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ora: zwei Hersteller, welcher "führt" ?

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Manfred Rathgeb
 
 
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24.Mar.20 20:40
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ORA verpasste dieser Oradyne die Serienbezeichnung Q und die Fertigungsnummer auf dem Chassis stammt vielleicht ebenfalls von ORA . Eine Typenbezeichnung gab die Firma ihrem Produkt aber nicht, obwohl ein Feld dafür vorgesehen ist.   Daneben ist die Raute vom Hersteller CSF mit einer wohl eigenen Fertigungsnummer, genau so wie eine solche bei dessen LW 4000 zu sehen ist. CSF (auch C.S.F. geschrieben) "verewigte " sich also als weiterer Hersteller auf dem Chassis (der Sammlerkollege hat offenbar keine Rückwand) und wurde in F jedenfalls  bis zum WKII als Hersteller von "Postes Recepteurs" geführt. Wahrscheinlich wurde bei der Radioindustriekrise um 1935  irgendwann und irgendwie fusioniert, hier aber präsentieren sich zwei doch noch ziemlich eigenständige Hersteller oder erwecken zumindest bewußt einen solchen Eindruck. Dies sollte auf der Modellseite im Datenbestand zum Ausdruck kommen, auch wenn je einmal die genauen Beziehungen geklärt sind.

Nachtrag: Das jetzt aktualisierte Modell F_Ora_Serie O  (wie oh je) hatte offenbar ebenfalls die CSF-Raute, die Löcher sind noch da, die Proprtionen der Anbringung beider Schilder  bei O und Q auffallend ähnlich. Im Übrigen wird als Herstaller bei beiden nicht ORA angegeben, zumindest nicht auf dem Typenschild, Oradyne  könnte auch  die Handelsmarke sein.  Ganz schön kompliziert! 

Este artículo fue corregido 24.Mar.20 21:42 por Manfred Rathgeb .

Gidi Verheijen
Gidi Verheijen
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25.Mar.20 04:18
 
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Es gibt hier ein klares Missverständnis. Das Schild mit der Beschriftung CSF ist kein Firmenschild, sondern ein CSF-Lizenzschild. Es bedeutet, dass der Hersteller (hier ORA) Lizenzgebühren bezahlt hat für die Benützung von einem oder mehr französischen Patenten von CSF. Diese CSF-Lizenzschilder findet man auf Geräten die entweder in Frankreich importiert oder hergestellt wurden.

CSF war damals Teilnehmer des “Consortium des Brevèts Francais Radio”. Weitere beteiligte Firmen waren Thomson Houston und Philips Frankreich.

Das Lizenzschild von CSF hat eine Raute-Form, mit oben dem Firmen-Namen. In der Mitte gibt es zwei Zahlen. Die erste Zahl zeigt an für wieviel Röhren Lizenz bezahlt wurde (der Gleichrichter wurde nicht mitgezählt). Die zweite Zahl ist eine Lizenz-Seriennummer.

CSF-Lizenzschild Point Bleu Modelltyp Inconnu - Unknown 1     (bezahlt für 5 Röhren)

 

Es gibt allerdings auch Lizenzschilder von SFR.

SFR-Lizenzschild

 

Die CSF-Lizenzschilder gibt es im RMorg u.A. bei den folgenden französischen Modellen:

-   Point Bleu Inconnu – Unknown 1

-   Point Bleu LW2000

-   Oradyne Serie Q

-   CSF LW4000.

Diese letzte Modellseite zeigt allerdings einen Fehler. Es handelt sich hier eindeutig nicht um ein CSF-Gerät, sondern ein Blaupunkt- oder Point Bleu-Gerät mit CSF-Lizenz.
Edit: Mittlerweile wurde dieser Fehler korrigiert.

Weiter vermute ich, dass das Modell Point Bleu LW4000 kein französisches Modell betrifft, sondern einen in Belgien hergestellten oder importierten Blaupunkt LW4000. Der belgische Lizenaufkleber von SEM weist darauf hin.

In den Niederlanden war Philips im Bereich Patente Monopolist. Es war fast unmöglich ein ordentliches Rundfunkgerät herzustellen ohne ein oder mehr niederländische Philips-Patente zu benützen. Viel kleine Firmen stellten deshalb ihre Aktivitäten ein. Nur mittelgrosse Firmen, wie Erres und Waldorp, konnten sich die Zahlung von Lizenzgebühren erlauben.

Auch die Philips-Lizenzaufkleber zeigten mit einer eingeprägten Zahl die Anzahl der Röhren an wofür Lizenzgebühren bezahlt wurden.

Philips-Lizenzaufkleber beim Waldorp 138 1/2      (bezahlt für 4 Röhren)

 

Solche Lizenzschilder gab es in Deutschland nicht. Nur Firmen die einen Telefunken-Bauerlaubnis hatten, dürften Geräte herstellen und verkaufen die Telefunken-Patente benutzten. Telefunken war damals in Deutschland massgebend im Bereich Patentschutz, wie Philips es in den Niederlanden war. Es gab mehrere Methoden um zu zeigen, dass ein Gerät über einen Telefunken-Bauerlaubnis verfügte. Die meist bekannte Ausführung war der dreieckige Aufkleber der VDFI (Verband der Funk-Industrie), später IGR (Interessen-Gemeinschaft für Rundfunkschutzrechte).

 

In 1931 haben Philips und Telefunken einen Gerätevertrag (und Röhrenvertrag) unterschrieben mit einer Regelung für freier Export von Rundfunkgeräten (und Röhren) nach Deutschland bzw. den Niederlanden. Seitdem verwendete Telefunken Lizenz-Aufkleber auf den Geräten die nach den Niederlanden exportiert wurden um Parallel-Import entgegenzuwirken. Diese Aufkleber trugen den Namen der Siemens-Telefunken-Gesellschaft in den Niederlanden: RHIM = Radio Handel en Industrie Maatschappij und wurden an die linke Seite des Gehäuses geklebt.

Este artículo fue corregido 25.Mar.20 14:41 por Bernhard Nagel .

Ernst Erb
Ernst Erb
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25.Mar.20 10:47
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Lieber Gidi
Zu Deiner beispielhaften Erklärung der sonst manchen Sammlern nicht so bekannten Tatsachen kann ich Dir nur gratulieren. Du hast das wirklich vorbildlich und umfassend abgehandelt. Danke.

Manfred Rathgeb
 
 
D  Artículos: 168
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25.Mar.20 12:29

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Zu den von Herrn Erb genannten Sammlern bekenne ich mich ohne Vorbehalt. Nur, es war das Radiomuseum mit dem CSF_LW4000, das mich auf die falsche Fährte geführt hat. Ich hatte bereits im Beitrag angedeuetet, daß in meinen Unterlagen CSF als Hersteller C.S.F. geschrieben wird. Auch wäre es sinnvoll, beim Datenblatt dieses Herstellers die entsprechenden Hinweise (Beziehung zu La Radiotechnique etc) zu geben, die Adresse 79  Boulevard Haussmann übersieht man leicht. Das CSF-Zeichen habe ich trotz einiger eigener TSF-Geräte noch nicht gesehen. Dennoch vielen Dank für den Hinweis. 

  
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