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aeg: Achtung gefährlicher Lautsprecheranschluss

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Karl-Heinz Bradtmöller
 
 
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17.Jan.19 10:32

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Obwohl auf der Rückseitenabdeckplatte ein Hinweis bezüglich des externen Lautsprechers angebracht ist: "Gefahr! Nur für Lautsprecher nach DIN-Norm" geht daraus nicht unmittelbar hervor, welche Probleme der Anschluss insbesondere eines heute üblichen, niederohmigen Lautsprechers an diese beiden Bananenbuchsen mit sich bringt. Die Buchsen sind mit den Primärwicklungsanteilen des Ausgangsübertrager parallelgeschaltet. Dadurch führen im Betrieb beide Pole die Anodengleichspannung, die gegenüber dem Chassis und der damit verbundenen Antennenerde eine gefährliche Berührungsspannung bildet. Hier kann bereits an einer Buchse der gesamte Anodenstrom fließen, den das Netzteil liefern kann, der lediglich um den Innenwiderstand des jeweiligen Wicklungsanteils so geringfügig reduziert ist, dass immer noch Lebensgefahr bei Körperschluss bestehen bleibt. Eine gefährliche Berührungsspannung bleibt auch nach Abschalten des Gerätes vom Netz so lange bestehen, bis sich die Anodenspannungsversorgungselkos auf einen ungefährlichen Wert entladen haben.
Wird an beide Buchsen ein niederohmiger Lautsprecher angeschlossen, führt dies unweigerlich zur Beschädigung der Endstufenröhre und weiterer Stufen.
Auch wenn ein 100V-Technik-NF-Übertrager angeschlossen wird, der den sekundärseitigen Anschluss eines niederohmigen Lautsprechers ermöglicht, bedeutet dies keinesfalls, dass die Endröhre nicht durch die zum eigenen Ausgangs-Übertrager parallelgeschalteten 100V-Wicklung eine Überlastung erfährt.

Es wäre im übrigen von Interesse zu erfahren, wie eigentlich ein Lautsprecher aussieht, welcher der im aufgedruckten Hinweis nicht näher spezifizierten DIN-Norm entspräche.

mit besten Grüßen

K.-H. B.

P.S.: Beim von mir hochgeladenen Bild von der Chassisunterseite sieht man übrigens, dass aus Sicherheitsgründen diese Anschlussbuchsen abgeklemmt wurden.

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This article was edited 17.Jan.19 12:09 by Karl-Heinz Bradtmöller .

Rolf Beckers
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17.Jan.19 11:02

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Hallo Herr Brandtmöller,

ich will die von Ihnen geschilderte Gefahr nicht versachlichen, aber grundsätzlich haben Sie bei sehr vielen  Empfängern von der Frühzeit bis in die fünfziger Jahre die Primärseite des Ausgangstrafos und damit die Anodenspannung auf den Buchsen liegen. Das ist in etwa vergleichbar mit den Allstromgeräten, wo immer eine Phase am Chassis liegt, bei den meist einpoligen Netzschaltern sogar im ausgeschaltem Zustand. Unser Hobby ist also nicht ganz ungefählich.

Gruß

Rolf Beckers

Dietmar Rudolph † 6.1.22
Dietmar Rudolph † 6.1.22
 
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17.Jan.19 18:35

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"Wird an beide Buchsen ein niederohmiger Lautsprecher angeschlossen, führt dies unweigerlich zur Beschädigung der Endstufenröhre und weiterer Stufen."

Hier muß ich widersprechen.

Es ist zwar nicht sinnvoll einen niederohmigen Lautsprecher direkt in die Anodeleitung zu legen, weil der Audio-Wechselstrom so gering ist, daß praktisch nichts zu hören sein wird. Frühere Zweitlautsprecher hatte einen eigenen Ausgangsübertrager eingebaut und waren daher "hochohmig".

Aber, da der Anodenstrom einer Penthode (EL41) kaum von der Anodenspannung abhängt, ist es hierfür unerheblich, ob z.B. 500Ω (Gleichstromwiderstand) vom Ausgangstrafo oder aber nur 4Ω von einem niederohmigen Lautsprecher in der Anodenleitung liegen. Beschädigt wird dadurch nichts.

Allerdings, wo Sie Recht haben:

  • Man sollte nicht unvorsichtig in den Lautsprecherbuchsen solcher Geräte "herumstochern", denn die führen 250V bis 270V Gleichspannung. Wenn man dann noch mit der anderen Hand das Chassis berührt, kann das in der Tat tödlich enden.

MfG DR

This article was edited 17.Jan.19 18:38 by Dietmar Rudolph † 6.1.22 .

  
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