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blaupunkt: ; Salerno, 3D-Pseudostereo, Erfahrungsbericht

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Martin Steyer
Martin Steyer
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22.Dec.08 20:19

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Angeregt durch Lesen des RPB-Bandes 1 von Hans Sutaner, Moderne Endröhren und ihre Schaltungen, 1. u.2. Auflage 1959, bin ich auf die Blaupunkt-Geräte der „Gebiß-Radio-Periode“ gestoßen, um die ich mich bisher eigentlich nicht gekümmert hatte.
 
Zusätzlicher Anstoß kam durch den interessanten Beitrag von unserem Fachmann Knoll zur Entwicklung des „3D“-Raumklangs, bei dem Blaupunkt eine wesentliche Rolle gespielt hat:
 
 
So hatte ich mir vor einiger Zeit einen Blaupunkt „Riviera“ an Land gezogen, der mich bei der genaueren Untersuchung dadurch überraschte, daß die Kondensatoren praktisch in einem viel besseren Zustand waren, als ich es durch die zahlreichen restaurierten SABA- und Grundig-Geräte dieser Epoche gewohnt war. Schon der Riviera fiel durch ein angenehmes Klangbild auf.
 
Als bei ebay vor einiger Zeit ein Blaupunkt „Palermo“ angeboten wurde, habe ich zugegriffen. Der ersteigerte „Salerno“von 1955 war äußerlich im exzellenten Wohnzimmerzustand und spielte nach Reinigen der Kontakte auf allen Wellenbereichen mit nahezu optimaler Empfangsleistung, so daß sich außer einem Tausch der müden EM80 gegen eine russische 6E1P aus der Sammelaktion (nochmal ein dickes Dankeschön an Herrn Kamann!) nichts weiter an Reparaturen ergab.
 
Die Zweikanal-Pseudostereo-Wiedergabe ist eine hochinteressante Sache, klanglich kann der „Salerno“ locker mit anderen Spitzengeräten mithalten. Ich bin sogar der Meinung, daß die Blaupunkt-Geräte dieser Generation heutzutage viel besser mit der Überbetonung der Bässe -sowohl schaltungs- als auch musiktechnisch bedingt- zurechtkommen als z.B. ein Grundig 5010 oder ein Meersburg W5-3D. Der Klang ist exzellent und der Salerno hat sich zu meinem Standard-Gerät zum Hören im Arbeitszimmer entwickelt.
 
Hier die Schaltungsbeschreibung von Sutaner und die zugehörige Schaltung des NF-Teils:
 
2.24 Besonders hochwertiger Nf-Teil mit getrenntem Hochton-und Tieftonkanal unter Einsatz der Doppeltriode ECC 83 in der Nf-Vorstufe (Blaupunkt Salerno)
 
Werden die Bässe stark angehoben, um ein gut ausgewoge­nes Klangbild zu erzielen, so können die tiefen Tonschwin­gungen eine Röhre bereits voll aussteuern. Schon geringe Übersteuerungen bewirken aber, daß die gleichzeitig im Fre­quenzspektrum enthaltenen hohen Frequenzen sich mit den tiefen modulieren. Es entsteht die gefürchtete Intermodulation, das sind unharmonische Störfrequenzen, die durch einen rauhen Klang hörbar werden. In dem Nf-Teil der Schaltung (Bild 2.5) verstärkt man deshalb die Höhen und Tiefen getrennt unter Einsatz der Doppeltriode ECC 83.
 
Hinter dem Lautstärkeregler 1,3 MOhm werden die Höhen durch RC-Hochpässe dem Gitter des oberen Systems der ECC 83 zugeführt und dort für sich verstärkt. Aus dem an das Gitter des unteren Triodensystems der ECC 83 gelangenden gesamten Frequenzgemisch schließt der Konden­sator 10 nF im Anodenkreis die Höhen nach dem Chassis kurz. Die tiefen und mittleren Frequenzen durchlaufen alsdann den Tieftonkanal, das ist eine Siebkette mit Verzögerungsgliedern für die tiefen Töne. Die hierdurch entstehende Phasendrehung entspricht einer Laufzeitverzögerung. Da RC-Glieder allein hierzu nicht ausreichen, besteht das letzte Längsglied der Kette aus einer ziemlich großen Eisendrossel.
 
Durch die Laufzeitverzögerung der niedrigen Frequenzen will man einen Stereo-Effekt erreichen, der sich so auswirkt, als wenn die Instrumente, die vorwiegend tiefe Töne erzeugen (Streichbaß, Baßtuba, Pauken usw.), räumlich hinter den an­deren Instrumenten angeordnet sind. Damit diese Stereowir­kung bei jeder Lautstärke entsteht, wird die vom Hauptlaut­sprecher abgenommene frequenzabhängige Gegenkopplung durch einen Tandemregler gleichzeitig mit der Lautstärke ge­regelt. Die Gegenkopplungsspannung muß dem Gitter des oberen Triodensystems der ECC 83 zugeleitet werden, damit sie durch die frequenzabhängigen Glieder des Hoch- oder Tieftonkanals nicht beeinflußt wird. Zwischen dem Gitter der oberen Triode und dem Steuergitter der Endpentode liegen — mit Ausnahme des Höhenreglers H — nur frequenzlineare Glieder.
 
Die in den beiden Systemen der ECC 83 getrennt verstärk­ten Nf-Schwingungen vereinigen sich am Kondensator 25 nF und gelangen ans Steuergitter der EL 84.

 

 

This article was edited 22.Dec.08 20:22 by Martin Steyer .

  
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