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Boese: Lautsprecher-Klinik (1948)

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Georg Richter
Georg Richter
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19.Apr.20 08:40

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In der Funk-Technik Nr.13/1948 (erstes Juli-Heft) ist auf den Seiten 324 und 325 eine Bilderserie mit dem Titel "Lautsprecher-Klinik".

Den Text verfasste "nki", die Sonderaufnahmen für die Funk-Technik sind von E.Schwahn. Das Titelfoto zeigt den Test fertig reparierter Lautsprecher und ist daher am Schluss angeordnet. Die Bildunterschriften sind etwas konfus, ich drösele diese sinngemäss auf.

 


Lautsprecher-Klinik

Die Wiederherstellung beschädigter Lautsprecher gehört zu den schwierigsten Arbeiten der Reparaturpraxis und verlangt von den Arbeitskräften neben einer sehr reichen Facherfahrung ein außerordentlich feines — im wahrsten Sinn des Wortes gemeintes — Fingerspitzengefühl. Wenn man einmal Gelegenheit hat, einen solchen Betrieb zu besuchen, muß man immer wieder staunen, in welchem jammervollen Zustand die Lautsprecher oftmals zur Reparatur kommen. Aber aus all den Invaliden werden wieder gesunde, voll einsatzfähige Geräte, die klanglich von neuen nicht zu unterscheiden sind. Was hierbei eine gut geleitete Werkstatt leistet, grenzt schon bald an Zauberei. Und doch ist es nur der Erfolg vieler flinker und geschickter Frauenhände. Es gibt wohl kaum eine Lautsprecher-Krankheit, die sich nicht heilen läßt; verbogene Körbe, gerissene Membranen, durchgebrannte Schwing- oder Magnetspulen sowie total verschmutzte und aus der Zentrierung geratene Systeme rechnen dabei noch den leichtesten Fällen. Zur Behandlung kommen alle nur erdenklichen Lautsprecherarten, angefangen vom größten Kinolautsprecher bis zum niedlichen Zwerglautsprecher, dynamische und magnetische Systeme in- und ausländischer Herkunft, und von allen diesen sowohl die ältesten — schon längst museumsreifen — wie auch die modernsten Exemplare. So ergibt sich in einer Lautsprecher-Klinik eine derart hohe Vielzahl verschiedener Behandlungsprozesse, daß deren einzelne Aufzählung auch nicht im entferntesten möglich ist. Auch unsere Bilderserie aus der Mechanischen Werkstatt Kurt Boese, Berlin SO36, vermag nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus der vielfältigen Reparaturarbeit wiederzugeben. Denn jeder Lautsprecher verlangt seine eigene Spezialbehandlung. Hierbei die richtige Diagnose und die dazu jeweils passende Therapie herauszufinden, darin liegt dann die Stärke und das Können einer wirklich gut fundierten Lautsprecher-Reparaturwerkstatt. —nki—

Die beschädigten Erregerspulen werden ausgebaut

 

Die [reparierten] Feldspulen erhalten Bandagen

 

Anfertigung von Zentrierspinnen

 

Aufsetzen einer Zentrierspinne

 

Elektrische Prüfung von Schwingspulen

 

Der genau nach Maß [der Schwingspule] abgedrehte Magnetkern wird eingepasst

 

Beseitigung von Metallspänen mit einem feinen Pinsel

 

Mit einer großen Lupe kontrolliert man den Luftspalt auf Sauberkeit und Zentrierung

 

Kontrolle des Schlagens des Membranrandes mit Hilfe eines Plattenspielers

 

Einschrauben[?] einer großen geklebten Membran

 

Kratzgeräusche werden mechanisch-akustisch festgestellt

 

Aufkleben des Filzstreifens

 

Justieren des Systems und Lupenprüfung des Lautsprechers auf Sauberkeit

 

Einsetzen der Membran beim Freischwinger

 

Anschliessend erfolgt die Verlötung des Membranhütchens mit dem Steckstift

 

Titelbild: Lautsprecher-Prüfstand. Im Hintergrund oben ein Schwebungssummer zum Durchheulen der Lautsprecher, darunter das zugehörige Netzgerät und unter diesem der Verstärker; in der Schallwand sind mehrere Vergleichslautsprecher eingebaut.

 

This article was edited 19.Apr.20 09:10 by Georg Richter .

  
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