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245 Volt einstellen (?)

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Forum » In General » 245 Volt einstellen (?)
           
Ullrich Rödder
 
 
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31.Jan.04 20:49

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Hallo !

Immer wieder höre ich von "Spezialisten" das es "schonender" und ratsamer wäre seine Geräte auf 245 Volt anstatt der wohl angedachten 220 Volt umzuschalten. Was sagen denn die echten Spezialisten (Fachleute) dazu? In Köln haben wir tatsächlch in den späten Abendstunden (Nachts) bis zu 230 Volt im Netz.

Vielen Dank für "echte" fachkundige Auskunft.

Grüße

Ulli Rödder

Ullrich Rödder
 
 
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03.Feb.04 01:09

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Lieber Herr Knoll,

erst mal vielen Dank für die Erklärungen. Ich dachte da weniger an "große" Knallerlebnisse, als eher daran, dass es für Bauteil (Röhren/Trafo. etc) schonender wäre ein Gerät (Baujahr 1950-55) anstatt auf die vorgesehenen 220 V auf 245 Volt zu fahren. Eben weil wir nun die Netzspannungserhöhung haben. Somit liege ich ja dann wirklich in dem 10% Rahmen +.

Danke und Grüße

U. Rödder

Verstehe leider den in rot geschriebenen Teil nicht, was ist damit genau gemeint.

Hans M. Knoll
Hans M. Knoll
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03.Feb.04 11:57

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Zuletzt wurde hier die Frage gestellt, ist es angezeigt den Netzspannungswaehler bei Gereaten die vor 1987 gebaut wurden statt auf 220Volt, besser auf 240 oder 245 Volt einzustellen um deren Lebensdauer zu verlaengern oder (nach Knoll) die Sicherheit fuer Mensch und Umfeld zu gewaehrleisten.

Hier meine Aussagen dazu:

Bis ca 1990 war in der BRD die Netzspannung auf 220 Volt eff, + / - 10 Prozent festgelegt, das entspricht 198 bis 242 Volt eff. innerhalb dieser Grenzen ein Geraet oder ein Apparat funktionsfaehig und betriebssicher sein musste. Das heisst, es ist damit der Spannungs - Bereich gemeint , mit der ein Geraet oder Apparat beaufschlagt werden durfte, ohne dass Einschraenkungen oder Gefahren fuer Mensch und Sache, die daraus erwachsen koennten zu erwarten sind / waren.

Zur Zeit gilt EU weit die Abmachung: 230 Volt eff, + 6 prozent, - 15 prozent, entspricht: 243,8 Volt bis 195,5 Volt eff.

Der Wert 6% ist hier gegen den vorherigen mit 5% getauscht. Diese neuesten Angaben wurden von mir jetzt neu ermittelt. [ Ausserdem gibt es irgendwo schon Ueberlegungen, diese 6% Ueberspannung wieder auf 10 % anzuheben. Was dann 253 Volt waeren. (diese Angabe ohne Gewaehr) ]

 

Wie Sie eindeutig sehen koennen, ist der Bereich mit den 6% (trotzdem) fast der gleiche wie er vorher war.

Aber, wenn frueher die mittlere Spannung 220 Volt war, ist sie jetzt 230 Volt.

Im Dauerbetrieb wird das Geraet damit hoeher belastet. Bei den wesentlich empfindlicheren Trafos von <vor 1955>, kann das schon Probleme machen. Mein Rat, messen Sie die Heizspannung an den Roehren, liegt diese hoeher als + 10 Prozent ueber dem Sollwert, stellen Sie das Geraet auf 240 oder halt auf 245 Volt.

Wenn die anliegende Netzspannung jetzt 230 Volt betraegt, sind das bei der Einstellung "245Volt" minus 6,12 Prozent, bei der Einstellung "240 Volt " sind es minus 4,12 Prozent. Also in jedem Fall nicht so wenig wie frueher vorkommenden minus 10 prozent.

Wenn heute jedoch ( was kaum mehr der Fall ist) diese minus 15 Prozent auftreten, wird es von der 245 Volteinstellung her gesehen wieder knapp mit der Unterspannung im Radio. Ob damit alle Stufen ( Oszillator , Loeschgenerator) im Geraet einwandfrei arbeiten ist dann nicht mehr gesichert.

Nachtrag. Aufgrund einer qualifizierten Nachfrage bzw. Diskussion noch diese Praezisierungen.

Die Anfrage war aus meiner Sicht so zu verstehen, haelt das Geraet die heutige Spannung aus?

Entsteht Brandgefahr oder Lebensgefahr durch Spannungsueberschlaege?

Arbeiten die Strom- und oder Temperatur- Begrenzer richtig.

Damit ist dann auch wie von der Herstellerfirma gedacht die volle Funktion gewaehrleistet.

Bei einem Geraet wird das Einhalten von Sicherheiten nicht nur bei "Nennspannung" sondern auch, je nachdem was unguestiger ist bei Ueber- oder Unterspannung geprueft.

Elektrische Teile aller Art reagieren selbstverstaendlich auf die anliegende Spannung. Bei Unterspannung kann aber die Schmelz- oder Ueberstromsicherung noch "halten" und das E-Teil (z.B. Trafo) sich so ueberhitzen das es abbrennt .

Weil die Sicherung wegen Unterspannung und daherruehrendem, kleinerer Strom "haelt". Oder eben jedes andere Teil bei Ueberspannung brennt oder zu heis wird weil die Sicherung <haelt>.

Daher wird (wurde) die Sicherheit bei dem oben von mir angegebenen Spannungen geprueft. VDE, IEC, CE, CENELEC, UL, SEMKO usw!

Es kann daher nicht abgeleitet werden, dass diese Werte in Klein- Kleckersdorf auch so zu finden sind.

Welche Spannung wann und wo anliegt, kann nur bei Stromlieferanten (EVU) erfragt werden.

Ausserdem sollte bei jedem Geraet der zulaessige Spannungsbereich in den Technischen Daten stehen.

Beispiele:

Grundig MCF400

Messgeraete:

Resuemee: Die Nachteile die sich aus einer Einstellung auf 240 oder 245 Volt am Spannungswaehler ergeben,  sind weit weniger als die Vorteile, was die Lebensdauer von "Oldies"angeht.

mfG Hans M. knoll

This article was edited 03.Feb.04 12:16 by Hans M. Knoll .

Eilert Menke
 
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03.Jun.04 14:36

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OM Martin bat mich, hier seine Ausführungen einzustellen:
 
"In Great Britain, the EU-harmonised voltage is now 230V +10%, -6% (was 240V +-6%, and is still usually 235-245V).
 
When using Tesla Talisman (308U) 220V sets here, this often causes the UY1 rectifier to arc over and heater-cathode leakage in the UBL21 which goes away if the supply is reduced to 220V.
 
Returning to the original question, I have heard that under-running heaters, especially rectifiers, can be more harmful than over-running, leading to cathode-stripping. I wonder if this is true (Scale lamps would last longer under-run, but they are much cheaper than rectifier valves!)?
 
In the Brimar valve data book, it states that all should be O.K. in a transformer-operated set if the heater supply was within +-5% at the rated input voltage, and the mains varied by under +-10%, which seems a very wide tolerance, but probably typical of conditions here from 1947- early 1950s.
 
American sets seem to be commonly rated 105-125V, again a very wide range.
 
Yours,
 
Martin (G8UWM)"

This article was edited 03.Jun.04 16:13 by Eilert Menke .

Hans Kamann
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Anmerkung zu den Ausführungen von OM Martin:

Es gab verschiedene Beiträge u.a. von Herrn Roschy, die die Problematik der "Unterheizung" detailliert besprechochen haben. Der Gedanke, ein Radio "einfach mal mit halber Spannung" zu fahren, führt also zu Mehrkosten, da die Kathoden durch dies Unterheizung tatsächlich früher sterben. Die in diesem Thread besprochenen geringen Veränderungen, die im Rahmen von einigen Prozent liegen, dürften jedoch nicht zu den Kathodenproblemen führen.

Uwe Ronneberger
Uwe Ronneberger
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14.Apr.06 18:20

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Quelle : Katalog 2006 des eVG-Herstellers ERC mit Bezug auf CENELEC und diverse aktuelle Standards z.B. IEC 60038.
Mit folgender Anmerkung : Für obige Toleranzwerte ist ein Netzspannungsabfall um 4% zu beachten, d.h. -10% könnte -14% werden.

This article was edited 18.Apr.06 09:38 by Uwe Ronneberger .

  
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