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BA-, BAL-, Wa.A.- und W.ab-Stempel auf Röhren

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Werner Thote
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01.Mar.08 16:45

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1  Abnahmestempel auf Röhren

Die Anregung, die verschiedenen Abnahmestempel des Heeres und der Luftwaffe auf Wehrmachtröhren zusammenzutragen, findet offenbar recht großes Interesse. In nur drei Wochen sind inzwischen auf 31 verschiedene "Stempel-Karten" (die eigentlich Röhren-Karten sind) 151 Einträge mit verschiedenen Röhren hochgeladen worden. Ganz deutlich häufen sich die Einträge auf die Stempel der großen Röhrenwerke von Telefunken in Berlin (BAL 716, BAL1964) und Valvo in Hamburg (Wa.A. 745). Aber auch die kleineren Fertigungsstätten von Lorenz in Berlin und Mühlhausen (Wa.A. 389 und 904), TeKaDe in Nürnberg (Wa.A. 836 und 898) und Wirag in Wien (Wa.A. 801) sind deutlich auszumachen. Sehr interessant sind die verschiedenen Stempel auf Philips-Röhren aus Eindhoven (BAL 865, 1641, 1790 und 1948) und schließlich die aus der bei Kriegsende nach Grünberg / Schlesien verlagerten Röhrenfertigung von Opta (BA 913 und 2979). 

Noch reichen die Eintragungen nicht aus, etwa das Fertigungs-Spektrum oder den Zeitraum der Fertigung zu beurteilen. Insbesondere fehlen noch die älteren Stempel aus der Vorkriegszeit. Vielleicht sollten wir mal gezielt nach älteren Röhren suchen. Es bleibt also noch eine Menge zu tun. Jedes neue Bild mit Abnahmestempeln verbessert die Aussagefähigkeit.

Wichtig ist nur, alle Angaben auf der Röhre in die Bildlegende einzutragen.

Werner Thote


Dieser Beitrag wurde am 27.Feb.08 13:10 von Werner Thote editiert.
Werner Thote
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Bei der Suche nach Abnahmestempeln sind immer auch alle anderen Angaben auf den Röhren gefragt. Dazu gehören Herstellungswoche, Herstellungsort und Abnahmedatum.

Meist ist nur ein Wochenstempel auf den Röhren zu finden. "46/41" heißt "46.Woche 1941". Dabei variiert die Schreibweise gelegentlich. Es kommen auch "46.41", "46-41" oder "4641" vor. Wenn zwei Wochenangaben an verschiedenen Stellen auf der Röhre zu finden sind, dann ist die frühere die Herstellungswoche. Die spätere Wochenangabe kennzeichnet die Abnahme, also die Prüfung und Übernahme durch die Wehrmacht.

Mit der Herstellungswoche ist oft auch der Herstellungsort angegeben. Bei Valvo- und Philips-Röhren sind das Stempel wie 43/44 H (Hamburg), W52.43 (Wien), 22/44 E (Eindhoven), 41/44 WW (Weißwasser).

Telefunken hat mindestens bis 1943 die meisten Röhren mit Nummern versehen. Die Art der Nummern ist nach Röhrentyp verschieden: z.B. 105879/0544/4 auf einer RS 394. Die erste Ziffer kennzeichnet den Herstellungsort: 1 (Berlin), 2 (Neuhaus), 4 (Erfurt), 5 (Oberschöneweide). Weiter enthält die Nummer auch die Herstellungswoche. Bei Telefunkenröhren kommen aber auch direkte Ortsangaben vor: E (auch e) für Erfurt, N für Neuhaus oder L für Litzmannstadt (Lodz).

Ende 1943 wurde festgelegt, daß die Nummern auf Röhren wegfallen, und ein neues System der Kennzeichnung eingeführt. Hierbei wurden auch verschlüsselte Angaben über den Herstellungsort gemacht:  1 (RöW Berlin), 2 (RöW Neuhaus), 3 (Siemens), 4 (RöW Erfurt), 5 (AEG/RFO), 6 (Opta), 8 (Philips, Valvo), 9 (Mailand), 00 (Prag), 01 (C.d.L.), 02 (Neotron), 03 (Visseaux Lyon), 04 (S.F.R.), 05 (C.d.C.), 06 (Litzmannstadt), 07 (TH Thomson Houston), 08 (TeKaDe), 09 (Mares) [Quelle: RöWB-Mitteilung Ausgabe 22.12.43]. Man erkennt, daß der Schlüssel an die ersten Ziffern der Röhrennummern anlehnt.

Werner Thote

 

 

 

This article was edited 01.Mar.08 18:57 by Werner Thote .

Werner Thote
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Der Abnahmestempel Wa.A. 89 ist der Stempel der Heeresabnahmestelle im Telefunken Röhren- und Gerätewerk Erfurt. Die Datensammlung umfaßt bisher 41 Röhren, wobei ein großer Teil aus den bei RMorg eingestellten Bildern stammt. Erfaßt sind folgende Röhren: RE 074 neutro (1), RE 084 (1), RL12P35 (3), RL2P3 (10), RL2,4P3 (2), RS 241 (1), RV2P800 (12), RV12P2000 (5) und RV12P4000 (6). Das ist erst ein Bruchteil des Erfurter Fertigungsprogamms. Es fehlen mindestens RL2T2, RL12T1, RL12T15, RS237, RS282, RS329 und "Zivilröhren" mit Wehrmacht-Stempel. Alle diese Röhren tragen die Stempel "Wehrmacht" und "Telefunken". Bei Röhren mit Röhrennummer dominiert die für Erfurt stehende erste Ziffer "4", es tauchen aber auch solche mit "2" auf, gefertigt im nahegelegenen Röhrenwerk Neuhaus am Rennweg, abgenommen in Erfurt. Die Herstellungsstempel (z.B. 25/44 E oder 37/44/4) stehen meist auf dem Sockel. Das E bzw. /4 stehen für Erfurt, N bzw. /2 für Neuhaus.  Die Herstellungs- und Abnahmestempel umfassen den Zeitraum 12/42 bis 09/45 mit starkem Übergewicht aus dem Jahre 1944. Hier zeigt sich das Problem, daß "frühe" Röhren in den heutigen Sammlungen naturgemäß besonders selten sind. Die Röhrenfertigung in Erfurt hat bereits 1939 begonnen und lief bis Anfang April 1945.

Um die Aussagen abrunden zu können, wäre es hilfreich, Röhren der fehlenden Typen und solche vor Baujahr 1944 mit allen Angaben und Foto auf die "Röhrenkarte" WaA89 hochzuladen.

Werner Thote

 

This article was edited 13.Jan.09 15:39 by Werner Thote .

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Der Abnahmestempel Wa.A. 745 ist der Stempel der Heeresabnahmestelle im Valvo-Röhrenwerk Hamburg. Die Datensammlung umfaßt bisher 89 Röhren. Erfaßt sind folgende Röhren: RL2P3 (18, 17/40 bis 15/43 H), RL12P10 (2,  35/44 bis 7/45), RL12P50 (1, 23/44 H), RL12T2 (3, 37/44 H bis 47/44), RV2P800 (28, 45/39 bis 8/45), RV2,4P700 (11, 27/43 H bis 7/45), RV12P2000 (9,  40/40 H bis 48/44) und RV12P4000 (16, 9/40 bis 7/45). Hinzu kommen noch eine AK2 und eine DC25, letztere hergestellt in Eindhoven, abgenommen dort mit BAL1790 und nochmal in Hamburg mit Wa.A.745. Zum bekannten Fertigungsprogramm von Valvo in HH-Lokstedt (Auskunft Herr Diedrich) fehlen in unserer Erfassung noch die RL2T2, RL12T15 und RL12P35. Allerdings wurden mit Wa.A.745 auch die in kleineren Stückzahlen von der "Studiengesellschaft" in Hamburg-Stellingen hergestellten Röhren abgenommen, von denen ich nur die LS4, LS50, LD2, LG200, D3F und D1C nennen möchte, die alle noch nicht belegt sind. Die Hamburger Valvo-Röhren sind überwiegend "Wehrmachteigentum" gestempelt, nur eine der erfaßten Röhren "R.L.M. Eigentum". Die Herstellungsstempel (z.B. 27/43 H) stehen für Hamburg.  Die Herstellungs- und Abnahmestempel umfassen den Zeitraum 45/39 bis 09/45 mit einem Übergewicht derJahre 1944 und 1945, aber auch relevanten Belegen aus 1943 (13), 1942 (6), 1941 (14), 1940 (12) und 1939 (1). Es hat den Anschein, daß Valvo erst mit Kriegsbeginn begonnen hat, für die Wehrmacht zu fertigen, diese Aussage ist aber unsicher.

Eine Besonderheit möchte ich noch anfügen: Die Röhren der D-25er Serie für den Wehrmachtrundfunkempfänger WR1/P "Rudi" sind alle in Eindhoven hergestellt und auch dort mit verschiedenen BAL-Stempeln abgenommen worden, der Firmenaufdruck ist aber nicht Philips sondern Valvo.

Werner Thote

This article was edited 19.Jan.09 09:34 by Werner Thote .

  
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