Aktive Autoantenne Alpha 3 - Dr.-Ing. H.Lindenmeier

ID: 567674
Dieser Artikel betrifft das Buch: Zur Literatur

Aktive Autoantenne Alpha 3 - Dr.-Ing. H.Lindenmeier 
02.Apr.22 15:19
804

Franz Harder (D)
Moderator
Beiträge: 242
Anzahl Danke: 2

Zur Erfindung der aktiven Autoantennen Alpha-3 und Beta-3 sollen hier die Hintergründe erläutert werden und auf detaillierte Beschreibungen verwiesen werden.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Lindenmeier begann seine wissenschaftliche Laufbahn bei dem bekannten Prof. Dr. H.H. Meinke, dem Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik der TU München. Nach Promotion 1967 zum Thema 'kurze, aktive Empfangsantennen' erfolgte 1972 die Habilitation.

Prof. Lindenmeier gilt als Pionier der aktiven Autoantennen und seine mehr als 150 Patentanmeldungen beziehen sich größtenteils auf Themen zu Antennentechnologien.

In seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Meinke am Institut für Hochfrequenztechnik der TUM entwickelte er eine miniaturisierte aktive Autoantenne, die als 'Alpha-3' von der Firma Fuba vertrieben wurde. In der Funkschau Heft 17/1969 wird diese weltweit beachtete Erfindung vorgestellt und in einem weiteren Bericht in Funkschau Heft 23/1969 in Wirkungsweise und Technik ausführlich erläutert.

Basis dieser Erfindung war ein Postulat von Prof. Meinke, den der Verfasser zu dieser Zeit selbst in dessen Vorlesungen erlebte, nämlich daß eine Empfangsantenne beliebig klein sein dürfe. Ungläubiges Staunen allerseits, aber diese These wurde unterstützt durch die enormen Fortschritte der Halbleitertechnologie, die zunehmend rauscharme Verstärker, damals sogar bis zum UHF Bereich ermöglichte. Die Transistorisierung der Fernsehtuner ist ein bekanntes Beispiel für diese Fortschritte.

Die Alpha-3 als Außenspiegel auf dem vorderen Kotflügel vermeintlich sportlicher Fahrzeuge war natürlich ein Kind ihrer Zeit. Für Freunde der Symmetrie wurde für den anderen Kotflügel von Fuba ein gleichartiges Leergehäuse mit Spiegel unter der Bezeichnung 'Alpha-0' angeboten. Die Mode dieser Spiegel (manchmal auch als Talbot-Spiegel bezeichnet) währte jedoch nicht lange, sodaß als Nachfolgemodell die Beta-3 folgte. Damit war man flexibler bezüglich des Einbauortes am Fahrzeug und hatte zudem die Möglichkeit, bei hohen Feldstärken durch Neigung des Antennenstabes die Übersteuerungsgefahr zu mindern.

Die Beta-3 wurde ausführlich vorgestellt in Funkschau Heft 10/1971 auf den Seiten 301-302

Weitere Details zur Vita des Prof. Lindenmeier sind u.a. in der Erfindergalerie des Deutschen Patent- und Markenamtes nachzulesen.

F.H.

 

Für diesen Post bedanken, weil hilfreich und/oder fachlich fundiert.