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  Interessante Radios
Erste Radios überhaupt
Die erste, wirklich allgemein brauchbare Einrichtung mit Strom war der Schreibtelegraf von Morse 1837, im praktischen Einsatz ab 1844. Bald darauf wurden mittels ganz anderer Verfahren (Bain, Bakewell, Caselli mit dem Pantelegraph, d'Arlincourt, Bidwell, Belin etc., schliesslich Baker-Fulton) Bilder übermittelt. Beides waren erste erfolgreiche Anwendungen von Telekommunikation.

Wohl hat man ab 1832 auch Maschinen (Elektromotor) versucht zu entwickeln, doch erst einige Jahrzehnte danach waren sie auch brauchbar. Fast gleichzeitig (1876) kam auch das Telefon und die praktisch brauchbare Glühlampe (Swan 1878, Edison 1879). Leider kennen die wenigsten Menschen den Unterschied zwischen Wunschdenken, Voraussagen, (z.T. sogar patentierten) Erfindungen ohne späteren Nutzen und erfolgreichen Erfindungen sowie Entwicklungen, so dass immer wieder Lokalmatadoren bejubelt werden. Im Beitrag "Erfindungen und Entwicklungen" finden Sie unter "Fiat Lux" eine wichtige Klärung. Davor waren aber die "Entdeckungen der frühen Neuzeit". Erst die "Praktiker des 19. Jahrhunderts" haben uns die bekannten Entwicklungen gebracht, die schliesslich zur drahtlosen Telegrafie und später -Telefonie inkl. mobile Telefone führte.

Ab 1890 fand man erste Möglichkeiten, Radiowellen gezielt zu erzeugen und zu empfangen, wobei Marconi ab 1896 der führende Mann für diese Entwicklung hin zur drahtlosen Telekommunikation war. Es gab aber auch Erfinder, die auf dem Holzweg waren - wie z.B. von Lieben.

Dekaden der Rundfunkempfänger
Edison hat 1877 mit dem Phonograph die Sprachaufzeichnung realisiert - und Berliner 1885 den Grammophon. Danach gab es noch teure Musikautomaten (Walzen, Platten etc.). Vorher konnte man sich nur die eigene Musik machen oder in Konzerte gehen. Erst mit der Elektronenröhre (Fleming 1904, de Forest 1907) war an Sprach- und Musikübertragung zu denken. Anfangs der 20er Jahre kam der Rundfunk auf und man sprach sogar von einem Radiofieber. Radios waren technische Stücke, zum Teil sogar Eigenbau. Bald begann man das Radio in die Wohnung zu integrieren - mit einem auch für die Hausfrau ansprechenden Äusseren und einfacherer Bedienung für den Herrn Jedermann. In jeder Dekade gab es dann sowohl technische wie auch äusserliche Änderungen und Besonderheiten.
Die eigentliche Arbeit im Radio leisteten die Elektronenröhren (hier Radioröhren oder einfache Röhren) - bis ab 1955 eine über mehr als ein Jahrzent dauernde Ablösung durch den Transistor und später teilweise durch IC's (Integrated Cirquit) kam. Diese Bauteile können verstärken bzw. schalten und man nennt sie darum aktive Bauelemente.

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Detektor-Empfänger
Auch heute noch kann man Radio ohne Fremdspannung, also mit Speisung aus der Antennenenergie betreiben. Natürlich ist der Empfang begrenzt und praktisch nur über Kopfhörer möglich. Vor allem ist es nicht so, dass Rundfunkempfang über Kristalldetektoren begann, denn beide, Emfangsröhren und Detektoren wurden etwa um 1907 erfunden. Denn: Detektorgeräte kommen ohne aktive Bauelemente (Röhren oder Transistoren) aus, verstärken also die Empfangssignale nicht und sind deshalb besonders einfach. Aber auch Röhrenradios hat man aus preislichen Gründen oder aus Interesse an der Sache in den 20er Jahren oft selbst gebaut.

Multifunktionsradios
Sack- und später Armbanduhren waren noch sehr teuer, die Kirchenuhr nicht immer zu sehen oder zu hören. Man hatte also auch eine Wohnungsuhr - und bald hat man Uhren oder Wecker in Radios integriert. Dabei ist die technische Entwicklung der eigentlichen Zeitanzeige interessant.
Eine andere, schon früh beliebte Kombination, die sich auch aufdrängte, war der integrierte Plattenspieler, später auch Tonbandgerät, darauf Kassettenrekorder und CD-Spieler. Hier sehen Sie ein Chefradio der 30er Jahre: Tintenfässli und zwei Federhalter für die beiden Vertragsparteien, Uhr und Radio für Wirtschaftsnachrichten integriert. Es folgten andere Kombinationen wie mit Fotoapparat oder heute mit Mobiltelefon.
Reklame- und Kinderradios
Besonders in den USA hat man bald erkannt, dass das Radio bzw. der Rundfunkempfänger nicht nur Reklame ausstrahlen kann, sondern auch als Reklameobjekt eingesetzt wird. Die Entwicklung begann in den ersten 20er Jahren in den USA und in Europa ganz anders: USA vor allem mit Privatradio und mit Werbung finanziert, in Europa mit staatlichen Rundfunksendern mit Reklameverbot.
Die Radioindustrie hat das Radio aber auch für Kinder erschlossen, wenn auch nicht immer kindergerecht in Bezug auf solides Design und Herstellung - oder eigentliche Geschenkradios (Gadgets).
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High Tech - und Design-Radios
Anfänglich war das Radio eine rein technische Angelegenheit - und oft auch schwierig zu bedienen. Die Entwicklung des Radios beginnend in den 20er Jahren verlief etwa so stürmisch wie die der PC's ab den 70er Jahren. Zudem hat man das Radio bald auch dem Wohnstil angepasst. Autos konnten sich nur wenige Menschen leisten, das Radio wurde zum Statussymbol nebst z.B. dem Kühlschrank. Vermögende Leute konnten sich entweder extravagante Radios oder solche mit besonderen Empfangsmerkmalen leisten - oder beides zusammen.

Reiseradios
Schon ganz zu Beginn der Radiobewegung wollte man das Radio zum Picknick mitnehmen können. Das waren dann echte Holzkoffer mit Akkus, Batterien und eingebauter Rahmenantenne. Auch schon Mitte der 20er Jahre wollte man Radios in Autos einbauen können, was anfänglich viel Platz benötigte, bis man in den 50er Jahren vor allem dank Transistorisierung zu vernünftigen und standardisierten Einbaumassen kam.
Transistor Radios
Obwohl der Transistor Ende 1947 erstmals praktische Möglichkeiten erschloss bzw. als technische Möglichkeit erfunden wurde von John Bardeen, Walter Brattain und William Shockley, kamen erst 1954 serienreife Radios auf den Markt. Die Transitoren kosteten anfänglich ein Mehrfaches von Röhren - und sie hatten klare Grenzen bezüglich der Hochfrequenztauglichkeit. Zwei Gebiete eroberten transistorisierte Radios etwa gleichzeitig: Reiseradios und Autoradios. Das hatte seine Gründe in den gegenüber Röhren viel kleineren Massen, aber vor allem im Stromverbrauch, fiel doch der Aufwand für die Heizung der Kathode weg. Erst etwa 10 Jahre später begann man Röhren auch in Heimradios zu ersetzen.
Alles um's Radio und Fernsehen
Auch Fernseher sind Rundfunk-Empfänger. Die Entwicklung von praktisch nutzbaren Geräten startete Mitte der 20er Jahre, um aber zumindest in Europa erst nach dem zweiten Weltkrieg einen erwähnenswerten Marktanteil zu erreichen, der bald nach der Einführung des Farbfernsehens, in den 60er Jahren, das Radio als Statussymbol und wichtigen Empfänger verdrängte. Aber besonders zu Beginn der Radiobewegung benötigte man noch viele andere Gerätschaften, um Radioempfang erleben zu können. Im Kapitel "Sammeln - aber wie!" erfahren Sie auch etwas über die senderseitige Entwicklung (z.B. Mikrofone). (GPS?)
Spezialempfänger
Radio-Amateure mit ihren besonderen Frequenzen und Ansprüchen, das Militär, Botschaften etc. benötigten schon zu Beginn der Entwicklung spezielle Empfänger oder auch Sende-Empfänger (Transceivers). Erst viel später kamen dann auch andere - aus heutiger Sicht Spezialempfänger, morgen wohl als Normalbild (Satelliten-Empfänger etc.)

 

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