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aeg: K1; Magnetophon: Widersprüche

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Wolfgang Eckardt
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03.Jan.12 18:32

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Widersprüche beim Tonbandgerät K1 von AEG

Angeregt durch den Artikel in der Funkgeschichte Nr. 200 „Eduard Schüller – heute vergessen?“ von Dr. Gerhard Kuper [1], habe ich mir noch einmal andere Quellen betrachtet. Dabei bin ich auf einige Unklarheiten und Widersprüche bei der Dokumentierung des „Ersten Tonbandgerätes“, des K1 von AEG gestoßen.

Abgesehen davon, dass in dem oben genannten Beitrag der Name des Erfinder des Tonbandes, Fritz Pfleumer, überhaupt nicht vorkommt, wird dort ein anderes Bild des K1 vorgestellt, wie es hier im RM.org zu sehen ist.

 

Die gleiche Abbildung findet man auch in dem Buch „Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger“ von Engel, Kuper, Bell auf S. 79. [2]

Nimmt man nun das Buch von Dr. Zierl her [3], dann ist dort diese Abbildung als K1 auf Seite 52 zu finden: 

Hauptunterschiede sind die Anordnung der 4 Schalter links vorn und die Form der Abdeckung der Tonköpfe. Zusätzlich beim ersten Bild ist das so genannte Bandlineal über dem linken Spulenteller zu sehen.

In [2] wird das K2 so gezeigt wie die Abbildung in [3] (bis auf äußere Details am Koffer so wie beim Modell im RM.org), nur zusätzlich noch Verstärker, Mikrofon und Lautsprecher. 

Dazu wird als Text bei den Abbildungen auf S. 86 angeführt:

“Abb. 80: Magnetophon K2 (1936) als tragbare Kofferausführung. Das Bandlineal fehlt. Die Knebel-Wickelkern-Halterung ist eine spätere Nachrüstung. )*
Um 1962 behauptete ein offizieller Telefunken-Katalog, beim abgebildeten Gerät handle es sich um ein «Magnetophon K1 – Das 1. Tonbandgerät der Welt», obwohl – was schon die Tastenanordnung beweist – unverkennbar ein Magnetophon K2 gezeigt wird. Dazu passte auch der alberne Zusatz «z. Z. vergriffen»...“
                                            )* Um 1950 wurde der Durchmesser des AEG-Kernes von 70 mm auf 100 mm vergrößert. 

Ist mit dem Katalog die Quelle gemeint, aus der die Bilder beim K1 im Radiomuseum stammen? Das würde bedeuten, dass die im RM beim Modell vorhandenen Bilder nicht ein K1 sondern das Modell K2 zeigen!

Ich kann diese Widersprüche nicht klären, möchte aber darauf hinweisen. Vielleicht sind Besitzer der Modelle oder von Original-Literatur in der Lage dazu.

Wolfgang Eckardt

 

Quellen:

[1] Funkgeschichte Nr. 200, S. 177
[2] „Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger“, Engel, Kuper, Bell, S. 79, 86
[3] „Hundert Jahre illustrierte Radiogeschichte“, Dr. Richard Zierl, S. 52 

 

 

 

 

 

This article was edited 03.Jan.12 18:33 by Wolfgang Eckardt .

Wolfgang Eckardt
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10.Jan.12 19:44

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Vom Mitautor des Buches „Zeitschichten: Magnetbandtechnik als Kulturträger“, Herrn Friedrich Engel, erhielt ich Informationen (danke!), die meine angefragten Widersprüche klären und ebenso die fehlerhaften Bildzuweisungen auf der Modellseite des K1 (und so manchen Veröffentlichungen).

  • Das zur Zeit noch unter dem Modell K1 gezeigte Bild (Quelle:  "Rundfunk und Museum" des Rundfunkmuseums Fürth, Ausgabe 55, Seite 11 ) ist ein K2. Es stammt ursprünglich von S.2 der Druckschrift „Telefunken–Tonbandgeräte Magnetophon – Ein Hobby ohne Grenzen“, Format DIN A4, 20 Seiten, vierfarbig aus 1962. Das Bild zeigt auch nur das Laufwerk (ohne Verstärker, Mikrofon und Lautsprecher) und am linken Bandteller trägt es kein Bandlineal mehr. (Der Zapfen dazu ist nicht mehr vorhanden.)
  •  
  • In den AEG-Mitteilungen September 1935 steht auf den Seiten 299 ff. ein Artikel „Magnetophon, das neue Tonaufzeichnungsgerät der AEG“ von Dr. Theodor Volk. Der Beitrag erschien auch als Sonderdruck (siehe Anlage als OCR-Scan). Dort ist die früheste Abbildung des Gerätes zu sehen, dürfte also das „wirklich echte“ K1 darstellen. Sie entspricht auch der Abbildung in der "Funkgeschichte" Heft 200, S.177.
  • Äußerliche Hauptunterschiede zum K2 sind die Schalteranordnung links vorn und die Form der Tonkopf-Abdeckung. 

Nach den Informationen von Herrn Engel  kursieren im Internet, und natürlich darauf fußend auch in mehreren Veröffentlichungen, verschiedene Darstellungen bzw. auch nur Ausschnitte davon, die als das „..erste Tonbandgerät der Welt, das AEG K1...“ vorgestellt werden, sich aber auf die nachfolgende Ausführung, das K2 von 1936  beziehen.
Mit diesem Magnetophon K2  wurde am 19.11.1936 das so genannte „Beecham-Konzert“ mit dem "London Philharmonic Orchestra" unter seinem Gründer und Leiter Sir Thomas Beecham im Feierabendhaus in Ludwigshafen aufgezeichnet. Das Bild mit allen vier Teilen, inzwischen auch auf der Modellseite des K2 vorhanden, entstand Mitte der 1980er-Jahre in einem Frankfurter Fotostudio für BASF-Produktbroschüren.

Ich hoffe, dass die Unklarheiten und Widersprüche beseitigt sind und nochmals besten Dank an Herrn Engel.

 

Wolfgang Eckardt 

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This article was edited 11.Jan.12 19:10 by Wolfgang Eckardt .

Wolfgang Eckardt
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11.Jan.12 21:39

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Die 20-seitige Telefunken-Druckschrift, Format DIN A4 aus 1962

schreibt auf Seite 2:

Magnetophon K1 - Das 1. Tonbandgerät der Welt:

zeigt uns aber nur das Laufwerk des Modells K2 aus 1936, das z.B. am linken Spulenteller kein Bandlineal mehr besitzt und 4 in Reihe liegende Schalter auf der linken Seite.

Modell K1 siehe Post 1, erstes Bild oder "Funkgeschichte" 200, S. 177.

W.E.

This article was edited 11.Jan.12 21:42 by Wolfgang Eckardt .

  
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