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Drehknöpfe selbst gefertigt (2)

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Gerhard Heigl
Gerhard Heigl
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15.Jul.04 08:58

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Nicht nur Knöpfe...

Wie ich schon angedeutet habe, können die verschiedensten Objekte nachgebaut werden. Firmenlogos, Schriftzüge, Antennenkugeln (für Teleskopantennen), Skalenrahmen, Spezialstecker, Lautsprechergitter, Zierrahmen und Einfassungen, Zierblenden, Zierleisten, Abdeckungen und Deckeln, Schraubringe für den VE, Gehäuseteile.

Zu bedenken ist, je komplizierter das Objekt umso komplizierter auch die herzustellende Form. Sind mehrteilige Formen notwendig, muss deren Konstruktion und Aufbau genauestens geplant werden. Die Anbringung von Einfüllöffnung und eventuellen Steigrohren zur Entlüftung muss genau überlegt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Zierleisten die satt aufliegend auf ein Gehäuse montiert (geklebt) werden, bereiten kein Problem. Sprossen die länger als 10cm sind und nur an den Enden befestigt werden, also freitragend sind, sollten durch miteingießen eines ausreichend starken Drahtes gegen späteres Verformen (durchhängen) gestützt werden. Leider habe ich diese Erfahrung zu spät gemacht.

Schriftzüge und Firmenembleme wenn sie auf festem Untergrund montiert sind, können ohne Demontage direkt am Gerät abgeformt werden. Dazu wird ein Wulst aus knetbarem Material (Plastilin, Kitt, Wachs o. ä.) um dieses Objekt aufgebracht und mit Silikonkautschuk ausgegossen. Sehr zarte Schriftzüge sind natürlich äußerst zerbrechlich und müssen mit großer Sorgfalt entformt werden.

 

Sogar einen Stempel habe ich gegossen: Beim Philips-Lautsprecher 2019 (Siebeneck) sind die Schraubenvertiefungen auf der Rückseite versiegelt und mit "RR" geprägt. Bei Reparaturen wird diese Versiegelung zerstört und kann mittels Wachs und eben diesen Stempel wiederhergestellt werden. Sie sehen, mit etwas Fantasie lässt sich der Einsatz von Gießharz enorm erweitern.

Es geht auch anders rum...

Gussformen können auch aus harten Materialien (Gips, Keraflott o.ä.) hergestellt werden und dann mit Silikonkautschuk oder flüssigem Silikon ausgegossen werden. Ein Beispiel sind die Gummiauflagen der Plattenspieler, die bei entsprechendem Alter meist hart und brüchig werden. Repliken aus Silikon sind wesentlich haltbarer. Diese harten Formen müssen vor dem Guss mit Trennmittel behandelt werden.

Noch einige Anregungen...

Ganz kleine Gussteile, bei denen sich der Kauf einer Dose Gießharz nicht rentiert, können auch mit handelsüblichen 2-Komponentenkleber (UHU-plus) gegossen werden. Keinen schnellfesten 5 Minuten-Kleber verwenden, die Verarbeitungszeit ist zu kurz. Durch Erwärmen dieses Klebers wird er dünnflüssiger, härtet aber auch schneller aus. Auch dieses Harz kann eingefärbt werden.

Silikon in Kartuschen wie es im Baustoffhandel angeboten wird, eignet sich sehr gut zum Herstellen von Dichtungen oder auch Treibriemen. Die mitgelieferte Düsenspitze wird so abgeschnitten, dass sich der richtige Durchmesser der "Schnur" ergibt. Der Silikonstrang wird nun in eine grössere flache Schüssel, gefüllt mit Wasser, gespritzt. Dadurch bleibt der runde Querschnitt erhalten. Der Strang darf sich nirgendwo berühren. Nach dem Aushärten wird die Schnur aus dem Wasser genommen und kann weiter verarbeitet werden. Geklebt kann nur mit Silikon werden. Zum Herstellen von speziellen Profilen wird aus Blech eine Blende mit dem gewünschten Profil gefertigt, die an der Austrittsöffnung der Kartusche angebracht wird. Gleicher Vorgang mit Wasserbad. Für Treibriemen wird hochqualitatives Silikon aus dem Fachhandel empfohlen. Silikon besitzt meist nicht die guten Reibungseigenschaften wie Gummi (Kraftübertragung).

Bei den Erzeugerfirmen von Silikon ist meist auch flüssiges Silikon in Kartuschen erhältlich, damit kann auch gegossen werden (Plattentellerauflagen o. ä.). Dieses Silikon vernetzt (härtet) in der Luft, ohne spezielle Zugaben. Das Silikon ist transparent und kann mit den üblichen Abtönfarben gemischt werden.

Siehe auch: Schilder - Knöpfe - Rückwände - Skalen - Stoffe - Lautsprecher

                 Drehknöpfe selbst gefertigt (1)

This article was edited 15.Jul.04 12:31 by Gerhard Heigl .

Herbert Odermatt † 26.Nov.05
Herbert Odermatt † 26.Nov.05
 
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20.Jul.04 18:11

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Reply  |  You aren't logged in. (Guest)   2 Ihnen Herr Heigl, Herr Walz, Herr Kühnl und Herr Erb möchte ich nachträglich nochmals herzlich danken für die genialen Tipps und Anmerkungen zum Thema "Knöpfe selbst giessen".

Angeregt durch Ihr Know-how, Ihre Bilder und ausführlichen Beschreibungen dieser modernen Technologie, habe ich nun die Möglichkeit längst fehlende Teile endlich selbst herzustellen. Meinen Erfahrungsbericht mit Bildern werde ich nach einer Versuchsphase hier vorstellen.
Herzlich grüsst, Herbert Odermatt
  
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