radiomuseum.org
Please click your language flag. Bitte Sprachflagge klicken.
 

Braune Flecken am Röhrenkolben

Moderators:
Ernst Erb Jacob Roschy Martin Renz Bernhard Nagel 
 
Please click the blue info button to read more about this page.
Forum » Valves / tubes - Semiconductors » Valves / Tubes; practical use and procurement » Braune Flecken am Röhrenkolben
           
Alexander Jordan
Alexander Jordan
 
D  Articles: 116
Schem.: 1
Pict.: 75
29.Dec.03 14:42

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   1 Vor kurzem wechselte ich bei meiner Schaub Lorenz Musiktruhe die Skalenlämpchen. Dabei fiel mir auf, daß die Endröhren 2x ECL 82 am Röhrenkolben einen braunen Niederschlag vor den Öffnungen des Anodenblechs aufweisen. Woher kommt diese Verfärbung? (Handelt es sich womöglich um Gasreste, die als Ionen im elektrischen Feld beschleunigt werden?) Sollte ich die Röhren auswechseln?
Ich habe beide Endröhren (Gegentakt) vor ein paar Jahren schon mal gegen "No Name" Röhren (Aufschrift "Pope") getauscht, da die Orginal Lorenz Röhren durch fehlerhaften Koppelkondensator das zeitliche segneten. Das Gerät ist zwar täglich mehrere Stunden in Betrieb, aber ein Verschleiss nach so kurzer Zeit scheint mir doch etwas unwahrscheinlich.
Alexander Schmitz
Alexander Schmitz
 
D  Articles: 382
Schem.: 54
Pict.: 194
29.Dec.03 15:10

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2
 

In Jochens Forum wurde auch schon einmal darum Gerätselt.

Siehe hier: http://f23.parsimony.net/forum45451/messages/31417.htm

Jacob Roschy
Jacob Roschy
Moderator
D  Articles: 1730
Schem.: 17
Pict.: 68
29.Dec.03 18:57

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   3
 

Pope - Röhren sind alles andere als "No Name" Röhren, auch wenn sie im deutschen Sprachraum weniger bekannt sind. Pope war ein niederländischer Röhrenhersteller, der schon früh von Philips aufgekauft wurde. Wie im Philips - Imperium üblich, wurden daraufhin in NL von Philips hergestellte Röhren auch unter dem Namen Pope verkauft, um den enormen Philips - Marktanteil zu verschleiern und den Käufern Alternativen vorzutäuschen.

Über das Geheimnis der braunen Schlieren in Röhren findet man hier : F Aufklärung.

MfG JR

This article was edited 29.Dec.03 18:59 by Jacob Roschy .

Alexander Jordan
Alexander Jordan
 
D  Articles: 116
Schem.: 1
Pict.: 75
30.Dec.03 01:10

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   4 Da ich noch einige ECL 82 "auf Lager" habe, habe ich nun einmal deren Aufbau verglichen. Die von Valvo hergestellten ECL 82 unterscheiden sich deutlich von deren Brüder von Phillips Miniwatt oder Pope. So weisen die Valvo Röhren z.B. eine ringförmige Ghetterpfanne auf, wohingegen die Pope Röhren ein Blech mit Vertiefungen als Ghetterpfanne verwenden. Auch die Form der Anodenbleche ist verschieden. Wenn Philips der Marktführer und Mutterkonzern war, warum dann so viele unterschiedliche Konstruktionsformen? Weiterhin ist mir aufgefallen, daß die Siemens Röhren, den Valvo Röhren zum verwechseln ähnlich sind! Kann es sein, daß Siemens hier nur Valvo Röhren vertrieben hat?
Jacob Roschy
Jacob Roschy
Moderator
D  Articles: 1730
Schem.: 17
Pict.: 68
30.Dec.03 10:31

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   5

Welche Röhren aus dem Philips - Konzern stammen, kann man leicht an den Hersteller - Codes erkennen, die eher unauffällig meist im unteren Bereich des Glaskolbens eingeätzt sind.

So fand ich auf folgenden Siemens-Röhren die Philips-Codes, welche mit den Angaben in http://www.triodeel.com/images/philipstubecodes.pdf  übereinstimmen :

E80F : VC ; EL86 : MI ; PCC85 : tZ ; PCC189 : IP

Daher ist es nicht sehr verwunderlich, wenn Siemens- und Valvo Röhren zum verwechseln ähnlich sind. Allerdings hat Siemens auch aus anderen Quellen Röhren bezogen. Inwiefern Siemens nach 1945 überhaupt eine eigene Produktion von Empfängerröhren unterhielt, ist mir z. Zt. unbekannt, es scheint eher nicht der Fall zu sein.

Gleiche Röhrentypen aus dem Philips - Konzern müssen aber nicht immer baugleich sein. So gab es unterschiedliche Details je nach Röhrenwerk, sowie Änderungen bedingt durch den technischen Fortschritt, wenn man also herausfand, wie man etwas besser, einfacher oder billiger machen konnte. (Nb. Getter hat nichts mit Ghetto zu tun.)

MfG JR

This article was edited 30.Dec.03 16:00 by Jacob Roschy .

Thomas Schnitzenbaumer
 
 
D  Articles: 83
Schem.: 13
Pict.: 12
31.Dec.03 15:45

Count of Thanks: 5
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   6

Hallo Herr Roschy,

Siemens unterhielt bis Ende der 60er Jahre eine Röhrenfertigung in Grafing bei München. Dort wurden aber (fast) nur Fernsehröhren der P, D und E Serie hergestellt. Die Großmutter meiner Freundn arbeitete in Fertigung und Endkontrolle. Zuletzt produzierten aber leider die Akkordarbeiterinnen, die am Fließband arbeiteten immer mehr Ausschuß, da die Röhren, die von ihnen hergestellt werden mußten, immer mehr wurden. Demnach wurde die Röhrenfertigung aufgegeben, ich weiß aber leider nicht wann.

Beste Grüße

Thomas Schnitzenbaumer

Jacob Roschy
Jacob Roschy
Moderator
D  Articles: 1730
Schem.: 17
Pict.: 68
01.Jan.04 10:10

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   7

Danke für die Info. Das Röhrenende bei Siemens schien ja unrühmlich zu sein. Zu dieser Zeit war ja schon das Ende des Röhrenzeitalters abzusehen. Zuerst traf es die kleineren Firmen, aber solche, denen weniger daran lag, wie Siemens, gaben ebenfalls auf.

@ Hr Jordan: leider akzeptiert Ihr Server keine mails von mir !?

MfG JR

Alexander Jordan
Alexander Jordan
 
D  Articles: 116
Schem.: 1
Pict.: 75
16.Oct.04 02:32

Count of Thanks: 3
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   8 da wir nun die Entstehung der braunen Flecken geklärt haben würde mich noch folgendes Phänomen interessieren: Da ich auch alte Fernsehgeräte sammele ist mir aufgefallen, daß fast sämtliche Zeilenendröhren des Typs PL 500, PL 504, PL 509, Pl 519 die besagten, durch Glaselektrolyse hervorgerufenen Flecken aufweisen, wohingegen ich bei keiner einzigen PL 36 dies beobachten konnte.
Ich habe darauf einen Versuch gestartet und ein Fernsehgerät mit der PL 36 als Überwachungsmonitor für unsere Hauskamera eingesetzt. Obwohl das Gerät jetzt seit 1 Jahr im Dauerbetrieb ist, weißt die PL 36 keine derartigen Verfärbungen auf. Woran liegt das?
Jacob Roschy
Jacob Roschy
Moderator
D  Articles: 1730
Schem.: 17
Pict.: 68
16.Oct.04 14:42

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   9

Es ist schwer vorstellbar, dass es sich hierbei um etwas anderes als um unterschiedliche Glassorten handeln könnte.

Die hier eingesetzte PL36 hat zufällig eine Glassorte, die nicht zu dieser Fleckenbildung neigt.

In der Auswahl des Kolbenglases schien eine gewisse Zufälligkeit oder Willkür geherrscht zu haben.

An Röhren vor dem Rimlock- Zeitalter war dieser Effekt nicht zu bemerken, dann neigten die EL41 und die UL41 besonders stark dazu, während man oft spätere EL84 finden kann, die klar blieben.

MfG JR

Alexander Jordan
Alexander Jordan
 
D  Articles: 116
Schem.: 1
Pict.: 75
16.Oct.04 17:53

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   10 das die Glassorte (Bleigehalt) bei der Fleckenbildung eine Rolle spielt, klingt plausibel. Verwunderlich ist nur, daß keine einzige meiner Pl 36 diese Flecken zeigt. Dafür aber alle Pl 500, 504. Ich habe mindestens 15 Stück von unterschiedlichen Herstellern verglichen (darunter Telefunken, Valvo, Tungsram, Siemens, Sylvania, Miniwatt, Lorenz...) Auch der Aufbau dieser Röhren sieht recht unterschiedlich aus, so das die Möglichkeit, daß es nur einen Hersteller für Pl 36 gab und diese unterschiedlich gelabelt hat wohl ausscheidet.
Das die EL 84 nur selten die braunen Flecken hat, kann ich bestätigen. Allerdings hatte ich auch schon Exemplare (Valvo) die diese Flecken hatten.
Sebastian Göbel
Sebastian Göbel
 
D  Articles: 161
Schem.: 9
Pict.: 15
25.Jan.06 03:25

Count of Thanks: 4
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   11 Mit einer entspr. PL36 kann ich gern aushelfen.

Das Zeug ist tatsächlich in der Röhre, und wie man sieht ist das Vakuum ok, sonst hätte ich angenommen jemand hat darin seine Suppe anbrennen lassen ;)

Attachments:

This article was edited 25.Jan.06 03:26 by Sebastian Göbel .

Alexander Jordan
Alexander Jordan
 
D  Articles: 116
Schem.: 1
Pict.: 75
25.Jan.06 16:29

Count of Thanks: 2
Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   12 Hallo Herr Göbel,
da bin ich ja "beruhigt", dass es auch die PL36 erwischt mit der Glaselektrolyse ;-) Ein weiterer möglicher Grund ist mir selbst noch eingefallen:
Zu Zeiten der PL500, PL504 hatte sich längst die 110 Grad Ablenktechnik durchgesetzt, was entsprechend höhere Ablenkströme erforderte und die Röhre mehr belastete.
Meine PL36 stammen alle noch aus guten alten 70 und 90 Grad Geräten. Durch die geringere Belastung sind sie möglicherweise klar geblieben.
  
rmXorg