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arel: 51U (51 U)

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Georges Van Campenhout † 28.4.22
 
 
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09.Feb.09 19:38

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Guten Abend,

 

kann jemand bitte die Funktion der Reflexschaltung erklären?

Die Triode der Röhre UCH21 funktionniert ans Oszillator und auch als 1 NF Verstärker.

 

Danke im Voraus

 

 

Bernhard Nagel
Bernhard Nagel
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09.Feb.09 21:08

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Die UCH21 ist hier recht ungewöhnlich geschaltet, es ist aber, vorneweg gesagt, keine übliche Reflexschaltung. Die Oszillatorfrequenz wird hier im Heptodensystem erzeugt (das schwingungserzeugende Röhrensystem ist zwischen G3 und Anode A gegeben), an G1 liegt wie üblich die Eingangsfrequenz. Wir haben hier also eine selbstschwingende multipikative Mischstufe vorliegen. Die Besonderheit liegt hier in der Reihenschaltung der Oszillator-Rückkopplungswicklungen OSC mit dem Primärkreis P des ZF-Bandfilters.

Schaltbild-Auszug Arel 51U.

 

Das Triodensystem dient hier als NF-Vorstufe und zur Entdämpfung des einzigen ZF-Bandfilters. Die Demodulation erfolgt mit den parallelgeschalteten Diodenstrecken der UBL21. Die NF gelangt vom Fußpunkt des ZF-Sekundärkreises S mit restlichen ZF-Anteilen (die 15 pF stellen für  373 kHz keinen Kurzschluß dar) an das Gitter g der UCH21, an der Anode a haben wir einmal die verstärkte NF-Spannung (wird über 0,1 µF und 50 kOhm an das G1 der UBL21 geleitet), zum anderen die zur Entdämpfung phasenrichtige ZF-Spannung die über den 10 kOhm Widerstand an die Rückkopplungswicklung R des ZF-Bandfilters gelangt. V.R., der variable 1 MOhm-Widerstand, ist NF-seitiger Lautstärkeregler und bestimmt gleichzeitig den Grad der Rückkopplung. Dessen Grundeinstellung wird mit dem 30 pF-Trimmkondensator vorgenommen. Der 2000 pF Kondensator am Steuergitter der EBL21 wirkt als Abblock-Kapazität für die ZF.

Eine Reflexschaltung einer als Oszillator geschalteten Triode mit gleichzeitiger NF-Verstärkung wäre nicht möglich, da die Oszillatoramplitude durch die am Steuergitter gleichzeitig anliegende NF beeinflusst, also AM-moduliert würde.

Bernhard Nagel

This article was edited 10.Feb.09 00:27 by Bernhard Nagel .

Georges Van Campenhout † 28.4.22
 
 
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10.Feb.09 19:41

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SgH Nagel,

 

vielen dank für die sehr deutliche Erlauterungen.

Ich habe gleichartige empfänger im Database von RMOrg gesucht, aber nichts gefunden! Es scheint der einzigen Radio mit diese Röhrenausstattung zu sein. Kann man also sagen das es sich um ein sehr seltenes gerät handelt?

 

mfg

 

Georges

Bernhard Nagel
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11.Feb.09 18:18

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Der Arel 51U gehört zur Klasse der sogenannten Kleinsuper. Typisch ist das Fehlen der ZF-Verstärkerstufe und eine Schaltung mit 4 Kreisen. Da die HF-seitige Verstärkung nur in der Mischstufe stattfindet, wird in der Regel zur Erhöhung der Empfindlichkeit (und Trennschärfe) eine Entdämpfung des ZF-Filters mittels Rückkopplung vorgenommen. Die Besonderheit liegt hier in der Anwendung der Röhren wie oben beschrieben. Das war erforderlich, da hier nur 3 aktive Röhrensysteme zur Verfügung standen. Im Bestand des RMorg habe ich bislang kein vergleichbares Gerät gefunden.

Die "normale" Kleinsuper-Schaltung ist z.B. mit dem Röhrensatz VCH11 und VEL11 (Siemens SB380WL) aufgebaut und hat 4 aktive Röhrensysteme. Hier arbeitet die VCH11 in der Standardschaltung mit getrenntem Oszillator und Mischstufe. Es gibt auch keine Diodengleichrichtung sondern eine Audionschaltung mit Rückkopplung mit anschliessender Leistungsverstärkung in der VEL11. Schaub Junior I (ML, RS2) liegt dasselbe Funktionsprinzip mit den Röhren UCH21 und UEL71 zugrunde.

Mit 4 Systemen war aber auch ein 6-Kreis-Super mit ZF-Verstärkung realisierbar. AEG hatte 1949 das Modell 638GWK mit den Röhren UCH11 und UCL11 (oder UEL11) im Programm. Nach der üblich geschalteten Mischstufe folgte eine neutralisierte ZF-Stufe mit dem Triodensystem der UCL11, die Demodulation besorgte ein Sirutor (ein Trockengleichrichter auf Kupferoxydul-Basis). Das ergab dann auch eine feldstärkeabhängige Richtspannung, die zur Regelung der Mischröhre (AVC) verwendet wurde. Die ZF-Stufe blieb hier ungeregelt.

Selbst mit nur 3 Pentodensystemen (2x RV12P2000 und einer UL71) wurde von Lorenz der 6-Kreis-Super Landshut 47 gebaut. Einer selbstschwingenden Pentodenmischstufe (Kathode liegt "hoch" an einer Anzapfung des Oszillatorkreises) folgt eine neutralisierte ZF-Stufe mit einer Triodenschaltung der zweiten RV12P2000 (G2 ist Anode). Demoduliert wird an der Anode derselben Röhre, die entstehende Richtspannung regelt die ZF-Stufe. Der NF-Verstärker mit der UL71 ist einstufig.

Es ist schon interessant, welche technischen Klimmzüge für eine optimale Röhrenausnutzung angewandt wurden. In diese Reihe passt dann auch gut der Arel 51U.

Bernhard Nagel

This article was edited 11.Feb.09 19:56 by Bernhard Nagel .

  
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