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Heinz Richter bzw. Ing. Heinz Richter, was wissen wir?

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Forum » In General » Heinz Richter bzw. Ing. Heinz Richter, was wissen wir?
           
Michael Münch
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Verehrte Radiosammler,

mit grossem Interesse verfolge ich die neuen Forum-Beiträge zum Kosmos Radiomann, denn auch für mich war dieser Experimentierkasten in den 60ern der Einstieg ins Hobby. Allerdings ist meine Anfängerzeit auch untrennbar verbunden mit der Lektüre der Bücher von Heinz Richter. "Elektrotechnik für Jungen" und "Radiobasteln für Jungen" sind als Titel sicher vielen unter Ihnen ein Begriff. Die erfolgreichen Nachbauten eines Funkeninduktors sowie des zugehörigen Teslatrafos sowie meines ersten Audionempfängers verdanke ich Heinz Richter. Nicht zuletzt gibt es aber auch eine Verbindung Richter/Kosmoskästen: das Elektroniklabor XG.

Ich habe sicherlich nicht alle Bücher von Heinz Richter in der Hand gehabt, aber folgende sind in meinem Besitz oder in meiner Erinnerung (in zufälliger Reihenfolge):

Heinz Richter - Elektrotechnik für Jungen
Heinz Richter - Radiobasteln für Jungen
Heinz Richter - Radiotechnik für Alle
Heinz Richter - Radiopraxis für Alle
Heinz Richter - UKW-FM
Heinz Richter - Transistor-Bastelbuch
Heinz Richter - Neue Schule der Radiotechnik und Elektronik (4 Bände)
Heinz Richter - Meßpraxis
Heinz Richter - Impulspraxis
Heinz Richter - Tonaufnahme für Alle
Heinz Richter - Elektroakustik für Alle
Heinz Richter - Fernsehen für Alle
ausserdem die Anleitungsbücher für die Kästen "Radio und Elektronik" und "Elektroniklabor XG, XS, XR, XU.."

Man sieht, Heinz Richter war ungeheuer produktiv, hat aber scheinbar keine biografischen Spuren hinterlassen.

Ich habe immer ein inneres Bild dieses Heinz Richter als das eines nickelbebrillten, schütterhaarigen, graubekittelten mittelalten Herrn mit mir herumgetragen, ohne zu wissen, ob das wirklich zutraf. Ich hatte die Hoffnung, diese Vorstellung jetzt im Zeitalter des Internet mal eben schnell mit Hilfe der Suchmaschinen verifizieren zu können - aber Fehlanzeige. Über die Biografie dieses Menschen schweigt sich das Internet aus. Vielleicht weiss jemand von Ihnen Näheres, das würde mich freuen!

Gruss - Michael Münch

 

This article was edited 11.Jan.04 10:00 by Michael Münch .

Michael Sigmund
 
 
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Hallo Herr Münch,

zu Ing. Heinz Richter habe ich folgende Informationen gefunden:Aus dem Einband (Buch, UKW-FM, Auflage 1962 ! ).

Freundliche Grüße

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This article was edited 11.Jan.04 14:29 by Michael Sigmund .

Peter von Bechen
Peter von Bechen
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Hallo,

auch ich bin in meiner Jugend durch Richter-Bücher von Radio-Virus infiziert worden.

Es ist schon erstaunlich, welche Menge an Radio- und Elektronik-Büchern Richter (H.R.)produziert hat. Da ist noch nicht mal später der Herr Nührmann rangekommen.

Mich interessiert schon lange, welcher Mensch das eigentlich war, und ich habe mich vor ein paar Jahren an die Recherchearbeit gemacht.

Der Fall ist allerdings schwieriger, als ich ursprünglich annahm.

Ich möchte gerne hier den bisherigen Stand meiner Ermittlungen kurz zusammenfassen, vielleicht weiss irgendwer aus der Radiogemeinde noch was.

1. Anfrage beim Frankh-Verlag (jetzt Frankh-Kosmos): Das Archiv ist durch Krieg, Umzüge usw. nicht mehr vollständig. Man hat zwar alle Bücher, die H. R. verfasst hat, aber keine weiteren Unterlagen wie Lebenslauf, Autorenverträge usw, aus denen die persönlichen Daten hervorgehen (Ich hätte gerne das genaue Geburtsdatum, denn das wäre für weitere Recherchen wichtig). Frau Ilse Hoffmann hat sich die Mühe gemacht, das Archiv zu durchsuchen.

Man konnte sich erinnern, dass H. R. irgendwann in den 70er Jahren gestorben sei und die Tantjemen für die Bücher dann noch eine Zeit lang weiter an die Wittwe gegangen sind.

Manfred Berrer, Marketing bei Frankh, kannte H.R. noch persönlich und hat ihn auch mal zu Hause in Güntering besucht. Kann sich aber nicht mehr genau an Hausnr. usw. erinnern.

2. Anfrage bei der Gemeinde Seefeld (Einwohnermeldeamt/Standesamt). H.Rs Wohnort Güntering ist Ortsteil von Hechendorf, und das gehört wiederum zu Seefeld. Nähere Auskunft ist leider nur möglich, wenn ich das Geburts- oder Sterbedatum weiß. Wahrscheinlich ist der Aufwand zu groß, das gesamte Personenstandsregister zu durchsuhen.

Freundlicher Hinweis, es doch mal bei den Kirchengemeinden in der Gegend zu versuchen. Dort gab es auch die Bitte, das Todesdatum zu nennen.... Oder ich sollte mal vobeikommen und die Kirchenbücher durchwälzen. Dazu habe ich aber leider noch keine Zeit gehabt.

Ich hatte mir davon versprochen, auf die Spur der Familie zu kommen, vielleicht hatte H.R. Kinder oder Verwandte, die man über ihn befragen könnte.

3. Telefonaktion: Habe aus dem Telefonbuch alle "Richter" in und um Hechendorf rausgesucht und angerufen, insgesamt 8. Leider Fehlanzeige: Keiner kennt H.R. Vielleicht wohnt die Familie jetzt woanders oder er hatte eine Tochter, die jetzt nicht mehr Richter heißt. Die Wittwe dürfte vielleicht auch nicht mehr leben.

4. Kontakte mit anderen Personen aus der Radioszene der 50er und 60er Jahre: Da bin ich bei Siegfried Wirsum fündig geworden. Der war jahrelang Geschäftsführer bei Radio RIM in München. Der erzählte mir, dass H. R . öfter mal auf einen Kaffe bei ihm vorbeigekommen sei. "Hätten Sie nicht mal interessante Schaltung für mich? Ich bin gerade dabei, ein Buch über Tonbandgeräte...HiFi-Verstärker...usw. zu schreiben" Auf diese Weise sind offensichtlich die RIM-Schaltungen in die Richter-Bücher gekommen. Er hat auch immer schön brav die Quelle genannt "Konstruktion Radio RIM".

5. Studium seiner Bücher: In einigen Vorworten outet er sich selbst. Beispielsweise, dass er mit zwölf Jahren ein Manuskript verfasst hat (wahrscheinlich über eine Radioschaltung) und dadurch in Kontakt mit Hanns Günter (Bekannter Autor in den 20ern und 30ern) gekommen ist. Von dem hat er dann - praktisch als Nachfolgeautor in den 40er Jahren das Schreiben der Frankh-Radiobücher übernommen. Daneben hat er auch an den Begleitheften der Radiomänner gearbeitet.

6.Was ich sonst noch so weiss und vermute: Ich schätze, dass H.R. zwischen 1915 und 1925 geboren sein muss. Er hat vor dem und im Krieg irgendwas mit Impulstechnik gemacht, wahrscheinlich Radar (war streng geheim). Nach dem Krieg war er freiberuflicher Entwickler. In dieser Zeit hat er sehr viel geschrieben, nicht nur die Frankh-Bücher, auch Artikel z. B.  in der Funkschau. In den 50ern und 60ern hat er auch Fernkurse zu Radiotechnik und Elektronik angeboten (Da gab es Anzeigen in der Funkschau)

7. Bewertung seines Lebenswerkes: Richter steht für Quantität. Dass dabei die (fachliche) Qualität manchmal auf der Strecke blieb, ist kein Wunder. Ich möchte nicht wissen wie viele Tausend jugendliche Bastler (wie ich) sich über nicht funktionierende Schaltungen geärgert haben. Außerdem waren die Allstrom-Schaltungen nicht ganz ungefährlich. Ich habe mir auch so manchen heftigen Stromschlag eingefangen, als ich mit dem Richter-Einkreiser herumhantierte.

Fachleute haben den manchmal dilletantischen Stil kritisiert ("Das was hier gesagt werden muss, kann prägnanter und fachlicher ausgedrückt werden...", so eine Buchbesprechnung zu "Radiopraxis für alle" in der "Deutschen Funktechnik" von 1953).

Trotzdem kann man H.R. das Verdienst zuschreiben, eine ganze Generation von Radio-begeisterten erzeugt zu haben. Selbst das Nichtfunktionieren seiner Schaltungen hatte einen guten Zweck: Man musste sich intensiv mit der Funktion auseinandersetzen. Erst wenn man sie wirklich verstanden hatte, konnte man sie zum Laufen bringen.

8. Was noch zu tun bleibt: Ich werde sicher mal die Zeit finden, die Kirchenbücher von Güntering zu studieren. Dann gibt es eine Chance, die Familie zu finden und dort etwas über H.R zu erfahren

Dann wollte ich noch beim Stadtarchiv Stuttgart oder im Landesmuseum Marbach/Neckar recherchieren. Dort könnte auch noch Unterlagen vom Frankh-Verlag hingelangt sein.

Aber vielleicht gibt es auf diesen Beitrag noch irgendwelche Reaktionen....

 

This article was edited 11.Jan.04 17:02 by Peter von Bechen .

Michael Münch
Michael Münch
 
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Guten Abend!

Gar nicht sicher, ob dieses Thema interessant genug sei, habe ich die Frage nach Heinz Richter gestellt, aber etliche über hundert hits nach weniger als 24 Stunden bestärken mich darin, mir ein paar weitere Gedanken zu machen.

Zunächst aber vielen Dank an Herrn Sigmund, der mit seinem Scan dem Herrn Heinz Richter ein Gesicht gegeben hat. Ich habe wohl auch das Buch "UKW-FM", dritte Auflage 1952, aber ohne Schutzumschlag. Danke nochmal für die Mühe!

Dann die grosse Überraschung, dass mit Herrn von Bechen schon jemand grosse Anstrengungen unternommen hat, Licht ins Dunkel zu bringen. Ihre Ausführungen, Herr von Bechen, sind sehr interessant zu lesen! Vielen Dank für das umfangreiche posting! Meinen Plan, einen langen Brief an den Frankh-Kosmos-Verlag zu schreiben, habe ich sofort aufgegeben.

Ausgehend von Ihren Schilderungen habe ich aber folgende Überlegungen angestellt:

- vielleicht war Heinz Richter lizensierter Funkamateur. Eventuell war er auch Mitglied des DARC. Dann hätte es in der CQ-DL anlässlich seines Todes auch eine "silent-key"-Meldung gegeben. Selbst ohne eine Mitgliedschaft hätte bei einem solch bekannten Autor der DARC doch einen Nachruf bringen müssen...!?

- auch die Funkschau wäre eigentlich einem solchen ihrer Autoren gegenüber zu einem Nachruf verpflichtet gewesen...!?

- im Vorwort zu "Radiotechnik für Alle" gibt er seine Postanschrift preis: Güntering, Post Hechendorf, Pilsensee. Letzterer Name taucht in der Schilderung von Herrn von Bechen noch nicht auf, wird ihm aber wohl bekannt sein und bringt uns nicht wirklich weiter.

- vielleicht könnte man die örtliche Presse einschalten, um ehemalige Nachbarn ausfindig zu machen. In der siebten Auflage (1965) des "Radiobasteln für Jungen" schreibt Heinz Richter im Vorwort: "So sagte mir der vierzehnjährige Sohn meines Nachbarn, daß er alles sehr gut verstanden habe, was auch sein selbstgebasteltes Gerät bewies." Warum nicht versuchen, den Sohn des Nachbarn mit Hilfe der Zeitung wiederzufinden? Gesetzt den Fall, dieses Vorwort hätte es auch schon in der ersten Auflage 1955 gegeben, wäre der Sohnemann etwa Jahrgang 1940 und jetzt zwischen 60 und 65 Jahre alt und lebt vielleicht noch dort?

Was war er wohl für ein Mensch? Dies zu beantworten fiele sicher leichter, wenn man jemanden hätte, der ihn noch erlebt hat. Immerhin schreibt er im Vorwort des erstmals 1949 erschienenen "Radiotechnik für Alle" wohl unter dem Eindruck seiner Erlebnisse im Krieg folgendes:

"Taucht eine technische Neuerung auf, so wundert man sich kaum noch darüber, sondern fragt sich zunächst einmal, wofür man sie verwenden kann. Erweist sich die Neuerung für die kriegerische Vernichtung unzähliger Menschenleben als geeignet, so genießt sie besondere Wertschätzung." Wenn Richter im Krieg mit Radartechnik zu tun gehabt hat, wie Herr von Bechen annimmt, dann war er nach dem Krieg vielleicht ein "Geläuterter"?

Ich weiss: all das sind Mutmassungen. Eigentlich soll hier im Forum nicht gemutmasst, nicht im Kaffesatz gelesen werden. Es ist aber sicher erlaubt, sich mit ein wenig Fantasie einer Figur zu nähern, die uns allen seltsam abstrakt geblieben ist und doch vielen radiobegeisterten Bastelanfängern die Tür zum späteren Beruf oder Hobby geöffnet hat. Vielleicht liefert dies dann Ansatzpunkte für weitere Nachforschungen!

Jetzt kommt mir aber das Glück zu Hilfe: mir war wohl klar, dass irgendwo auf dem Dachboden noch ein Exemplar der "Elektrotechnik für Jungen" schlummern musste. Ich bin dann heute mal raufgeklettert und habe das Buch tatsächlich wiedergefunden. Und dort findet sich ein kleiner biografischer Abriss folgenden Wortlauts:

"ING. HEINZ RICHTER, 1909 geboren, erhielt seine Ausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt München (jetzt Oskar-von-Miller-Polytechnikum), die er 1932 mit dem Ingenieurzeugnis verließ.
Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Konstrukteur von Selbstbaugeräten und Reparatur-Werstättenleiter in einem Einzelhandels-Fachgeschäft ging er zum Flugfunk-Forschungsinstitut (Prof. Dieckmann), zuerst als Entwicklungsingenieur, später als Leiter einer technisch-wissenschaftlichen Arbeitsgruppe. Dort kam er sehr eng mit der Technik der Oszillografen und der Impulstechnik in Berührung, was zur Anmeldung und Erteilung mehrerer Patente führte.
Seit 1945 betätigt sich Heinz Richter freiberuflich als Fachschriftsteller, Gutachter, Redakteur, Inhaber eines Fernunterrichts-Unternehmens und als Entwicklungsingenieur im eigenen Laboratorium.
Diese Tätigkeit beginnt sich gerade in letzter Zeit durch die Übernahme größerer Entwicklungsaufträge stärker auszudehnen. Die praktische Arbeit am Labortisch lag Heinz Richter stets von allen Tätigkeiten am meisten am Herzen, und er bemüht sich auch in dem hier vorliegenden Buch, den Lesern unmittelbare Erfahrungen aus der Praxis in möglichst einfacher Form zu vermitteln."
Elektrotechnik für Jungen, neunte Auflage 1966

Jetzt gerade sehe ich noch den neuen Beitrag von Herrn Knoll, der das Geburtsjahr bestätigt, vielen Dank.

Weiter gespannt - Michael Münch

 

This article was edited 11.Jan.04 22:31 by Michael Münch .

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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11.Jan.04 22:03

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Hallo Herr von Bechen,

da kann  ich Ihne helfen. in de ersten Nachkriegsjahren, wurden alle Autoren von den Militaer-Regierungen auf Ihre vergangenheit und loyalitaet ueberprueft.

Beim Verlag G. Mayer; Muenchen 2 Luisenstr. 17 war Herr Heinz Richter als Autor in der Funkschau 1947 registriert, als Heinz Richter, geb. 2.11.1909 in Gehrden.

Gruss und weiter viel Erfolg!

mfg Hans M. Knoll 

 

 

Franz Harder
 
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11.Jan.04 22:22

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6 Hallo Herr von Bechen, Herr Knoll,

das ist js interessant wie sich hier die Puzzleteile zusammensetzen! Auch ich bin von den Büchern des Herrn Richter infiziert worden und habe die vom Taschengeld abgesparten Exemplare auch im Regal stehen. Vielleicht war es aber gerade dieser unkomplizierte Schreibstil, der uns den Zugang zu Radiotechnik und Elektronik erschlossen hat.

Den von Herrn v. Bechen genannten Nachkriegs-Wohnort kann ich bestätigen mit einer
Anzeige in der Funkschau 2/3 1947. Hier zeigt sich auch, wie sich die Leute in dieser Zeit mit allen möglichen Tätigkeiten durchkämpfen mußten...

Gruß Franz Harder

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Peter von Bechen
Peter von Bechen
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11.Jan.04 23:26

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Ja - sieh mal an - da haben wir ja schon eine ganze Menge herausgefunden!

Nachdem ich mich in den letzten fast drei Jahren mühsam an den Menschen Heinz Richter herangepirscht hatte, ist in den letzten Stunden ertstaunlich viel zusammengekommen. Danke erst mal an alle, die sich gemeldet haben.

Sie werden sich fragen, Herr Münch, warum in aller Welt ich mich für den Heinz Richter dermaßen intensiv interessiere: Eigentlich auch aus dem Grund, den Sie nannten: Es gibt offiziell nix über diesen Menschen, aber die Bücherschränke stehen voll voll seinen Büchern. Da dachte ich mir, ich könnte mal was über ihn herausfinden und das z. B. in der Funkgeschichte der GFGF veröffentlichen. Interesse an der Geschichte gibt es offensichtlich (wenn man die Resonanz hier sieht) Aber wie gesagt - ich bin bisher nicht so recht weitergekommen. Manchmal ist es ein keiner Anlass, der eine solche Sache wieder in Bewegung bringt. Und das war Ihr Beitrag, den ich heute Mittag gelesen habe.

Zu Ihren Gedanken, Herr Münch: Die Dame vom Archiv des Frankh-Kosmos-Verlages hat mir am Telefon erzählt, dass auch heute noch Briefe an den Verlag kommen, in denen Fragen zu Büchern von H.R. gestellt weden. Meistens irgendwelche technische Details. Das heißt, dass die Bücher nicht nur bei Ihnen und mir im Regal stehen...

Funkamateur war H.R. mit Sicherheit nicht. Er hat sich in seinen Büchern auch nicht sehr intensiv mit KW beschäftigt. Die Amateur-Bücher der Frankhschen Verlagshandlung waren von Karl Schuldheiss (DL1QK), der war soweit ich weiß damals Vorsitzender vom DARC. Das Buch "Der Kurzwellenamateur" war ein Band der Reihe "Radiotechnik für alle". H. R. hätte das Buch sicherlich geschrieben, wenn er OM gewesen wäre.

Warum die Funkschau keine Notiz vom Ableben des H.R. genommen hat, kann ich mir nicht so recht erklären. Es mag wohl sein, dass H.R. in den letzten Jahren keinen guten Ruf unter Fachleuten hatte und Chefredakteur Karl Tetzner es deshalb wohl nicht wichtig fand, ihn zu würdigen. Vielleicht frage ich ihn mal. Ich hatte vor einiger Zeit noch Verbindung zu ihm.

Der Pilsensee ist ein wunderhübscher kleiner See, an dessen Ufer Hechendorf/Güntering liegt. Ich war im Sommer mal dort und bin über den Friedhof gelaufen, in der Hoffnung, zufällig auf einen Grabstein mit "Ing. Heinz Richter" zu treffen. Vielleicht habe ich ihn übersehen, jedenfalls hab ich damals aufgegeben.

Die Idee mit der Lokalpresse hört sich ganz interessant an. Mal sehen, ob ich die Kollegin/Kollegen in der dortigen Redaktion für den Gedanken begeistern kann...

Die Vorworte seiner Bücher sind bisher eigentlich auch meine ergiebigste Quelle gewesen. Die von ihnen gefundenen Texte passen gut dazu!

Das Gebutrsdatum hilft sicher weiter. Werde damit mal mein Glück beim Einwohnermeldeamt versuchen...

Ich wollte auch noch beim Patentamt recherchieren. Wäre sicherlich interessant zu wissen, was H.R. alles erfunden hat. Dann könnte man sein fachliches Image vielleicht wieder etwas zurechtrücken.

So, das war es für heut. Vielleicht gibts noch ein paar weitere Anregungen!

Gruß an alle und 73 an die OMs

Michael Münch
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12.Jan.04 11:30

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Hallo,

laut der bereits zitierten Fundstelle in "Elektrotechnik für Jungen", neunte Auflage 1966, arbeitete Heinz Richter wohl ab Mitte der 30er Jahre beim Flugfunk-Forschungsinstitut bei Prof. Max Dieckmann. Womit man sich dort beschäftigte, bzw. was Richters Arbeitsumfeld war, geht aus einer Dieckmann-Biografie auf den Seiten des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme, hervor (allerdings ohne, dass Heinz Richter dort irgendwo erwähnt wird):

http://www.dlr.de/hr/Institut/Geschichte/max-dieckmann.html

Vielleicht wieder ein Mosaiksteinchen..

Gruss - Michael Münch

Hans-Thomas Schmidt
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23.Oct.06 21:47

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Neues von Heinz Richter,

Heinz Richter arbeitete in der Kriegszeit für das Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen.  Die Patentlage lässt darauf schliessen, dass er an der Entwicklung der Funkmesstechnik (RADAR) beteiligt war. Möglicherweise war sein Fachgebiet das Dopplerradar. Eines seiner Patente befasst sich nämlich mit der Laufzeitunterschiedsmessung von zwei empfangenen Impulsen. Diese Problematik taucht im Dopplerradar auf, da dort schnell bewegte Ziele von langsam bewegten unterschieden werden mussten. Stichwort: Unterscheidung von Düppelstreifen und Flugzeugen.

Das Europäische Patentamt hat einige Patente online.

Adresse: um 1950
Hechendorf, Ortsteil Güntering, Pilsensee Oberbayern

Postadresse war postlagernd

Gruß,  Hans-Thomas Schmidt

This article was edited 23.Oct.06 21:57 by Hans-Thomas Schmidt .

Peter von Bechen
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23.Oct.06 22:12

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 Hallo Herr Schmidt,
ich habe in den letzten zwei Jahren sehr intensiv bzgl. Heinz Richter recherchiert. Dabei hatte ich vor etwa einem Jahr ein Gespräch mit seiner Wittwe, die  noch lebt. Frau Richter war damals beruflich  mit Düppeln beschäftigt. Ich habe übrigens auch im Patentamt recherchiert.
Ich werde demnächst diese Geschichte im RM.org veröffentlichen.
Lassen Sie sich überraschen!
Gruß
Peter von Bechen
Hans-Thomas Schmidt
Hans-Thomas Schmidt
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24.Oct.06 07:27

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11
 
Gut, ich lasse mich überraschen.

Zu der Literaturliste in Post 1 kann ich noch folgenden Titel hinzufügen:

Heinz Richter - Fernsehexperimentierpraxis

Gruß, H.-T. Schmidt

...und noch ein Nachtrag:

Heinz Richter - Das große Fernsteuerbuch mit vielen Pendelaudion-Schaltungen.
Danke G.!

This article was edited 25.Oct.06 22:57 by Hans-Thomas Schmidt .

Martin Renz
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17.May.07 15:07

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12 Per mail erhielt ich die folgende Aussage:

"laut Funkschau 1971; Heft 12; Seite 363 verstarb Heinz Richter am 14. Mai 1971.
Dieses Leben und Schaffen war gerade mal einen "6 einhalb Zeiler" wert.

Mit freundlichen Grüßen
Guido Wienands"

Vielleicht hat jemand diese Ausgabe und kann dies bestätigen?
Georg Beckmann
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17.May.07 15:48

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Ich hab diese Funkschau,

hier ein Scan aus der Funkschau 12/1971 Seite 361

Georg Beckmann

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This article was edited 17.May.07 19:14 by Georg Beckmann .

Peter von Bechen
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Hallo miteinander,
Heinz Richter hat zwar auch bei Franzis veröffentlicht (Hilfsbuch der Katodenstrahl-Oszillografie und auch einige Funkschau-Artikel), doch die "große Liebe" hat sich da wohl nicht entwickelt. So hat es mir die Wittwe von H. R. jedenfalls berichtet. Als ich bei K. Tetzner, der damals CHR bei der Funkschau war, bzgl H. R. nachgefragt habe, konnte der sich nicht erinnern, wann er verstorben sei. Eine einleuchtenden Erklärung für die "nur" sechs Zeilen. Oder sollte man sagen "immerhin" sechs Zeilen war er dem Franzis-Verlag (damals harte Konkurrenz zu Frankh) wert.
H. R. war bei Frankh und später bei Vogel einfach wsentlich mehr engagiert.
Einen ausführlichen Nachruf gabs in der "Radio Fernseh Phono Praxis" beim Vogel-Verlag, Würzburg, deren CHR er zum Zeitpunkt seines Todes war.
Weitere Infos in der Richter-Biografie, an der ich schon seit ein paar Jahren arbeite, und die bald fertig ist!
Gruß
Peter von Bechen
  
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