwas stilbrüchig habe ich noch einen Mikrofon-Verstärker eingebaut, damit er mit seinen Kumpels Knirps-Karaoke machen kann. Jetzt ist er unglaublich stolz darauf. Schliesslich hat er beim Umbau mitgeholfen (z.B. Drähte abisoliert) und besser klingen als beim Freund tut es sowieso...

Viele Grüsse, Frank Blöhbaum

Dirk Becker
Dirk Becker
 
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10.Oct.03 00:39

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Répondre  |  Vous n'êtes pas connecté, mais en mode visiteur   5 Ich denke, dass es in Zukunft zwei getrennte Wege geben wird. Auf der einen Seite die wirklich seltenen Geräte der 20er Jahre (offen, erste Hälfte der 20er, aber auch Spitzengeräte der 30er in gutem Zustand) und auf der anderen Seite die eher häufigen Geräte der 30er und 50er Jahre. Standardgeräte aus den 30ern sowie Spitzengeräte aus den 50ern gibt es noch Massenhaft in den Speichern und Kellern sowie zuhauf bei Sammlern. Viele Sammler haben in den letzten Jahren vor allem gehortet. D-Züge der ersten Hälfte der 20er tauchen auf ebay in einem Verhältnis von 1:100-1:500 zu den Standardgeräten auf. Von den Standardgeräten wird außerdem nur ein geringer Teil den derzeitigen Wert behalten, weil UKW und Mittelwelle nur noch eine begrenzte Laufzeit haben. Ihr Ende ist faktisch beschlossen :-(. Es ist doch ein großer Unterschied, ob ich die Geräte noch durchstimmen kann, ihre reellen Empfangseigenschaften und ihren Klang testen kann, oder ob ich an den Tonabnehmer eine synthetische Quelle anschließe.
Außerdem werden viele Leute, die heute aufwachsen, z.B. alte Rechner anstatt Radios sammeln. Dieser Trend ist schon heute abzusehen - man beachte die _vielen_ hervorragenden Webseiten zu diesem Thema, wie z.B. www.Homecomputer.de und auch das oben erwähnte Abschwellen der Zuwachszahlen der GFGF.
Von den wirklich seltenen Geräten (frühe 20er Jahre, Spitzensuper 30er und einige Notgeräte) sind aber für den derzeitigen und auch für einen noch deutlich kleineren Interessenkreis nicht ausreichend Geräte vorhanden. Wie viele Telefunken oder Siemens D-Züge gibt es noch, wie viele Sammler hätten gerne einen??
Deshalb glaube ich, dass vor allem eine Beschränkung der Sammlung auf ausgewählte Geräte eine hohe Werterhaltung zu Folge hat. Wer 200 Standardgeräte hat und vielleicht zwei sogenannte "Highlights" wird es irgendwann schwer haben, neben den Highlights die 200 anderen Geräte zu einem vernünftigen Preis loszuwerden. Eine Frage, die sich irgendwann für fast jeden von uns stellen wird, auch wenn wir nicht Sammeln um unser Geld anzulegen (wozu es sicherlich bedeutend geeignetere Möglichkeiten gibt).
Weiterhin sollte man versuchen, die Sammlung so weit wie möglich bekannt zu machen und zu veröffentlichen (Ausstellungen, Zeitungsartikel, Workshops, ...). Publikation bedeutet Bekanntheit und sichert einem immer mal wieder das eine oder andere gute Stück. Ein wirklich seltenes Stück für beispielsweise 1000,-- Euro ist somit meiner Meinung nach besser investiert, wie 15 Radios á 70,-- Euro.
Ich werde jedenfalls weiter Sammeln, in der Hoffnung irgendwann einen schönen Querschnitt durch 40 Jahre Rundfunk in Deutschland zu erhalten. Schade, das dann wahrscheinlich nur noch unverständliches digitales Gekrächze aus meinem alten Tefag 1235 Anno 1927 kommt (btw.: Wer hat noch ein Meßinstrument dafür :-) ?).

Gruß

Dirk, www.anode.de




Reinhard Bittner
 
 
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10.Oct.03 11:55

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Liebe Sammlerkollegen,

ich möchte hier mal einwenden, daß der Wert einer Radiosammlung, mag sie auch noch so equisite Stücke enthalten, letztlich vom Wohlstand der Bevölkerung abhängt. Nach dem Krieg haben Bauern für (ehemals wertvolle) echte, alte Teppiche im Wortsinne ein paar Eier bezahlt und der "Verkäufer" war froh was zum Beissen zu haben. Ergo ist eine Sammlung von zumeist sperrigen Gegenständen, deren Wert dem Normalbürger schleierhaft ist (im Gegensatz zu zB Goldmünzen) im Zweifelsfalle gar nichts wert. Sperrmüll, was es einst auch war.

Fazit: Wer heute (d.h. in einer immer noch wohlstandsgesegneten Zeit - wie's weiter geht ist ja eher unklar) mit Blick auf die Wertentwicklung Radios sammelt, läuft Gefahr eine große Enttäuschung faktisch vorzuprogrammieren. Ein Gerät zu erwerben, weil es nach aktuellen Maßstäben "günstig" ist, ohne daß man explizit davon fasziniert ist, halte ich für den grundsätzlich falschen Denkansatz. Die Einstellung von Herrn Kamann erscheint mir letztlich die einzig wirklich sinnige.

Dabei ist nicht impliziert, daß alle nur noch 50€ pro Radio ausgeben sollten. Was einem seine Marotte wert ist muß jeder selber wissen und hängt auch von den finanziellen Möglichkeiten und dem Stellenwert der Marotte in der Liste weiterer Marotten oder Vorlieben ab. Wenn ich mich zwischen einem neueren Auto und einem älteren Radio entscheiden müßte, würde ich mir das ältere (und billigere) Auto, aber dafür auch das ältere Radio kaufen. Jemand anders mag mir dafür die Zwangsjacke hinhalten. Ich finde das Beispiel übrigens ganz besonders passend, da gerade (auch) der Deutsche auf teuere und statusträchtige Schlitten steht und dieses Geld bekanntlich sprichtwörtlich zum einen in die Luft geblasen wird und zum anderen vernutzt wird bzw. vergammelt.

Also, ich sammle weils mir Spaß macht und ein 8 Röhren Ultradyn fasziniert mich allemal mehr als ein 3-Röhren UNDA-D-Zug. Nicht daß ich letzteren nicht genommen hätte, aber 3500Eur wäre er mir einfach nicht wert. Jemand anders schon. Ich wünsche dem betreffenden Zeitgenossen viel Spaß damit und glänzende Augen, wenn er das frisch geputzte Stück in seiner Vitrine betrachtet oder mit anderen Sammlern darüber spricht. Denn darauf kommt es an. Wenn die Augen dann nicht glänzen sollten, dann hätte er sich verkauft.

In diesem Sinne Grüße an alle!

Reinhard

  
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