Dietmar Rudolph
D Articles: 427 Schem.: 158 Pict.: 148 24.Jun.08 19:33 |
nora: Picco: Wima-"Bonbons" ersetzt
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Der Nora "Picco" ist ein nettes kleines Röhrenradio. Ein Bekannter hatte es während seiner Studienzeit mit Hilfe einer Schaltuhr als Radiowecker benutzt. Seither war es nicht mehr in Betrieb. Das war sicher gut so, denn wie ein Blick in das Innere zeigt, sind (typisch für die damalige Zeit) Wima-"Bonbons" als Kondensatoren darin verbaut. Und diese sind heute rissig und daher eher mehr oder weniger niederohmige Widerstände als noch Kondensatoren. Da wegen der Kleinheit des Gerätes nur ein Heiztrafo eingebaut ist, hat das Gerät keine Netztrennung, denn die Anodenspannung wird direkt aus dem Netz (220V) gewonnen. Daher die Warnung auf dem Lautsprecher-Magneten: Achtung Chassis führt Spannung! Bei unvorsichtigem Betrieb mit diesen alten Kondensatoren kann es somit nicht nur zu Überlastung (mindestens) der Endröhre kommen, sondern man setzt sich der Gefahr aus, einen elektrischen Schlag zu bekommen. Das Gerät war also noch ziemlich im Originalzustand, wie ein Blick in das Innere zeigt. ![]() Eine weitere Besonderheit ist das 1. ZF-Filter zwischen ECH81 und EBF89. Bei diesem Klein-Radio ist es mechanisch besonders einfach ausgeführt, siehe die Markierung durch die Ellipse. Hier sind "nur" zwei Schwingkreise in einiger Entfernung auf einen Pertinax-Streifen aufgesetzt. So primitiv dies ist, so anschaulich ist andererseits die Funktionsweise: Primärkreis und Sekundärkreis dürfen bei einem Bandfilter nur sehr schwach gekoppelt sein, damit sich die gewünschte Form der Durchlaßkurve ergibt. Das 2. ZF-Filter ist ein Einzelkreis (rechts oben unter der EBF89), so daß das Gerät insgesamt 5 Kreise hat, wobei die Selektivität i.w. durch das 1. ZF-Filter bestimmt wird. Nachdem alle Wima-Kondensatoren ersetzt sind, hier noch einen weiteren Blick auf das Chassis. ![]() Der Ersatz der Kondensatoren hat sich gelohnt, denn jetzt spielt das Gerät wieder. Ein Neuabgleich wurde nicht vorgenommen, da die ZF-Kerne (wie zu der Zeit auch bei Siemens üblich) nicht geschraubt sind, sondern verklebt (durch Erwärmen eines Plastik-Halms mit dem Lötkolben), wie man auf diesem Bild erkennen kann. MfG DR |
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20NovX |