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DAB+ und die kleinen? großen ??? Tücken

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Forum » Radio- and technical History » Decades of broadcasting » DAB+ und die kleinen? großen ??? Tücken
           
Wolfgang Lill
Wolfgang Lill
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06.Oct.17 19:34

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Hier wird heimlich , still und leise DAB abgebaut. Der Tag der Demontage ist der 27.6.2016 in Leipzig. 

In ganz Deutschland wurde DAB am 1.6.2016 abgeschaltet.

DAB+ heißt das neue digitale Übertragungssystem. Es soll das UKW- analog- System ersetzen, die unwirtschaftliche AM- Übertragung sowieso.

In den letzten etwa 15 Jahren haben wir sehr viele Radiosysteme erlebt, die als Zukunft deklariert wurden. Am Ende haben Käufer auf diese Aussagen von Experten vertraut und erwarben teure Geräte, die heute wegen der Einstellung der Übertragung in der betreffenden Technik museumswert haben. 

Auch der DAB- Empfänger ist in Deutschland ab 1.6.2016 wertlos geworden und so mancher Besitzer tröstet sich damit, das er wenigstens noch den UKW- Bereich des Gerätes weiter nutzen kann. Also doch Glück gehabt.

Geräte werden jedenfalls eine Menge angeboten von preiswerten schon ab 20 EURO bis zu hochwertigen .

Entscheiden sollte man sich auf jeden Fall wieder für ein Gerät, was auch noch UKW Empfang hat, man weiß ja nie, wie lange DAB+ in dieser Form existiert.

In Sachsen kann man zwei MULTIPLEXE empfangen.

Der eine mit dem Oberbegriff DR Deutschland ist in ganz Deutschland einheitlich auf Kanal 5c zu empfangen,

kurz die 13 Programme die aktuell ausgestrahlt werden; 

Absolut relax,                                                                                                                                             DLF Kultur,                                                                                                                                               DLF Nova ( der neue Musiksender ),                                                                                                     DLF,                                                                                                                                                        DRadio Dok Web,                                                                                                                                   Energy,                                                                                                                                                      ERF plus,                                                                                                                                             Klassik Radio,                                                                                                                                       Radio Bob!,                                                                                                                                           Radio Horeb...Leben mit Gott,                                                                                                 Schlagerparadies ( nur deutsche Schlager rund um die Uhr ! ),                                                  Schwarzwaldradio ( der kleine Privatsender jetzt ganz groß deutschlandweit !)     und             sunshine live. 

Der zweite Multiplex in Sachsen sendet auf Kanal 12A, er ist dominiert mit Programmen des MDR: Hier die 13 Sender

Diese Sender-Kette wird täglich mehrfach für regionale Informationen und für die Glückwunschsendungen aus den Regionalstudios Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig sowie für den sorbischen Hörfunk auseinander geschaltet.

MDR Sachsen extra überträgt Sonderveranstaltungen , so z.B. die Sitzungen des "Sächsischen Landtages" und wird, wenn solche Übertragungen nicht anliegen, auf MDR Sachsen aufgeschaltet.

Sicher erinnern sich einige an diese Übertragungen von den Landtagssitzungen, diese wurden ständig über den Mittelwellensender 1044 KHz Wilsdruff übertragen ( und erreichten damit mehr Zuhörer als gegenwärtig ).

Die noch über diesen Multiplex arbeitenden Sender sind 

MDR Schlagerwelt SN ( ebenfalls 24 Stunden deutsche Schlager)                                                     Sputnik ( das Jugendradio),                                                                                                                  R.SA ( der Privatsender, wohl zum Nulltarif draufgeschaltet ).

Geplant wird gegenwärtig ein zweiter deutschlandweiter Multiplex.

Da kommt nun die Frage,"kann ich meinen Lieblingssender weiterhin hören, auch wenn er nicht auf DAB+ zu finden ist ? "

und hier die Antwort;" ja, dann schalten Sie auf UKW um".

Auch in Sachsen Anhalt, auf Kanal 6B und in Thüringen auf Kanal 8B,  dominiert der MDR.

Der Ausbau des Sendernetzes wird in Sachsen, wie auch in Bayern vorbildlich vorangetrieben.

Aber auch in Deutschland sind sich nicht alle einig. Bekannt ist sicher die negative Haltung in einigen Bundesländern.

Was spricht dafür , was dagegen ?

Pluspunkte erhält das Übertragungssystem durch die Übertragung von 13 Programmen in einem Multiplex mit relativ wenig Energieaufwand. Mit 10 KW können durchaus bis 50 Km Umkreis die Hörer erreicht werden. Im Großraum Berlin dürften das dann schon mal etwa 5 Millionen sein.

Also sehe ich das System für Ballungsgebiete als effektiv an. Es gibt bei DAB+ kein Rauschen im herkömmlichen Sinne, die Sender von dem Multiplex kommen entweder alle oder es schaltet auf Muting.

Gerade im ländlichen Bereich und auch in Großstädten habe ich das mehrfach immer wieder erlebt und das Hören wird zur Belastung. 

Also müssen Füllsender installiert werden mit kleiner Leistung, die diese Gebiete dann versorgen. 

Gegenwärtig wird in Norwegen auf DAB+ Ausstrahlung umgeschaltet. Private Sender senden jedoch weiter auf UKW. Die Umstellung der Programme soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Dort hat man sehr viel Geld, gerade für kleine 50 und 100 Watt Füllsender, in die Hand genommen, um in etwa durchgängig, zumindestens an den großen Fernstraßen, den Empfang sicher zu stellen.

Auch unsere Schweizer Nachbarn sind kurz vor dem Ziel. 98 % der Fläche des Landes können bereits mit Digitalradio versorgt werden. 

Eine weltweite Einigung zum neuen System gibt es nicht. In Euopa strebt man DAB+ an, jedoch haben einige abgesagt und andere denken gerade darüber nach bzw reduzieren zunächst die Leistung der Sendeanlagen.

Die USA setzen langfristig auf Satellitenradio, in so großen Ländern wie den USA, Kanada, Russland macht es auch wenig Sinn, solche Systeme landesweit zu installieren, den Investitionsaufwand kann niemand bezahlen. In Ballungsgebieten DAB+ schon, aber was dann wenn gerade mobile Hörer im Lande unterwegs sind ?

Das beste dürfte hier wieder der traditionelle AM- Sender sein, der mit entsprechender Leistung versehen, durchaus auch ein Land wie Deutschland aus 2 Standorten versorgen könnte. 

Das UKW- Band ist weiterhin unverzichtbar, vor allem bei Besuch von Ländern in Europa, die zukünftig nicht über DAB+ ausstrahlen.

Die Zahl der DAB+ Empfänger hat sich in Deutschland in letzter Zeit erhöht. Nach wie vor nehmen jedoch große Handelsketten nach ein- oder mehrmaligen Versuchen solche Geräte nicht in das Verkaufsprogramm.

Andere Fachhändler, die größere Mengen geordert haben, klagen darüber, das sie nun auf nicht mehr verkäuflichen Beständen sitzenbleiben.

Es ist natürlich so, das die Entwicklung der Empfänger mit Riesenschritten voranschreitet. Interessant ist für den Kunden ( der sich etwas näher damit beschäftigt) auf jeden Fall der Stromverbrauch.

Da könnte man schnell noch an ein älteres Gerät gelangen, welches ein Stromfresser ist. Inzwischen haben es die Entwickler jedoch mehr oder weniger im Griff, schaltungstechnisch wurde etwas gegen den hohen Stromverbrauch getan.

So ist das bei den aktuellen Modellen nicht mehr Gegenstand einer Entscheidung.

Aber die Entwicklung bleibt bei der Übertragungstechnik an sich auch nicht stehen. Schließlich ist DAB+ schon eine, technisch gesagt; "steinalte " Version, vor über 10 Jahren entwickelt.

Man kann in solch einen Multiplex wesentlich mehr Programme einschachteln, daran arbeiten verschiedene Institute.

Vorteil ist, das senderseitig mehr Programme ausgestrahlt werden können und so dem Empfänger eine größere Programmvielfalt zur Verfügung steht.

Schließlich sind aber Milliardeninvestitionen erforderlich um die notwendige Sende- und Übertragungstechnik bereitzustellen und vor allem die flächendeckende Versorgung im Band III zu sichern. 

Das widerum ist kein Problem, werden die Mittel für den öffentlich- rechtlichen Rundfunk knapp, so erhöht man eben die Beiträge.

Tja und wenn das, nennen wir es DAB2, System neu kommt, ist die Frage widerum ob sich die vorhandenen Empfänger verwenden lassen oder nicht. Ich kann die Leser trösten. Der UKW- Bereich wird auch weiterhin funktionieren !

Die Hauptgruppe der Hörer, zumindestens hier in Sachsen, sind die Kraftfahrer. Beim Autofahren Radio hören, da will man hauptsächlich leichte Musik, Nachrichten , Verkehrsinformationen....

Diese Aufgabe ist gegenwärtig für etwa 55 % der Hörer zu lösen.

Im Oktober 2015 kauften wir einen Mazda 3. Dieser hat, siehe Bild , ein Display mit integriertem Autoradio. Wellenbereiche; FM 88...108 Mhz und Lang- Mittelwelle.

Nun war gestern meine Frage an das Autohaus und anschließend an die Servicehotline von Mazda; ich würde das Gerät gerne erweitern um den Frequenzbereich DAB+ oder austauschen. 

Zur Antwort erhielt ich, das bei diesem Modell und auch bei einigen anderen Modellen ein Umbau oder Austausch technisch nicht möglich ist. Mir wurde allen Ernstes zum Kauf eines neuen  Mazda `s geraten.

Nun kam meine nächste Frage; wenn ich jetzt einen MAZDA2 kaufe, ist da DAB+ drin? Diese Frage wurde verneint, es bleibt bei UKW und AM bei den billigen Modellen, auch beim MAZDA3 der unteren Preisklasse !

Das ist sicher auch bei anderen Modellen der Fall oder es muss teuer nachgerüstet werden. 

Wenn also die "Experten" vom DLF oder von der  Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) von der völligen Einstellung des UKW- Rundfunks sprechen, dann sollten auch diese Aspekte bedacht werden. Plötzlich würden dann eine Menge Autofahrer ohne Rundfunkempfang dastehen ! 

Nach meiner Meinung müssen auch solche Aspekte bei den Zielstellungen unbedingt beachtet werden.

Zusammengefasst aus meiner Sicht folgende Aspekte:

positiv

- mit DAB+ kann die Programmvielfalt gesteigert werden.

- Energieeinsparung auf der Senderseite

- für Ballungsgebiete sehr effektiv

negativ

- Reichweite  gering, häufige Ausfälle (muting) und wenn es ausfällt sind alle Sender des    Multiplexes weg, es  n e r v t  !

- in Sachsen : Hauptfixierung auf die Programme des MDR

- hohe Investitionskosten empfängerseitg insbesondere bei Kraftfahrzeugen ( teilweise ist die Umrüstung nicht möglich und es müsste irgendwo am Armaturenbrett ein zweites  Gerät mit DAB+ eingebaut werden.

- begrenzter Vertrieb der Empfänger.

- Es gibt keine Aussage wie lange das DAB+ bleibt, es gibt keine einheitliche Meinung zu dem, System bei Sendeanstalten und in den Ländern.

- was wir bei UKW nach vielen Jahren geschafft haben in Europa, beginnt hier möglicherweise von vorn.

-Sollte DAB2 kommen, dann dürften die DAB+ Empfänger wieder auf dem Schrottplatz landen.... 

- ich glaube das DAB+ vom Internetradio überholt wird und ein Auslaufmodell ist, an das sich nun unsere Deutschen Experten klammern und viel Geld vernichten....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

This article was edited 07.Oct.17 22:27 by Wolfgang Lill .

Steffen Thies
 
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08.Oct.17 10:51

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Genau so ist es!!!

Nur: Ich möchte doch mal bezweifeln, ob die überall beworbene Programmvielfalt tatsächlich  ein Gewinn ist.

Schon bei der Freigabe für UKW für die Privaten war festzustellen, daß die ö-re. Sender plötzlich mehrfach zu empfangen waren und statt 3 nun 5 Programme anboten. Letzteres vermutlich ohne Erweiterung des Personals, ich zumindest hatte den Eindruck, daß Inhalte einfach verteilt wurden bzw. neue Programme eher Dudelfunk waren. Ich fürchte, daß uns das nun in großem Maßstab droht, was das Ganze einmalig unattraktiv macht.

Wenn schon, dann etwas Universelles mit Zukunftspotential. Das ist ganz richtig das Internet. 
 

Grüße,

 

Steffen Thies
 

Dietmar Rudolph
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08.Oct.17 12:00
 
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"Wenn schon, dann etwas Universelles mit Zukunftspotential. Das ist ganz richtig das Internet."

Das Problem beim Rundfunk über Internet bleibt stets, daß "irgend jemand" genau protokolliert, welche Sendung wann, wo und wie lange empfangen wurde.

  • Was passiert mit diesen Informationen?
  • Werden sie ausgewertet und verkauft?
  • Werden sie irgendwann mißbraucht, um ein "Profil" des Teilnehmers zu erzeugen?

Daher hat ein "linearer" Empfang über UKW, DAB+ oder Satellit schon seine Vorteile, weil da eben keine Rückmeldung erfolgt.

MfG DR

This article was edited 08.Oct.17 18:57 by Dietmar Rudolph .

Dietmar Rudolph
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09.Oct.17 10:17

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Omer Suleimanagich sent a mail to me:

I am not sure why I am not able to reply to this thread?

  • In my opinion radio makes “big brother(s)” compete for your audience.  
  • The internet ,on the contrary, allows “big brother(s)” to own you , through retrieving your personal information.

Omer Suleimanagich schreibt:

  • Meiner Meinung nach konkurrieren die "Big Brothers" um die Zuhörerschaft beim Radio.
  • Das Internet dagegen erlaubt es den "Big Brothers" Sie zu besitzen, indem die persönlichen Informationen ausgewertet werden.

MfG DR

  
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