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Zweiröhren-Batterieempfänger für Kopfhörerbetrieb

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Pius Steiner
 
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17.Jul.14 19:28

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Zweiröhren-Batterieempfänger
für Kopfhörerbetrieb

Quelle, Auszug aus:
"DATEN UND Schaltungen MODERNER EMPFÄNGER- UND KRAFTVERSTÄRKER RÖHREN"
 Philips 1942


Röhrenbestückung:
DAH 50, DAH 50

Benötigte Batterien:
Eine Anodenbatterie von 15 V und eine Heizbatterie von 1,4 V. Der Gesamtanodenstromverbrauch des Gerätes beträgt etwa 6 mA; der Heizstromverbrauch 75 mA.

Wellenbereich: 200-600 m.

Es handelt sich um einen Zweiröhrenempfänger für Batteriespeisung mit zwei Abstimmkreisen und N.F.-Reflexschaltung. Obwohl die Anodenspannung des Empfängers nur 15 V beträgt, ist die Empfindlichkeit sehr hoch, nämlich 30 V. Als Ausgangspunkt für die Feststellung der Empfindlichkeit wird eine Eingangssignalstärke gewählt, bei der die Ausgangsspannung genügend groß für eine gerade befriedigende Lautstärke im Kopfhörer ist. Die hierzu benötigte N.F.-Spannung am Steuergitter der Endröhre beträgt nur etwa 0,025 V.

Die genannte Empfindlichkeit ermöglicht den Empfang von sehr vielen Sendern, sogar mit einer Antenne, die eine Länge von nur einigen Metern besitzt. Damit Kosten und Abmessungen aufs Äußerste beschränkt werden, sind keine Sperrkreise vorgesehen.

Spulen

Die Antennenkopplung ist induktiv und gewährleistet eine im Wellenbereich konstante zweifache Aufschaukelung. Die Selbstinduktion der Abstimmspule muß mit kurzgeschlossener Antennenspule auf den richtigen Wert eingestellt werden. Aus der Vergrößerung der Selbstinduktion, die nach Entfernung des Kurzschlusses der Antennenspule gefunden wird, kann festgestellt werden, ob die Kopplung zwischen Antenne- und Abstimmspule für die erforderliche Aufschaukehingsausreicht. Hierzu ist es notwendig, daß sich bei Entfernung des Kurzschlusses der Antennenspule die Selbstinduktion der Abstimmspule um 3% ändert.

Abb. 1
Schaltung eines Zweiröhren-Batterieempfängers mit einer höchsten Speisespannung
von 15 V. Ohne Patentobligo unsererseits.

H.F.-Verstärkung

Die Verwendung einer H.F.-Verstärkerstufe gestattet die zweifache Ausnützung einer Röhre (in Reflexschaltung). Übrigens ist die Anwendung von H.F.-Verstärkung (statt evtl. zusätzlicher N.F.-Verstärkung) notwendig, um die Trennschärfe einigermaßen der erwünschten Empfindlichkeit anzupassen. Zu diesem Zweck wurde Rückkopplung vorgesehen.
Die H.F.-Rückkopplung findet mittels einer festen Rückkopplungsspule statt. Diese Spule enthält 15 Windungen; das vierte Gitter der ersten DAH 50 ist über diese Spule an der Anodenspannung (15 V) angeschlossen. Die Spule des abgestimmten Eingangskreises ist mit der Rückkopplungsspule festgekoppelt. Die Steilheit der Röhre und damit die Größe der Rückkopplung wird mittels eines Potentiometers von 10 000 Ohm zwischen dem zweiten Gitter und Heizfaden geregelt; die Spulenkopplung wird eben so eingestellt, daß, wenn die Spannung am zweiten Gitter 15 V beträgt, oben im Wellenbereich (600m) Oszillieren eintritt.

Durch Herunterregeln dieser Spannung läßt sich die Schwingungsgrenze im ganzen Wellenbereich einstellen; der Schwingungseinsatz ist dadurch über die ganze Skala gesichert. Ein Vorteil der Regelung durch Steilheitsänderung besteht darin, daß eventuell auch unerwünschte Rückkopplung über die Anodengitterkapazität durch sie beherrscht wird. Da die Rückkopplung auf den ersten Kreis einwirkt, ist es möglich, daß während des Oszillierens Antennenstrahlung auftritt. Die Strahlungsenergie ist aber so unbedeutend, daß sie vernachlässigt werden kann.

Die Diode der ersten DAH 50 bleibt außer Betrieb. Die getrennte Ausführung der Heizfäden der beiden Röhrenteile erlaubt eine Heizstromersparnis, weil der Heizfaden des Diodenteiles in diesem Falle nicht gespeist zu werden braucht.


Gleichrichtung

Die Gleichrichtung wird mit der in der Endröhre vorhandenen Diode vorgenommen.

N.F.-Verstärkung

Die erste DAH 50 wird außer als H.F.-Verstärkerröhre gleichzeitig als N.F. -Verstärker-
röhre verwendet. In der vorliegenden Reflexschaltung wird das von der Diode gleich
gerichtete H.F.-Signal über den H.F.-Filter R2—C4 und den Ableitwiderstand R1, dem
 

Abb. 2
Zeichnerisches Beispiel des Empfängers mit zwei Röhren DAH 50.

Steuergitter der ersten Röhre zugeführt. Es ist natürlich möglich, statt des festen Widerstandes R4 einen Lautstärkeregler zu verwenden. Die Rückkopplung kann dann immer so günstig wie möglich zur Erzielung höchster Trennschärfe eingestellt werden.

Damit das N.F.-Signal nicht vom Eingangskreis kurzgeschlossen wird, ist ein kleiner Sperrkondensator vorgesehen (C3). In Serie mit dem Anodenkreis der ersten Röhre ist ein N.F.- Transformator aufgenommen (Übersetzungsverhältnis 1 : 3). Damit die primäre Wicklung des N.F.-Transformators keine Impedanz im Abstimmkreise bildet und keine H.F. - Signalspannungen an das Steuergitter der Endröhre gelangen, wurde C6 vorgesehen. Dieser Kondensator beeinflußt allerdings den Frequenzgang des zweiten Abstimmkreises. Um damit aber doch einen guten Gleichlauf des ersten und des zweiten Abstimmkreises zu gewährleisten, wurde auch im ersten Kreis ein Kondensator von 2000 µµF geschaltet (C1). Es ist selbstverständlich, daß die beiden Kondensatoren C1 und C6 gleichwertig sein müssen.

Die N.F.-Signalspannungen an der Sekundärseite des N.F.-Transformators werden über C9 zum Steuergitter der Endröhre geführt. Der Kondensator C9 und der Widerstand R5 dienen zur automatischen negativen Gittervorspannung der Endröhre bei auftretendem Gitterstrom. Die Verzerrung wird hierdurch zwar nicht ganz aufgehoben, jedoch wird die Gitterstromverzerrung von der weniger bemerkbaren Krümmungsverzerrung ersetzt.

Abb. 2. gibt noch einen Eindruck, auf welche Weise die Abmessungen des Gerätes klein gehalten werden können. Die eingezeichneten Abmessungen sind in mm angegeben.

Abb. 3
Zeichnung der Spulen


Spulenliste:


 

Detailbeschreibung der DAH50

Batterieröhren

 

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This article was edited 17.Jul.14 19:59 by Pius Steiner .

  
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