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Gigant wird Denkmal --NDR-Sendemast Steinkimmen

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Hans-Werner Ellerbrock
 
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15.May.17 10:46

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"Ein Gigant geht in den Ruhestand"

so betitelte die Nordwestzeitung am 10. Mai 2017 einen Bericht über die Historie des NDR-Sendemastes in Steinkimmen (Olldenburger Land).

Der Lebenslauf des Senders begann eigentlich schon Weihnachten 1955. Das war der Tag der ersten UKW-Hörfunksendung vom künftigen Sendeort mit einer mobilen Anlage. Bis zum 31.Jan. 1956 wurden mit dieser Einfach-Technik Messungen (in Bezug auf Reichweite und Empfangsqualität) im Umland durchgeführt.

Diie Bauarbeiten für den Mast begannen im Herbst 1955 und schlossen mit der Inbetriebnahme am 6.Aug. 1956 ab. Mit insgesamt 298m Höhe ist das Bauwerk nun das höchste der Bundesrepublik.

Anfangs wurde von 16.30 bis 17.40 Uhr und 20.00 bis 22.30 Uhr gesendet. TV-Programm überwiegend live in bester SW-Qualität. In der übrigen Zeit gab es ein 5stündiges Testbild, wichtig für die Antennen-Ausrichtung beim Empfänger und Reparaturarbeiten beim Kunden bzw. in der TV-Werkstatt.

Kurz darauf erweiterte der NDR sein Angebot um ein weiteres( zweites) Hörfunk-Programm.

Die Color-Aera begann in Norddeutschland im Dez. 1962. Ab der Zeit wurden zuerst Versuchssendungen "in Farbe" ausgestrahlt. Und zwar anfangs nur werkstags von 8.00 bis 9.45 Uhr.

Dann kam, wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen, auch hier die Rationalisierung. Ab 1966 richtete man den Standort als Fernüberwachungszentrale für die Sender Aurich und Lingen ein. Zwei Jahre später wurde der hiesige Arbeitsbereich zur Sendebetriebszentrale für die Sendeanlagen in Osnabrück-Stadt, OS-Land, Lingen, und Aurich erweitert.

Aber es hat auch zweimal im Laufe des Turm-Lebens gekracht.

Beim ersten Mal war es die neue Mastspitze, die mittels eines Hubschraubers am 31. Aug. 1961 gehievt werden sollte. Beim Aufwärtsflug löste sich die Last in 135m Höhe und zerschellte.  Der Hersteller hatte zum Glück noch ein zweites Exemplar auf Lager und konnte das Vorhaben so zeitig zu Ende bringen.

Der zweite Crash kostete dem Piloten eines Kleinflugzeugs das Leben. Bei dichtem Nebel hatte er die Pardunen übersehen, berührte eines dieser Spannseile und stürzte aus 130m ab.

Rückblickend kann aber insgesamt resümiert werden, dass der Gigant in den 61 Jahren seines Sendelebens die Nordwest-Region mit vielfältigen Informationen versorgt hat. Für den Autor dieser Berichte ist das Jahr 1968 denkwürdig. Ab der Zeit strahlte der NDR seine Hörfunk-Sendungen im Stereo-Format aus.

  
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