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DDR-Selbstbau mit Hescho-Spulensatz

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Hans-Dieter Haase † 5.2.18
Hans-Dieter Haase † 5.2.18
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09.Sep.13 09:25
 
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Von einem Sammlerfreund erhielt ich dieses Selbstbau-Fragment.

Es sollte schon verschrottet werden doch dann entdeckte ich den Hescho-Spulensatz EZs0114 und die Hescho-Bandfilter EZs0101 und entschloss, daraus doch noch etwas zu machen.

Zwischenzeitlich hatte ich im Talk nachgefragt, ob jemand dieses Gerät kennt oder ob es ein Bausatzgerät sein könnte. Herr Eckardt gab den entsprechenden Hinweis, dass in den 50'er Jahren in der DDR im Fachhandel Gehäuse und vorgefertigte Chassis zum Aufbau von Radios verkauft wurden.

Das Gehäuse ist vom VEB Stern-Radio Stassfurt 4U62, die Skala wurde beim 4E62WK verwendet. Das Chassis ist eine zusammengenietete Konstruktion aus einem Material, das dem "Panzerholz" ähnlich ist. Ich vermute aber, daß die mittlere Schicht aus Pertinax besteht


Die U-Röhren, der Skalenhintergrund und Skalenzeiger fehlten. Für die Befestigung des Chassis im Gehäuse waren nur zwei Winkel vorgesehen obwohl im Gehäuse 4 Bohrungen vorhanden sind. Das war natürlich mechanisch völlig instabil. Die Verdrahtung war ein schmutziger zerfledderter Drahtverhau.

Hier noch etwas retten zu wollen wäre sinnlos gewesen. Deswegen wurde  eine Neuverdrahtung beschlossen. Lediglich die kurzen Verbindungen zwischen den Bandfiltern und den Röhrenfassungen wurden belassen um nicht unnötig an den Bandfiltern herumlöten zu müssen. Alle Kontakte waren stark korrodiert. Trotz Reinigung mit Glasfaserpinsel und Schlüsselfeile gab es massive Probleme beim Löten, besonders an den Röhrenfassungen

Da keine U-Röhren zur Verfügung standen wurde auf E-Röhren und Wechselstrom-Netzteil umgebaut. Der Platz war vorhanden und elektrisch ist mir das auch sympatischer. Die Mischstufe habe ich nach Hescho-Vorgabe verdrahtet, den Rest nach dem Schaltplan des 4E62WK.

Bei einer Neuverdrahtung hätte natürlich auch das Chassis neu lackiert werden können. Ich habe bewusst darauf verzichtet um den Charakter des Gerätes zu erhalten.

Deswegen wurden auch für die Widerstände alte Bauformen verwendet. Bei den Kondensatoren möge man mir gewisse Stilbrüche verzeihen, aber wer hat schon genügend alte funktionsfähige Kondensatoren bzw. deren Hüllen vorrätig. Da es um den Sockel der ECL11 recht eng zugeht, habe ich eine Lötösenleiste eingebaut. Eine freitragende Verdrahtung hätte zu viele Probleme bereitet.


Um Fehler durch defekte Bauteile so weit wie möglich auszuschließen, wurden alle vor dem Einbau geprüft. Beim Spulensatz half in altbewährter Weise das Grid-Dip-Meter hier in Form des Grundig-Resonanzmeters I. Dabei wurde auch entdeckt, das der Erst-Erbauer durch Einbau eines Kondensators im LW-Oszillator-Kreis unterhalb der Keramikplatte den LW-Frequenzbereich nach unten verschoben hatte. Auch das Netzteil wurde natürlich vorher geprüft. Der Trafo stammt übrigens aus einer Tonfunk Violetta W251, deswegen ist nur Einweggleichrichtung möglich

Die ganz große Überraschung beim ersten Einschalten: Es waren schon leise einige Sender zu hören. Der Rest war dann nur noch Durchmessen und Abgleichen.

Hier noch 2 Außenansichten des fertigen Gerätes. Auf ein Rückwandfoto habe ich verzichtet, da kein Hinweis auf irgendeine Firma oder Produkt vorhanden ist.

HDH

This article was edited 09.Sep.13 18:08 by Hans-Dieter Haase † 5.2.18 .

  
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