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Bauteil/Funktion in einem URV

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Uwe Müller
Uwe Müller
 
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23.Dec.07 12:50

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Hallo geehrte Samlerkollegen,

ich bin bei der Reparatur eines URV (Röhrenvoltmeters) auf einen sog. Chopper gestoßen.

Kann jemand genauere Aussagen zu Funktion/Aufbau und einer Prüfmöglichkeit dieses Bauteiles machen?

Vielen Dank im Voraus sowie ein frohes Fest!  wünscht allen Uwe Müller

 

Wolfgang Holtmann
Wolfgang Holtmann
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26.Dec.07 16:12

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Hallo Herr Müller

 

Dieses Messgerät soll auch Gleichspannungen im mV-Bereich anzeigen.

Der mehrstufige Anzeigeverstärker müsste bei einer Gleichstromkopplung -also ohne Trennkondensatoren- sehr stabil arbeiten. Das ist aber ein Problem, welches nur mit großem Aufwand zu beherschen ist. Man denke an die Drift durch thermische Unstabilitäten der Röhren z.B....

Nun zerhackt (to chop) man einfach die Gleichstrom-Eingangsspannung mit Bauteil V3. Dieses Relay (Umschaltekontakt) wird vom Netztrafo gesteuert!
Das resultiert in eine quasi Wechselspannung, die dann normal im Wechselspannungs-Anzeigeverstärker -mit Trennkondensatoren- weiter verarbeitet wird.

MfG

 

 

This article was edited 26.Dec.07 16:35 by Wolfgang Holtmann .

Kurt A. Köhler
Kurt A. Köhler
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27.Dec.07 00:42

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3 Ich darf die Ausführungen von Herrn Holtmann noch ergänzen: der "Chopper" ist an sich das altbekannte Bauteil aus dem Zerhackergerät der röhrenbestückten Autoradios, mit dem vorwiegend seit Mitte der 30er Jahre(s.h. "Funk" 1936, Heft 16, S.499)  die Fahrzeugbatterie zur Anodenspannungsversorgung herangezogen wurde. Durch die im Zerhacker vorhandenen Kontakte wird der anliegende Gleichstrom in eine Rechteck-Wechselspannung überführt und nach Transformation im  Anodenspannungsgerät bzw. Verstärkung im Gleichspannungsverstärkergerät mit im Gleichtakt mitschwingenden Kontakten wieder gleichgerichtet :

Die Ausgangsspannung erzeugt in R eine rückkoppelnde Eingangsspannung.

Die vorstehende Schaltung wurde wegen Ihrer Ähnlichkeit mit der (Auto-)Zerhackerschaltung ausgewählt. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn in Meßschaltungen eine erdfreie  Ankopplung  erforderlich ist (Dehnungsmeßbrücken u.a.). Für hochohmige Anwendungen, wie sie von Herrn Müller angesprochen wurden, dürfte wohl eher die folgende Schaltung typisch sein:

Weniger bekannt ist, dass derartige Verstärker in fortgeschritteneren Anwendungen lediglich zur Beseitigung der Nullpunktdrift der reinen Gleichstromverstärker (operational amplifier) eingesetzt wurden und werden:

Schaltbilder aus "Electronics for Scientists", H.V.Malmstadt and C.G.Enke; W.A. Benjamin Inc.,  New York, 1962

This article was edited 27.Dec.07 16:35 by Kurt A. Köhler .

Uwe Müller
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28.Dec.07 17:34

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Sehr geehrte Sammlerkollegen,

an dieser Stelle recht herzlichen Dank an alle Beteiligten für ihre umfassenden und fachkompetenten Beiträge!

Schön, wenn konzentriertes Fachwissen auf diese Weise Allen weiterhilft.

Hier noch ein Beitrag von Herrn K.H. Kornath zur speziellen Funktion des Choppers im Nordmende URV:

Bei dem URV wird nur Wechselspannung verstärkt und zur Anzeige gebracht.
Die Gleichspannung wird in eine Wechselspannung umgesetzt.

Die Schaltung des Gerätes betrachtet, trägt der Baustein V3 die
Bezeichnung "Chopper". Dieses Bauelement "zerhackt" im 50 Herz-Takt
die ( Anschluß Heizung des Trafos ) Gleichspannung in eine Wechselspannung.
Die nachfolgende Verstärkerstufe ( Rö1a kann nur Wechselspannung verarbeiten
) ist ein Kathodenfolger, Verstärkung gleich Null, dafür hochohmiger Eingang
( keine Belastung ) und niederohmiger Ausgang an der Kathode.
Die nachfolgen Verstärkerstufen ( Rö1b und Rö2 ) sind der eigentliche
Wechselstrom-Verstärker. Durch die Gegenkopplung besteht der Abgleich für
10 Hz und für 50 Khz , sowie der Gesamtverstärkung durch R411. Anschließende
Gleichrichtung durch D1 bis D4 ergibt dann das Messergebnis.
Mit den besten Wünschen für das Neue Jahr!   Uwe Müller
  
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