radiomuseum.org
 

WUFA Lautsprecher

Moderatoren:
Ernst Erb Martin Renz Vincent de Franco Miguel Bravo-Cos Alessandro De Poi Heribert Jung Bernhard Nagel Eilert Menke 
 
Bitte klicken Sie ganz oben rechts das blaue Info-Zeichen, um Instruktionen/Hilfe zu erhalten.
Forum » ALLGEMEINES » WUFA Lautsprecher
           
Dominik Schulz
Dominik Schulz
 
D  Beiträge: 23
Schema: 0
Bilder: 95
03.Jul.03 11:36

Anzahl Danke: 2
Antworten  |  Sie sind nicht eingeloggt (Gast).   1

Hallo zusammen,

ich bin noch recht neu hier und das ist mein erster Forumsbeitrag. Also HALLO!

Ich habe am vergangenen Wochenende einen Lautsprecher auf dem Flohmarkt erworben, das Gerät ist von der Firma WUFA. Der Firmenname befindet sich auf der vorderen und hinteren Bakelitschale, die das Gehäuse bilden. Das Gehäuse ist ca. 45 cm breit und 35 cm hoch und - wie gesagt - aus Bakelit. Über dem LS Stoff befindet sich (hinten und vorne gleich) eine Art "gotisches Fenster" Muster, spitz nach oben zulaufende Bakelitstreben.

Eingebaut ist ein Freischwinger der Firma Schiemann - ob der LS original ist, kann ich nicht sagen. (In Sütterlin-Schrift steht ELEKTROPHON auf dem Magneten)

Kann mir jemand auskunft über diese Firma oder dieses Gerät geben?

Ich freue mich auf jede Antwort!

Schöne Sammlergrüße & bis bald!

 

Dominik Schulz

 

 

 

Gerald Gauert
 
Redakteur
D  Beiträge: 225
Schema: 47
Bilder: 200
03.Jul.03 17:06

Anzahl Danke: 6
Antworten  |  Sie sind nicht eingeloggt (Gast).   2
WUFA 

Hallo Dominik,

WUFA ist die Wurzener Metallwaren-Fabrik (Wurzen in Sachsen). Leider ist der Inhalt des Lautsprechers nicht original. Es handelt sich bei dem Ersatz (Elektrophon) um einen Lautsprecher der für den Radiobastler ohne Gehäuse verkauft wurde und passt meines Wissens auch im VE301.

Das originale WUFA-Chassis ist eine aufwendige Konstruktion mit drehbarem Magnetanker zur Justierung. Das Magnetsystem ist auf einem Zinkdruckgussträger montiert, der sich durch Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen verformt und regelrecht zerbröselt. Es ist ein großes Glück, wenn man noch ein intaktes System findet.

Firma und Lautsprecher sind im Buch "Radio-Geschichten" von Hagen Pfau beschrieben.

Dominik Schulz
Dominik Schulz
 
D  Beiträge: 23
Schema: 0
Bilder: 95
03.Jul.03 23:03

Anzahl Danke: 9
Antworten  |  Sie sind nicht eingeloggt (Gast).   3

Hallo Gerald,

Danke für die nette Antwort! Jetzt bin ich schonmal um Eniges schlauer. Der Verkäufer des LS (hat übrigens 15,- Euro gekostet) sagte auch, daß er aus dem Osten der Republik käme - aus einem ganz kleinen Dorf in Thüringen oder Sachsen.

Der LS Korb selbst ist relativ groß, eigentlich zu groß für einen VE 301 und er paßt perfekt auf die Pappschallwand. Vermutlich ist nur die Spule mit Magneten  ersetzt, da man auf dem Korb auch noch alte Bohrungen erkennen kann. Das ist echt ärgerlich mit dem Zinkdruckguß - ich kenne das Problem von SABA Geräten, wirklich schade, daß man da auf solche Materialien gesetzt hat!

Dann ist das Magnetsystem wohl schon in den 30ern-40ern kaputt gegangen und jemand hat es sehr fachmännisch ersetzt. Haben Sie auch Informationen daüber aus welchem Jahr der LS sein könnte?

Schöne Sammlergrüße,

Dominik

 

 

Gerald Gauert
 
Redakteur
D  Beiträge: 225
Schema: 47
Bilder: 200
04.Jul.03 20:07

Anzahl Danke: 10
Antworten  |  Sie sind nicht eingeloggt (Gast).   4

Ich hoffe, Herr Pfau wird mir verzeihen und die fogenden Bilder als Werbung für sein hervorragendes Buch "Radio-Geschichte(n)" betrachten.

So sah der elektromagnetische WUFA-Lautsprecher aus:

Ich denke, dieser Lautsprecher wurde etwa 1930-33 hergestellt. Der ersatzweise eingebaute Elektrophon-Lautsprecher wurde etwa 1934-38 hergestellt. Vielleicht hat ja ein anderer Sammler noch präzisere Informationen dazu.

Ernst Erb
Ernst Erb
Ratsmitglied
CH  Beiträge: 5700
Schema: 13756
Bilder: 31072
04.Jul.03 23:21

Anzahl Danke: 6
Antworten  |  Sie sind nicht eingeloggt (Gast).   5

Viel zu oft findet man den Ausdruck Freischwinger für einen magnetischen Lautsprecher. Das 1989 erschienene Buch "Radios von gestern" (nun in dritter Auflage) beschreibt darum ab Seite 328 unter dem Titel "Lautsprecher im Wandel" die Entwicklung der Schallwandler (Reproductor).

Die Geschichte der Schallwandler beginnt eigentlich bei der Erfindung des Telefons. Diese findet sich ab Seite 24 (Page 1837, Bourseul 1854 und schliesslich Reis 1861) bzw. 26 (Bell, Gray, McDonough, Dolbear, Edison 1876).

Uns interessieren aber die Entwicklungen der Lautsprecher mit Trichter-Lautsprecher, magnetischen Systemen wie Zweipol, Vierpol (entlastend oder parallel), Induktordynamisches System bis hin zum Freischwinger von ca. 1932. Allerdings habe ich das Datum 1932 wohl nicht vermerkt, da ich den eigentlichen Erfinder des Feischwingers nicht ausfindig machen konnte. Wer kennt die Geschichte um den (echten) Freischwinger?

Sie finden ab Seite 329 bis 331 verschiedene Bilder der Systeme und danach die weiteren Entwicklungen z.B. die dynamischen Lautsprecher bzw. den elektrodynamischen Lautsprecher und den permanentdynamischen Lautsprecher. Damit können Sie die verschiedenen Systeme auseinanderhalten - oder von magnetischen oder von dynamischen Lautsprechern schreiben. Ehrlich gesagt ist es in der Praxis nicht einfach, die Systeme zu unterscheiden, da es manchmal zu umständlich oder zu schwer ist, das Innere zu sehen.

Permanentdynamische Lautsprecher haben die elektrodynamischen Lautsprecher verdrängt. Weitere Arten von Lautsprechern entstanden, wie der bald vergessene Kristall-Lautsprecher (1932) oder der heute noch als Hochtöner oft gebräuchliche elektrostatische Lautsprecher.

  
rmXorg